Anzeige gegen unbekannt

Besucher fassungslos: Zahlreiche Gräber verwüstet

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Sabine Hardenacke von der katholischen Friedhofsverwaltung traute ihren Augen nicht, als sie die Beschädigungen entdeckte.

Meinerzhagen - Ob beschmierte Wände oder zerschlagene Glasflaschen: Der Ärger ist bei den betroffenen Besitzern von Grund und Boden stets groß. Doch es gibt Sachbeschädigungen, die machen sprachlos – so wie jene, die sich in den vergangenen Tagen auf dem katholischen Friedhof an der Gerichtstraße ereignet hat.

Sabine Hardenacke hat in den fast 20 Jahren ihrer Arbeit für die Friedhofsverwaltung schon vieles erlebt. „Diebstähle von Blumen gab es immer mal wieder, aber nicht häufig. So etwas wie jetzt habe ich in den letzten 20 Jahren noch nicht erlebt“, sagt die Meinerzhagenerin. 

Sie weiß, dass Vorfälle an Gräbern jedweder Art nicht nur sie betroffen machen. „Die Hinterbliebenen sind natürlich geschockt, wenn sie zum Grab kommen und sehen, dass etwas nicht in Ordnung ist.“ Und so muss Hardenacke auch jetzt wieder zum Telefonhörer greifen, um die Betroffenen schonend auf das vorzubereiten, was ihnen beim nächsten Besuch auf dem Friedhof bevorsteht. Eine böse Überraschung. 

Allein auf dem katholischen Friedhof sind mindestens acht Gräber verschmutzt oder beschädigt worden, auf dem evangelischen sind es mindestens vier, wie Friedhofsgärtner Christian Jäckel berichtet. Er hat gemeinsam mit Sabine Hardenacke am Montag das ganze Ausmaß der Beschädigungen entdeckt und die Polizei verständigt. 

Anzeige erstattet

„Wir haben Anzeige gegen unbekannt erstattet und wissen, dass die Chancen, den oder die Täter zu erwischen, nicht sonderlich groß sind. Aber untätig können und wollen wir nicht bleiben. So etwas muss geahndet werden“, sagt Sabine Hardenacke. 

Das Bild, das manch ein Grab gestern abgab, macht auch Außenstehende sprachlos: Grabschmuck wurde entfernt und achtlos in die Wiese geworfen, Glasgefäße zerschmettert, Kerzen wurden achtlos umgekippt, sodass sich das flüssige Wachs auf den Grabplatten verteilte. „Und das ist gar nicht so einfach zu reinigen“, weiß Sabine Hardenacke nach dem Telefonat mit einem Steinmetz. „Der Wachs zieht in die Platten ein und muss aufwendig gereinigt werden. Man sollte auf keinen Fall einen Ceran-Schaber nehmen.“ 

Hoffnung auf Zeugen

Mit der Veröffentlichung dieser Schäden hoffen sie und Christian Jäckel auch, die Friedhofsbesucher zu sensibilisieren – und eventuell wichtige Hinweise zu den Tätern zu erhalten. „Vielleicht hat ja jemand am vergangenen Wochenende etwas gesehen, dem er erst keine Bedeutung beigemessen hat“, sagt die Friedhofsverwalterin.

Am Freitag sei ihr beim Gang über die Anlage jedenfalls noch keine Verunreinigung aufgefallen, „und eine weitere Besucherin erklärte, dass sie auch am Sonntagnachmittag nichts festgestellt hätte“. So wird vermutet, dass die Unbekannten wohl im Laufe des Sonntagabends ihrem zerstörerischen Instinkt gefolgt sind. Dass ihnen allerdings jene Strafe droht, die eine Friedhofsbesucherin gestern empört forderte, ist unwahrscheinlich: „Denen sollten die Hände abfaulen!“

Hinweise nimmt die Polizei unter Tel. 0 23 54/9 19 90 entgegen.

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