Letzte Runde durchs Meinerzhagener Revier für Horst Kurte

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15 Jahre war Horst Kurte als Bezirksbeamter der Polizei in der Stadt unterwegs. Jetzt tritt er seinen Ruhestand an. 

Meinerzhagen - Noch einmal eine Runde durch die Stadt drehen, mit den Bürgern sprechen und auf Besonderheiten achten: In dieser Woche absolvierte Horst Kurte seinen letzten Streifengang.

15 Jahre lang war er direkter Ansprechpartner der Polizei im Bereich der Meinerzhagener Innenstadt. „Meine Planung war so, dass ich regelmäßig in allen Stadtteilen vorbeigekommen bin“, beschreibt der Polizist die fünf bis 15 Kilometer langen Wegstrecken, die er stets zu Fuß bewältigte. „Wäre ich nach zurückgelegten Metern bezahlt worden, könnte ich heute als Millionär in den Ruhestand gehen“, schmunzelt der angehende Pensionär. 

Berührungsängste gegenüber ihrem Bezirksbeamten hatten die Meinerzhagener von Anfang an nicht. „Ich bin von den Bürgern oft über Vorfälle oder ungewöhnliche Beobachtungen informiert worden“, bilanziert Horst Kurte. „Und natürlich hat es immer wieder Menschen gegeben, die Fachfragen gestellt haben oder die einfach mal ein paar nette Worte mit mir wechseln wollten.“

Weniger angenehm war die Begegnung mit dem Polizeibeamten für die Bürger, die auf der Fahndungsliste standen. Einige von ihnen waren einfach total überrascht, dass Horst Kurte zu Fuß so weit in die Wohngebiete hinein kam. „Die haben da gar nicht mit der Polizei gerechnet. So mussten dann mehrfach die Handschellen klicken“, erinnert sich der Bezirksbeamte. 

Immer wieder gibt es Berichte von Übergriffen auf Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst. Auch Horst Kurte ist aufgefallen, dass ihm in jüngster Zeit hin und wieder weniger Respekt als früher entgegengebracht worden ist. Klar begründeten Anweisungen wurde dann widersprochen und selbst kleinste Verstöße im Straßenverkehr führten zu ellenlangen Diskussionen. „Das waren aber zum Glück Ausnahmen“, relativiert Horst Kurte diese Erlebnisse ein wenig.

Der scheidende Bezirksbeamte hofft natürlich, dass seine Nachfolgerin Silke Henschel ebenso herzlich in der Stadt angenommen wird, wie das bei ihm der Fall gewesen ist. Darauf deutet vorab schon einiges hin. „Wir möchten unbedingt, dass es bei den Streifengängen bleibt“, laute ein oft geäußerter Bürgerwunsch in Richtung der Polizei.

Begonnen hat Horst Kurte seine Beamtenlaufbahn beim Bundesgrenzschutz. Dann wechselte er zur Polizei, war im Wachdienst tätig und wurde schließlich Bezirksbeamter. „Anfangs hatte ich bei dem Wechsel ein paar Bedenken. Aber ich habe meine Entscheidung nie bereut. Diese Aufgabe war etwas Besonderes und hat sehr viel Spaß gemacht“, sagt der Pensionär. Laufen, wandern, Rad fahren – der Kiersper fürchtet im Ruhestand keine Langeweile, wie er bei seinem Abschied versicherte. Er hat jetzt endlich mehr Zeit für den Amateurfunk, über den er Kontakt in die ganze Welt hält. 

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