Wenig Schnee

Skilift Hardenberg: Betreiber denken nicht ans Aufgeben 

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Wenn genug Schnee liegt, herrscht am Skiklift in Hardenberg Hochbetrieb.

Meinerzhagen - Eine Woche lang lief der Skilift in Hardenberg in dieser Saison. Im Februar lag an sieben Tagen genug Schnee, um die Anlage in Betrieb zu nehmen.

Lohnt sich der ganze Aufwand für die Betreiber noch, oder denken auch sie daran, den Lift dauerhaft zu schließen? „Nein“, sagt Friedrich-Wilhelm Koch von der Betreibergemeinschaft. „Wir werden weitermachen.“

Betreiben der Anlage ist fast Familientradition

Koch war es auch, der 1968 mit dem Skilift-Betrieb auf dem Hang in Hardenberg begonnen hat. Inzwischen sind sein Sohn Michael und auch Schwiegersohn Frank Müsse mit im Boot. Die Anlage zu unterhalten, das sei schon so eine Art Familientradition, erläutert Koch. 

Und so habe man auch noch keine Überlegungen angestellt, wegen der immer kürzer werdenden Betriebszeiten aufzuhören. Dass die Schnee-Prognosen gerade für Mittelgebirge nicht gerade rosig sind, das weiß auch Koch: „In der Saison 2017/2018 hatten wir zehn Öffnungstage. Das ist auch nicht viel. Und wir müssen ja auch unsere Betriebskosten decken. Das ist bei einer Öffnungszeit wie in diesem Jahr gerade so möglich“, erläutert er. 

Großer Aufwand für eine Saison

Wer – wenn es der Winter zulässt – die 275 Meter lange Hauptpiste gern nutzen möchte, der findet dort beste Bedingungen vor. Dafür sorgt die Betreibergemeinschaft auch durch persönlichen Einsatz. Friedrich-Wilhelm Koch: „Ende vergangenen Jahres wurde der Lift wieder durch den TÜV abgenommen. Und vor wenigen Jahren haben wir die Hütte erneuert. Alles ist auf dem neuesten Stand. Das gilt auch für unsere Pistenraupe und den Motorschlitten. Aber der Aufwand, der für eine Saison betrieben werden muss, ist schon beträchtlich. Seile müssen gespannt werden, die Griffe montiert. Und auch die Absperrung des Geländes ist nötig“, sagt Koch.

Wenn Schnee liegt, freut sich auch Marius Kappes. Er ist Vorsitzender des heimischen Skiklubs. Wie wichtig die Anlage in Hardenberg für ihn und seinen Verein ist, daraus macht Kappes keinen Hehl: „Wenn es möglich ist, bieten wir dort Ski-Unterricht an. An einem Tag kommen dann durchaus 30 bis 35 Kinder. Den Nachwuchs hier am Ort an das Skifahren heranzuführen, diese Möglichkeit haben wir in Hardenberg. Und das ist sehr wichtig für uns. Die teilnehmenden Kinder kamen in der Vergangenheit übrigens auch nicht nur aus Meinerzhagen, sondern viele auch aus dem Raum Lüdenscheid.“ 

Gute Bedingungen für Anfänger

Marius Kappes weiß aus Gesprächen, dass Aufgeben für die Betreibergemeinschaft des Liftes in Hardenberg kein Thema ist: „Die Verantwortlichen machen das auch nicht um Geld zu verdienen, sondern weil sie Spaß daran haben. In Hardenberg profitieren sie von uns und wir auch von ihnen“, stellt Kappes fest. Der Skiklub bringt Kunden auf die Piste, der Verein selbst freut sich über eine attraktive Liftanlage. 

Nach Schließung des Skiliftes in der Hahnenbecke bereits vor einigen Jahren bietet die Hardenberger Anlage inzwischen die einzige Möglichkeit, auf Meinerzhagener Stadtgebiet alpin Ski zu fahren. „Hier finden gerade Anfänger sehr gute Bedingungen vor“, freut sich Marius Kappes. Alternativen gibt es im näheren Umkreis nur wenige. „Das Skigebiet Olpe-Fahlenscheid zum Beispiel. Das liegt höher und verfügt auch über Schneekanonen. Die würden sich hier in Hardenberg natürlich gar nicht lohnen. Aber nach Olpe muss man halt eine weitere Anfahrt in Kauf nehmen“, sagt Kappes. 

Dass der Klimawandel den Liftbetrieb in Meinerzhagen einmal ganz unmöglich machen wird, daran mag der Vorsitzende des Skiklubs Meinerzhagen gar nicht denken: „Fakt ist jedenfalls, dass wir bereit sind, wenn Schnee fällt.“

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