Am Biathlon-Schießstand im MK

Ekel-Fund: "Baumschmuck" macht Spaziergänger fassungslos

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„Baumschmuck“ der besonderen Art: In Wiebelsaat, am Rande des Baches, hat ein Unbekannter diese Plastiktüten mit Hundekot in der Natur entsorgt.

Meinerzhagen - Unverständnis und Ärger – das sind die Reaktionen, auf „Baumschmuck“ der besonderen Art in Wiebelsaat. Unweit des Schießplatzes und am Rande des Baches heben Unbekannte Plastiktütchen mit Hundekot einfach in der Natur entsorgt. Die Hinterlassenschaften hängen in einem Strauch.

Bodo Zastrow wohnt in Wiebelsaat – und er ist selbst Hundehalter. Der Fußweg entlang der Biathlon-Schießanlage des SC Rotenstein-Wiebelsaat, der dort unmittelbar neben dem Bach entlangführt, zählt zu den Strecken, die er häufig für Spaziergänge nutzt. Dabei machte er eine Entdeckung, die ihm nicht gefiel: „Unbekannte Hundebesitzer haben den Kot ihrer Tiere offensichtlich aufgesammelt, in kleine Plastiktüten gesteckt und die dann einfach in die Natur geworfen.“ So viel Ignoranz ärgert den Meinerzhagener: „Die Tüten hängen nicht nur in einem Strauch, einige liegen auch im Bereich des Baches. Das finde ich schlimmer, als wenn der Hundekot liegengelassen und einfach ein Stück zur Seite, weg vom Weg, geschoben wird“, sagt Zastrow. „So etwas muss doch nicht sein“, fügt er hinzu. 

Heinz Gerd Maikranz ist Fachbereichsleiter bei der Stadt Meinerzhagen. Dass mit Hundekot gefüllt Tüten einfach weggeworfen werden, von solchen Fällen hat er nur selten gehört. Angesichts der Vorkommnisse in Wiebelsaat verspricht Maikranz nun: „Wir werden uns das ansehen. Und wenn es sich dabei um städtisches Gelände handelt, werden wir das auch entsorgen.“ In diesem Zusammenhang weist Maikranz auch darauf hin, dass es sich bei der nicht erlaubten Abfallentsorgung in Wiebelsaat um eine Ordnungswidrigkeit handelt: „Dafür sind Geldbußen von bis zu 35 Euro vorgesehen. Es ist aber auch möglich, es bei einer mündlichen Verwarnung zu belassen.“ 

Wer mit seinem Hund in der Meinerzhagener Innenstadt unterwegs ist, hat die Möglichkeit, sich an einem von insgesamt mehr als zehn „Tütchen-Automaten“ kostenlos zu bedienen. Die hat die Stadt an verschiedenen Stellen aufgestellt. Sie finden sich zum Beispiel am Ehrenmal an der Heerstraße, im Volkspark, am Löher Weg im Bereich des Spielplatzes, an der ehemaligen Landesschule Auf der Freiheit, an der Valberter Ebbehalle und an den Ihnewiesen. Die Idee: Hundebesitzer sollen die Tüten mitnehmen, den Kot ihres Hundes hineinfüllen und das „Plastikgebinde“ anschließend in einem Mülleimer entsorgen.

Sage und schreibe 90 000 solcher Tüten werden in Meinerzhagen laut Maikranz pro Jahr zur Verfügung gestellt und auch benutzt, das Prinzip scheint also meistens zu funktionieren – in Wiebelsaat zurzeit aber nicht. Warum das so ist, versteht auch Maikranz nicht. Er kann nur an die Einsicht der Hundehalter appellieren, sich in Zukunft an die Regeln zu halten.

Valko Gerber ist beim städtischen Fachbereich Bürgerservice auch für die Organisation rund um das Angebot „Beutel-Automaten“ zuständig. Er erläutert, dass in Meinerzhagen bisher kaum solche „Anlaufstellen“ für Hundebesitzer eingerichtet wurden. „Im Bereich Trippelkorte in Windebruch, in der Nähe des dortigen Campingplatzes, steht allerdings ein Automat. Den haben wir deshalb aufgestellt, weil hier häufig Hundehalter spazieren gehen.“ Was die Disziplin der Hundehalter angeht, kann Gerber generell nicht klagen: „Wir haben die ersten Automaten vor etwa zehn Jahren aufgestellt. Anfangs wurden sie eher schleppend angenommen und wir haben auch gefüllte Tüten in der Natur gefunden. Das war vor allen Dingen Auf der Freiheit der Fall. Doch das hat sich geändert, es ist besser geworden“, sagt Gerber.

Die blauen Tütchen in Wiebelsaat stammen übrigens nicht aus einem städtischen Automaten. „Unsere sind nämlich schwarz“, erläutert Gerber.

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