Biker-Park in Eigenarbeit hergerichtet

Auch die Rampen wurden von den Jugendlichen in Eigenarbeit angelegt.

MEINERZHAGEN ▪ Meinerzhagen hat Jugendlichen durchaus etwas zu bieten.

Nicht über den Reifegrad von Erdbeeren oder den Durchmesser von Kürbissen tauschen sich die Nutzer einer Parzelle der Schrebergartenanlage in der Himecke aus. Die Gespräche der jungen Nutzer drehen sich vielmehr um „Kicker“, „Dirts“ oder die „Wall“. Und wenn die Jugendlichen die Schaufel in die Hand nehmen, dann werden keine Furchen für Kartoffeln gezogen, sondern Wege für Fahrräder gebaut. Denn auf einer der Parzellen ist in den vergangenen Monaten ein Bike-Park entstanden, auf dem die Jugendlichen mit ihren Dirtbikes und Fullys, wie die geländegängigen Fahrräder heißen, unterwegs sind.

Noch im Februar lag das Grundstück etwas verwildert da. Der Pächter konnte sich aufgrund eines Rückenleidens nicht mehr um die Pflege kümmern. Da war er froh, dass sich jugendliche Radfreunde des Geländes annahmen.

Marcel, Marvin, Joscha, Christoph und Bastian heißen die Neun- bis 18-Jährigen, die sich nahezu jeden Tag nach der Schule trafen, um mit Schaufel und Schubkarre dem Grundstück ein neues Aussehen zu verleihen. Aus dem Holz einer Terrasse, bei deren Abbruch sie geholfen hatten, haben die Radfahrer eine Rampe (Roll in) gebaut, auf der sie Schwung nehmen, um über die Schanzen (Kicker) zu springen, die Dirts (Erdhügel) zu bewältigen oder den Pump-Treck hinter sich zu bringen.

Doch bevor das Gelände gestaltet werden konnte, musste erst einmal gründlich aufgeräumt und der alte Komposthaufen beseitigt werden. Auch den Zaun reparierten die Jugendlichen selbst.

In den vergangenen Wochen haben sie noch Teile des Grundstückes eingesät, um die sichtbaren Folgen der Umgestaltung zu mindern.

Eine Ecke des Grundstückes haben die Nutzer mit Bänken versehen, dort wird nach Bauarbeiten und etlichen Runden mit den schweren Rädern gemeinsam gegrillt.

Entstanden ist die Anlage einfach aus der Situation heraus, dass sich nichts Vergleichbares in Meinerzhagen findet. Bislang waren die Radfahrer auf dem Skate-Platz aktiv. „Das wurde aber schnell langweilig“, da sind sie sich einig. Eine Alternative ist ein Bike-Park in Lüdenscheid. Doch die Anreise scheitert schon an den Fahrtkosten. So kostet die einfache Fahrt für einen Jugendlichen und sein Rad im Bus bereits 6,40 Euro. Das können sich die Schüler nur selten leisten. Da griffen sie lieber zu Schüppe und Karre, um ihren eigenen Park anzulegen.

Andere Radfahrer, die auf der Anlage ihre Können auf dem Rad verbessern wollen, sind den Jungs willkommen, vorausgesetzt, sie sind auch bereit mit anzupacken, um das Gelände instand zu halten und auch immer wieder neu zu gestalten. Anfängern erklären sie natürlich auch gerne, wie man Schwung holt, ohne in die Pedale zu treten oder die Wände an der fast senkrechten Wall hinbekommt. ▪ jobek

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare