Bisher gibt es in der Volmestadt nur einen Kandidaten

Wer will Bürgermeister in Meinerzhagen werden?

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Die Stimmenverteilung bei der Bürgermeisterwahl 2014: Jan Nesselrath setzte sich deutlich durch.

Am 13. September 2020 findet die Kommunalwahl statt. Dann bestimmen die Meinerzhagener nicht nur, wie sich ihr Stadtrat zusammensetzt, sondern auch, wer als Bürgermeister die Geschicke lenkt. Bislang deutet sich eine Wiederwahl von Jan Nesselrath (CDU) an, denn: Es gibt (noch) keine Gegenkandidaten.

Meinerzhagen – Gleich vier Bewerber hatten vor fünf Jahren ihre Hüte in den Ring geworfen, um das Spitzenamt im Rathaus einzunehmen. Neben dem letztlich erfolgreichen Kandidaten Jan Nesselrath, der von CDU und SPD gleichermaßen unterstützt wurde, befanden sich die Namen des FDP-Ratsherrn Kai Krause sowie der Einzelbewerber Iris Laufer und Michael Deppe auf den Wahlzetteln. Deppe war es schließlich auch, der mit 18,51 der abgegebenen Stimmen für viele überraschend den zweiten Platz hinter Nesselrath (55,83 Prozent) einnahm. Laufer kam auf 13,41, Krause auf 12,26 Prozent. Eine Stichwahl, wie es sie im kommenden Jahr ohnehin nicht mehr geben soll, war nicht notwendig. Zu ihr wäre es gekommen, wenn keiner der Kandidaten mehr als 50 Prozent im ersten Wahlgang erreicht hätte.

Doch ob mit oder ohne diese absolute Mehrheit – nach jetzigem Stand der Dinge, könnten sogar einstellige Prozentzahlen für die Wahl zum Bürgermeister genügen. Nämlich dann, wenn nur ein Kandidat antritt. Das Szenario wollen sich viele Demokraten nicht vorstellen: Ein Wahlzettel mit nur „Ja“ oder „Nein“ zur Wahl des einzigen Bewerbers. Aber so wird es kommen, wenn bis zum 16. Juli 2020, 18 Uhr, keine weiteren Kandidaten ihre Unterlagen im Rathaus abgegeben haben. Mit Ausnahme der CDU, die mit dem amtierenden Bürgermeister ins Rennen geht, halten sich die übrigen Fraktionen bedeckt. Auch die SPD, die eigentlich nach den Sommerferien einen Kandidaten – respektive eine Kandidatin – benennen wollte, schweigt zu der Personalie und verweist auf Nachfrage auf das kommende Jahr. 

Und was machen die Kandidaten von einst? Michael Deppe, immerhin Zweitplatzierter von 2014, schließt auf Anfrage eine erneute Kandidatur ebenso aus wie Iris Laufer. Kai Krause, der vor fünf Jahren eine erneute Kandidatur in Aussicht gestellt hat, äußerte sich bislang nicht auf eine entsprechende Anfrage. Zehn Monate vor der Wahl ist die Kandidatenliste also noch äußerst kurz.

Nur der amtierende Bürgermeister hat seinen Hut in den Ring geworfen. Wenn es dabei bleibt, werden die Meinerzhagener Wähler am 13. September 2020 eine Premiere erleben – in Form eines kuriosen Wahlzettels. „Gemäß Paragraf 75c der Kommunalwahlordnung NRW muss über einen Alleinkandidaten nur mit einem ,Ja‘ und ,Nein‘ abgestimmt werden“, erklärt Helmut Klose, Fachbereichsleiter Zentrale Dienste und zugleich Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters. Allerdings bedeutet das nicht, dass einige wenige Ja-Stimmen genügen, um als Sieger aus der Wahl hervorzugehen. „Der Bewerber muss natürlich mehr Ja- als Nein-Stimmen auf sich vereinen. Dann ist er gewählt“, sagt Klose. Ob es aber tatsächlich zu diesem Novum in Meinerzhagen kommt, bleibt abzuwarten. Zur Kommunalwahl 2014 hatte sich mit Kai Krause erst drei Monate vor der Wahl ein zweiter Bewerber gefunden. Darauf folgten mit Iris Laufer und Michael Deppe zwei weitere Kandidaten. Doch sie alle waren am Ende chancenlos.

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