Bewegende Trauerfeier für Otto Rudolf Fuchs

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Mehrere Hundert Trauergäste nahmen am Freitag in der Jesus-Christus-Kirche Abschied von einer großen Persönlichkeit Meinerzhagens.

Meinerzhagen - Die Stadt trägt Trauer: Mit einer bewegenden Trauerfeier verabschiedeten sich am Freitag viele Hundert Menschen von Otto Rudolf Fuchs. Dass Meinerzhagen mit dem Senior des heimischen Familienkonzerns Otto Fuchs eine ihrer größten Persönlichkeiten verlor, spiegelte sich auch bei der einstündigen Trauerfeier in der Jesus-Christus-Kirche wider.

Zusammen mit der Familie Fuchs gaben Angestellte und ehemalige Mitarbeiter der Otto Fuchs KG, langjährige Weggefährten und Vertreter aus Wirtschaft und Politik, von Vereinen und Verbänden dem Verstorbenen das letzte Geleit, als sein Sarg gestern Mittag in einer Kutsche zum evangelischen Friedhof an der Heerstraße gefahren wurde.

Pfarrer Klaus Kemper-Kohlhase drückte eingangs in der Kirche mit wenigen Worten aus, was viele Menschen nach dem Tod des 87-Jährigen empfinden. Er habe gefordert und gefördert, sagte der Geistliche: „Uns fehlt er.“ Der Pfarrer ging in seiner Ansprache in der Kirche auf das große Fenster im Kirchenschiff der Jesus-Christus-Kirche ein, das 1928 von der Familie Fuchs gestiftet worden war. „Ich lebe und ihr sollt auch leben“ stehe in der Inschrift unter dem Bild. In vielerlei Hinsicht habe Otto Rudolf Fuchs das gelebt, was im Fenster zu lesen sei. Die Stadt habe der Firma Fuchs viel zu verdanken. Mehr denn je gelte das für den Verstorbenen, der wesentlich zum Wohl der Stadt und ihrer Bürger beigetragen habe. Fairness und Vertrauen seien die Säulen der Firmenphilosophie und die Basis für das Miteinander im Unternehmen. Klaus Kemper-Kohlhase fand auch sehr persönliche Worte. „Ich habe mich immer bemüht, gerecht zu sein“ – das habe der Verstorbene dem Pfarrer bei dessen Besuch im Krankenhaus gesagt und damit ausgedrückt, das Fairness und Gerechtigkeit seinen Wertevorstellungen entsprachen. Charakteristisch für Otto Rudolf Fuchs sei auch sein Humor gewesen, sagte er. „Wie er pfeifend über den Flur schritt, so wollen wir ihn in Erinnerung behalten.“

Dr. Hinrich Mählmann, persönlich haftender Gesellschafter, drückte in seiner Rede aus, welch schmerzlicher Verlust der Tod des 87-Jährigen bedeutet: „Sein Erfahrungsschatz, sein soziales Engagement und seine Unterstützung werden uns fehlen.“ Bis ins Detail habe ihn bis zuletzt jede Reparatur einer Maschine und jeder Neubau interessiert. Ein Ritual sei die Fahrt durch den Betrieb an den Wochenenden und das Telefonat am Montag gewesen, wo er wohlmeinende Kritik geäußert und viele Dinge hinterfragt habe. Höchste Priorität habe für Otto Rudolf Fuchs aber stets das Wohlergehen seiner Mitarbeiter gehabt.

Die Wertschätzung, die Otto Rudolf Fuchs seinen Mitarbeitern entgegenbrachte, betonte auch Bürgermeister Jan Nesselrath, der für die Lebensleistung des Verstorbenen einfühlsame wie treffende Worte fand. „Er war eine Institution“, sagte er. Mit Besonnenheit und Weitsicht habe Otto Rudolf Fuchs seine Wertevorstellungen vertreten. Er habe wirtschaftlich und ökonomisch gedacht und gleichzeitig zutiefst sozial gehandelt und damit scheinbare Gegensätze mühelos miteinander vereint. Pragmatisch, geradlinig, realistisch – so sei Otto Rudolf Fuchs gewesen. „Er hatte konkrete Vorstellungen von dem Erreichbaren. Das Bestehende im Rücken, hatte er das Machbare vor Augen.“ Tatkraft und Bodenhaftung hätten ihn ausgezeichnet, charakterisierte Nesselrath den Verstorbenen. „Er war ein Kind und ein Freund Meinerzhagens, ein Geschäftsmann, ein Mensch und ein Vorbild, das die Geschichte dieser Stadt geprägt hat.“

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