Betrugsverfahren gegen 27-Jährigen eingestellt

Vor dem Landgericht Hagen wurde heute das Verfahren gegen einen 27-Jährigen Autofahrer eingestellt – allerdings gegen eine Auflage von 2400 Euro an die Staatskasse.

MEINERZHAGEN ▪ Es ist der 19. Mai 2006. Ein 27-jähriger Mann aus Marienheide steht in Meinerzhagen auf der Straße An der Stadthalle an einer roten Ampel. Plötzlich knallt es, ein fremdes Fahrzeug kracht von hinten in den Wagen des Wartenden.

Über drei Jahre später, am 17. November 2009 findet sich der 27-Jährige als Angeklagter vor dem Amtsgericht Meinerzhagen wieder und wird zu einer saftigen Geldstrafe in Höhe von 2450 Euro verurteilt. Wie war es dazu gekommen?

Nach dem Unfall hatte sich der Angeklagte an die Versicherung des 23-Jährigen Unfallverursachers gewandt, um die Schadenssumme von knapp 2800 Euro einzufordern. Die Versicherung hatte sich jedoch geweigert, auch nur einen Cent zu zahlen. Grund: Keiner der Unfallbeteiligten hatte damals die Polizei gerufen. Auf die Zahlungsverweigerung hin, war der 27-Jährige zu einem Anwalt gegangen. Im Oktober 2007 landete der Fall in einem Zivilprozess schließlich vor dem Amtsgericht. Aufgrund verschiedener Indizien, die es nahe legten, dass es sich bei dem angeblichen Unfall um eine abgekartete Sache gehandelt hatte, war die Klage des Marienheiders gegen die Versicherung abgewiesen worden. Es kam zum strafrechtlichen Prozess im vergangenen Jahr, und zu einer Verurteilung wegen versuchten Betruges. Gegen dieses Urteil legte der Angeklagte Berufung ein. Heute nun beschäftigte sich das Hagener Landgericht mit dem Fall. Der 27-Jährige, der bereits in erster Instanz seine Unschuld beteuert hatte, blieb auch gestern dabei, dass es sich bei dem Vorfall um einen ganz normalen Unfall gehandelt habe. „Der Unfall hat stattgefunden. Wir waren auf dem Weg nach Marienheide. Wir hatten Hunger auf Hotdogs. Wir standen an der Ampel, und auf einmal ist er mir hinten rein gefahren“, so der Mann heute. Und: „Den größten Fehler, den ich damals gemacht habe war, dass ich die Polizei nicht gerufen habe.“

Da sich der Verursacher noch in der Probezeit befand, hatten sich die Männer darauf geeinigt, die Angelegenheit ohne Polizei zu regeln. Zwar räumte der Verursacher heute seine Schuld am Unfall ein, dennoch blieben einzelne Fragen bis zum Schluss ungeklärt. So endete der heutige Prozess für den Marienheider schließlich mit einer Verfahrenseinstellung.

Allerdings muss er als Auflage nun 2400 Euro an die Staatskasse zahlen. ▪ jape

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