Corona: Bislang keine Infektion bei der Meinerzhagener Feuerwehr

Das Virus - auch ein Feind der Feuerwehr

Einsatz mit Maske: Die Stoffmasken der Meinerzhagener Feuerwehr wurden vom Märkischen Kreis zur Verfügung gestellt.
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Einsatz mit Maske: Die Stoffmasken der Meinerzhagener Feuerwehr wurden vom Märkischen Kreis zur Verfügung gestellt.

Es gibt im Moment wenige Fakten, die Mut machen. Die Infektionszahlen erreichen besorgniserregende Höchststände, der Winter steht noch bevor. Politiker und Virologen ermahnen die Bevölkerung, Kontakte zwischenmenschlicher Art zu meiden. Im Privatleben lässt sich dieser Rat noch umsetzen. Doch was tun Polizisten und Feuerwehrleute, die keine Wahl haben? Sie begegnen Menschen – und wenn es um Leben oder Tod geht, sind die Hygieneregeln der Not gehorchend oft nicht einzuhalten.

Meinerzhagen – „Wir könnten in so einem Fall beispielsweise auf Gesichtsmasken verzichten. Das tun wir aber nicht, außer es geht gar nicht anders. Beispielsweise bei Tragehilfen, wenn eine Person im Fahrzeug eingeklemmt ist oder im Rettungsdienst“, sagt Stadtbrandinspektor Christian Bösinghaus. Bei der Meinerzhagener Feuerwehr gibt es schon seit Juni eine Dienstanweisung, die das Tragen von Mund-/Nasenbedeckungen im Einsatz vorschreibt.

Maske ist Dienstanweisung

„Wir legen die Maske mit der Einsatzkleidung an und ziehen sie erst ab, wenn wir die Gerätehäuser nach einem Einsatz wieder verlassen. Und zu unserer Ausrüstung gehören auch Schutzanzüge und FFP2-Masken, die sich an Bord der Fahrzeuge befinden. Im Einsatzfall sehen wir dann vor Ort, ob wir diese Ausrüstung brauchen“, erläutert Christian Bösinghaus und fügt hinzu: „Bei der Beschaffung dieser Dinge hat uns bereits im Juni der Märkische Kreis unterstützt, wir haben genug davon vorrätig. Für den Normalfall haben wir zudem Alltagsmasken an alle Angehörigen unserer Feuerwehr ausgegeben.“

Bisher keine positiv getesteten Einsatzkräfte

Hat es wegen der unvermeidlichen und mitunter engen Kontakte mit Menschen in der heimischen Feuerwehr schon positiv getestete Einsatzkräfte gegeben? „Nein. Allerdings hatten wir bereits Kontaktpersonen in unseren Reihen. Das hat sich aus dem jeweiligen beruflichen Umfeld ergeben“, berichtet Bösinghaus.

Feuerwehr setzt auf Nachbarschaftshilfe

Trotz dieser guten Nachricht hat sich der Stadtbrandinspektor für den Fall der Fälle gewappnet. Sollte beispielsweise ein ganzer Löschzug durch Covid-19-Erkrankungen oder Quarantäne ausfallen, wäre die Nachbarschaftshilfe gewährleistet. Bösinghaus: „Wir haben über dieses Thema mit unseren Nachbarn gesprochen, die für uns einspringen könnten. Neben unseren eigenen Einheiten erfolgte auch eine Abstimmung mit Kräften beispielsweise aus Kierspe, Drolshagen und Attendorn, sodass sichergestellt ist, dass die Bevölkerung sich auf die Feuerwehr verlassen kann.“

Polizeibeamte von Maskenpflicht ausgenommen

Sie müssen nicht, können aber. Polizisten im Dienst brauchen den Mund-Nasenschutz nicht zu tragen. „Wir sind von der Maskenpflicht generell ausgenommen“, stellt Polizeioberkommissar Marcel Dilling von der heimischen Kreispolizeibehörde klar. Das heißt aber nicht, dass die Beamten sich nicht, wann immer es geht, an die Hygieneregeln halten.

Dilling: „Wo der Mindestabstand zu anderen Personen nicht eingehalten werden kann, setzen wir die Maske auf. Das gilt für Situationen, in denen das zumutbar ist.“ Auch er selbst tue das, wenn er seinen Arbeitsplatz verlasse, um beispielsweise die Toilette aufzusuchen. „Jeder Polizist wurde mit mindestens einer sogenannten Community-Maske ausgerüstet. Die sind dunkelblau und mit dem Wappen des Landes Nordrhein-Westfalen versehen“, berichtet Dilling weiter.

Eine Feststellung ist der Polizei in Zeiten der Pandemie ganz wichtig: „Kein Bürger muss sich Sorgen machen. Selbst wenn vereinzelt komplette Wachen ausfallen würden, wäre die Polizei in NRW in der Lage, diesen Engpass mit anderen Kollegen auszugleichen“, heißt es aus dem Landesamt für zentrale polizeiliche Dienste NRW. Ob sich im Märkischen Kreis bereits Polzisten mit dem Corona-Virus infiziert haben, dazu machte das Landesamt gestern keine Angaben.

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