Schiffe werden fit gemacht

Funktionsprüfung mit dem neuen Kapitän. Carsten Fink (Zweiter von rechts) aus Neuharlingersiel tauscht das Steuer des Fischkutters gegen das der MS „Westfalen“.

Biggesee - Die MS „Westfalen“ hatte es Montag bereits gut hinter sich gebracht. Nach rund zweiwöchigen Arbeiten am Schiffsboden und der abschließenden Abnahme durch die Prüfer der Berufsgenossenschaft und des Tüv, konnte sie wieder zurück in ihr Element, das Wasser der Biggeseetalsperre.

Ausgeführt hatten die notwendigen Arbeiten am Schiffsboden und dem sogenannten Anlaufkoffer – der vordere Rumpfteil des Schiffes, der beim Anlegen stets Grund- und Uferkontakt hat – die Spezialisten der Lux-Werft in Mondorf bei Bonn. So ist dann auch am Ende der Arbeiten der komplette Schiffsrumpf von Algen und Dreck gereinigt und mit einem neuen Anstrich versehen worden. Zusätzlich wurden in einem Spezialbetrieb in Rotterdam die Propeller des Antriebs gerichtet und dynamisch ausgewuchtet.

Nachdem die MS „Westfalen“ ihre Fitnesskur für die neue Saison absolviert hatte, stand diese ihrem Schwesterschiff in abgeschwächter Form noch bevor. Bei ihr ist die technische Abnahme bereits erfolgt. Nun wurde es ebenfalls mit einer Windenanlage auf der Helling an Land gezogen. Langsam und mit viel Feingefühl vollzog sich diese ungewöhnliche Fahrt des 250 Tonnen schweren Kolosses. Oben angekommen, stand auch schon der erste Arbeiter mit dem Hochdruckreiniger parat, um dem grünlich-grau schimmernden Belag zu Leibe zu rücken.

Seit 1967 gibt es die Biggesee-Schifffahrt, geführt durch Wolfgang und Nicole Keseberg. Nachdem anfänglich kleinere Schiffe die Fahrgäste über die Talsperre „schipperten“, übernahmen dann die beiden heute im Einsatz befindlichen Fahrgastschiffe diesen Dienst.

Im Linienverkehr sind sie jeweils ab Ostern bis Ende Oktober zwischen Attendorn und Olpe unterwegs. Hinzu kommen besondere Event-Fahrten, zu denen unter anderem die Partyreihe „Bigge feiert“, die Musical-Dinner-Show, das Seenachtsfest und Weihnachts-Schiffsfahrten zählen.

In die kommende Saison starten die beiden Schiffe am Gründonnerstag, 13. April.

Das Steuer der MS „Westfalen“, – es besteht nach dem vor sechs Jahren erfolgten Umbau, bei der sie ein komplett neues Heck erhielt und auch eine neue Steuerungstechnik, nicht mehr aus einer Haspel, sondern einem Joystick – wird dann ein neuer Kapitän führen. Der 30-jährige Carsten Fink aus Neuharlingersiel geht als neuer Kapitän zwar nicht auf sprichwörtlich „große Fahrt“. Dafür sieht er ab sofort aber anders als bisher auf seinem Fischkutter in der Nordsee nicht das Meer, sondern in direkter Nachbarschaft auch die Berge und Wälder des Sauerlandes.

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