Fundbüro

Drohne verloren? Hier könnte sie liegen

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Hofft immer auf Abholer: Gundula Klotz vom Bürgerbüro weiß um die Not vieler Meinerzhagener, die Dinge verlieren.

Meinerzhagen - Mal lustig, mal tragisch: Wenn ehrliche Finder Fundstücke im Bürgerbüro abgeben, ist manchmal Kurioses dabei. Verwaltungsmitarbeiterin Gundula Klotz ist mit ihren Kolleginnen manchmal die Rettung, wenn Schlüssel, Portemonnaies oder sonstige Wertsachen vermisst werden. Ein Besuch im Fundbüro.

Ein echter Dauerbrenner ist die Sache mit dem Gebiss. Ja, auch die „Dritten“ wurden bereits im Fundbüro abgegeben. Gefunden beim Meinerzhagener Schützenfest, deponiert im Fundbüro – und schließlich vom rechtmäßigen Besitzer abgeholt. 

An solche Fundstücke erinnert sich Gundula Klotz sofort, wenn sie auf ihre Arbeit für das Fundbüro zurückblickt. Der Großteil der Fundstücke sind jedoch weitaus unspektakulärer. „Schlüssel und Brillen werden am häufigsten abgegeben“, weiß Klotz. Und auch Regenschirme gehören immer wieder einmal zum Fundus – wenngleich sie das gleiche Schicksal ereilt wie die meisten Sehhilfen: „Sie werden selten von ihren Besitzern abgeholt“, sagt Gundula Klotz. Anders sieht das bei Schlüsseln aus: „Die sind einfach zu wertvoll, als dass sie nicht jemand versucht, bei uns zu finden. Das kann ja insbesondere bei Autoschlüsseln richtig teuer werden, wenn man sie nachmachen lässt.“

Dennoch befindet sich auch derzeit etwa der Schlüssel zu einem BMW in der Liste der Fundstücke. Und er wartet ebenso auf seinen Besitzer wie eine Sporttasche oder eine Wintermütze. 

Drohne im Wahrwald gefunden

Besonders kurios: der Fund einer Drohne im Wahrwald am 16. Februar oder von Nordic-Walking-Stöcken, die am 20. Mai am Wanderparkplatz Stoltenberg gefunden wurden. „Da fragt man sich schon, ob die nicht irgendwer vermissen müsste“, wundert sich Gundula Klotz über die Vergesslichkeit oder Gleichgültigkeit mancher Besitzer. 

Doch manchmal findet die Reise übers Fundbüro für manch einen Gegenstand auch ein gutes Ende. „Bei Sporttaschen etwa kann ich Eltern nur empfehlen, die Namen und Anschrift ihrer Kinder hineinzuschreiben. So haben wir schon manches Fundstück dem richtigen Besitzer schnell zuordnen können.“ 

Und die Erleichterung sei dann groß: Nicht die Tasche, sondern der Inhalt sei mitunter von großem Wert – ob materiell oder auch ideell. „In Portemonnaies kann es das Foto sein, das man auf einmal vermisst – oder aber auch die Abholzettel von der Reinigung. An so einem Verlust hängt manchmal viel mehr dran“, sagt die Verwaltungsangestellte. 

Sechs Monate wird aufbewahrt

Insgesamt sechs Monate werden die Fundstücke im Bürgerbüro gelagert. „Dann kann der Finder das jeweilige Objekt bekommen“, erklärt Gundula Klotz. Dass der häufig abwinkt, ist verständlich. Schließlich wird auch jede Menge „Schrott“ angeliefert. Gundula Klotz: „Es könnte in einigen Fällen auch einfach so sein, dass Dinge irgendwo am Straßenrand entsorgt werden. Andere sehen die Objekte, nehmen sie mit und bringen sie zu uns.“ 

Echte Werte seien ihr im Fundbüro bislang noch nicht untergekommen, sagt Klotz. Und doch hat die Stadt auch schon einmal Fundstücke versteigert. „Das lohnt sich aber erst, wenn wir einige etwas lohnendere Dinge beisammen haben.“ Fahrräder würden etwa dazuzählen – von denen gibt es derzeit aber nur ein Exemplar im Rathaus. 

Ein Rad der Marke Pegasus, gefunden am 1. März in Valbert. Alles nachzulesen in der Online-Fundstückliste der Stadt, auf der die Nutzer aber auf eines verzichten müssen: Fotos. Denn: Nur der wahre Besitzer weiß, wie sein Fahrrad genau aussieht. „Veröffentlichte Fotos würden uns die Prüfung des rechtmäßigen Besitzers erschweren“, sagt Klotz.

Hier geht´s zu allen Fundstücken in Meinerzhagen.

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