Amtsgericht Meinerzhagen

Zeugen staffeln und Spuckschutz: Gericht im MK hält in Corona die Stellung

Amtsgerichtsdirektor Guido Varney hat sich an die neuen Gegebenheiten gewöhnt.
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Amtsgerichtsdirektor Guido Varney hat sich an die neuen Gegebenheiten gewöhnt.

Ohne Termin kommen und im Flur warten? Die Gesellschaft der Kollegen im Büro genießen? Nicht in Zeiten von Corona.

Meinerzhagen – Wie in anderen Behörden, Betrieben und Unternehmen, kam auch für die Mitarbeiter im Amtsgericht Meinerzhagen eine Vielzahl von Veränderungen mit der Pandemie ins Haus.

„Wir haben sofort gehandelt“, sagt Guido Varney, Direktor des Amtsgerichts. Und so war im Sitzungssaal 12 schnell erkennbar, dass hier künftig einiges anders läuft. Die Plätze für Besucher wurden von vier Reihen auf sechs Stühle reduziert. Jede Menge Spuckschutzwände wurden zwischen den Prozessbeteiligten aufgebaut. Maske ist von Anfang an, bis heute Pflicht. Mehrmals täglich wird ordentlich gelüftet.

Zeugen gestaffelt

„Und wir haben Zeugen gestaffelt geladen, sodass sie sich nicht alle auf einmal im Flur aufhalten.“ Zumal auch dort deutlich weniger Sitzgelegenheiten zur Verfügung stehen, als vor Covid-19. Überall muss eine Maske getragen werden. „Wer keine hat, bekommt eine von uns“, sagt Guido Varney. An vielen Stellen im Gebäude befinden sich Spender mit Desinfektionsmittel. Somit können sich Besucher und Mitarbeiter nicht nur beim Betreten des Gerichts, sondern auch während ihres Aufenthalts vor den Viren schützen.

Als weiteren wichtigen Punkt nennt der Amtsgerichtsdirektor das sorgfältige Ausfüllen von Kontaktformularen zu Beginn der Pandemie. In der Anfangsphase seien einige Termine ausgefallen. Abgewogen wurde die Dringlichkeit des Falles gegen das Risiko für die Gesundheit der Beteiligten. Die Aufhebung von Prozessen habe natürlich zur Aufstauung geführt.

Doch als die Infektionszahlen es wieder zuließen, habe es eben mehr Verhandlungen als vorher an einem Tag gegeben. Dadurch sei der Rückstand inzwischen nicht mehr so groß. Auf die Arbeitsweise außerhalb des Sitzungssaals hat sich Corona ebenfalls ausgewirkt. So sei dafür gesorgt worden, dass Büros nur noch einzeln besetzt waren. Wer konnte, ging ins Homeoffice. „Das ist bei Richtern oder Rechtspflegern ganz gut möglich, aber nicht bei der Geschäftsstelle“, sagt der Direktor. Schließlich müssten die Mitarbeiter dort ständig Zugriff auf sämtliche Akten haben. Deshalb hätten sie während dieser Zeit auch die leeren Büros derjenigen genutzt, die zu Hause gearbeitet hätten.

Flexible Teilzeitkräfte

„Wir haben hier viele Teilzeitkräfte. Sie sind flexibel“, erklärt Guido Varney. Ein Teil sei vormittags und der andere Teil der Mitarbeiter nachmittags vor Ort gewesen. Nur in ganz seltenen Fällen hätten Bedienstete aufgrund fehlender Plätze nach Hause geschickt werden müssen. Bis heute bekommen alle Mitarbeiter wöchentlich zwei kostenlose Tests zur Verfügung gestellt. „Getestet werden bei uns alle, auch die Geimpften“, so der Richter. Auch der Außendienst musste sich dem Virus beugen. Bei Betreuungssachen seien nur noch die umgehend bearbeitet worden, bei denen es um freiheitsentziehende Maßnahmen gegangen sei, sagt Guido Varney.

So seien zum Beispiel Entscheidungen zu Unterbringungen in psychiatrischen Einrichtungen oder das Anbringen von Gittern an Betten in Altenheimen nach wie vor sofort getroffen worden. Guido Varney dankt sowohl den Besuchern für besonnenes Verhalten,als auch den Mitarbeitern für ihre Umsicht und ihren Einsatz.

Und auch, wenn Masken und Spuckschutz im eh akustisch schon nicht gut gestalteten Sitzungssaal die Arbeit zusätzlich erschweren, seien die Maßnahmen zum Schutze aller unverzichtbar. Der bisherige Erfolgt gibt Guido Varney recht: „Wir hatten bisher nicht einen einzigen Infektionsfall.“

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