Edelkrebse entwickeln sich in der Fürwigge prächtig

Martina Nowak vom Edelkrebs-Projekt NRW und Markus Kühlmann vom Ruhrverband entließen am 26. Oktober 2017 exakt 2000 Edelkrebse in die Fürwigge. 

Meinerzhagen - Edelkrebse fressen organisches Material – auch in Talsperren. Die Tierchen erfüllen deshalb eine wichtige Aufgabe im Ökosystem. Forellen hingegen lassen sich die Edelkrebse schmecken. Einfach so, weil sie eben zu ihrem Beutespektrum gehören.

Dass dieser Überlebenskampf in der Fürwigge für die gepanzerten Grundbewohner bis jetzt gut ausgeht, ist erfreulich. Das konstatierte jetzt auch der Ruhrverband als Talsperren-Betreiber.

Rückblick: Ende Oktober vergangenen Jahres wurden im Rahmen des „Edelkrebs-Projektes NRW“ 2000 Exemplare in das heimische Gewässer eingesetzt. Wie diese Aktion ausgehen würde, konnte damals niemand sagen. Doch jetzt zieht der Ruhrverband ein äußerst positives Fazit: „Die Wiederansiedlungsmaßnahme an der Fürwiggetalsperre verläuft vielversprechend.“

In dem nach Ansicht von Fachleuten besonders geeigneten Biotop sollten die Jungtiere in der Talsperre eine neue, gesunde Population gründen. „Dies scheint gelungen zu sein, denn im August wurde in Zusammenarbeit mit Volker Knipp vom Naturschutzzentrum Märkischer Kreis eine erste Kontrolle der Wiederansiedlungsmaßnahme durchgeführt – und das mit vollem Erfolg. Es konnten insgesamt rund 40 erwachsene Edelkrebse an verschiedenen Stellen der Talsperre nachgewiesen werden.

Von dieser Maßnahme profitiert auch das Gewässer selbst – die Krebse verzehren von Laub bis zu toten Fischen so ziemlich alles an organischem Material und fungieren dadurch als eine Art „Gesundheitspolizei“, wird bilanziert.

Zum Hintergrund informiert der Ruhrverband: „Die beiden heimischen Flusskrebsarten in Nordrhein-Westfalen, der Steinkrebs und der Edelkrebs, sind vom Aussterben bedroht, weil sie gegen die sogenannte ,Krebspest’ nicht resistent sind. Dieser tödliche, pilzähnliche Erreger wurde von den eingeschleppten Amerikanischen Flusskrebsen mitgebracht und dezimierte die heimischen Arten bedrohlich. Auch in den nächsten Jahren soll der Erfolg der Wiederansiedlungsmaßnahme durch regelmäßige Zählungen überprüft werden.“ 

Nicht nur Forellen könnten den Edelkrebs-Bestand übrigens gefährden. Die Tiere sind wehrlos gegen organische und chemische Verschmutzung des Wassers. Besonders Insektizide setzen ihnen zu. Im Oktober 2017 waren alle Experten allerdings optimistisch, dass die Tiere in der heimischen Talsperre auch in dieser Hinsicht beste Lebensbedingungen vorfinden: „Die Wasserqualität der Fürwigge ist ausgezeichnet“, hieß es damals. Das scheint sich also inzwischen auch durch das Wiederansiedlungs-Projekt bestätigt zu haben. „Sinn der Besatzmaßnahme ist die Vergrößerung der Population. Die Krebse finden in der Fürwigge offensichtlich optimale Bedingungen vor und einen großen Lebensraum, sodass es in Zukunft möglich sein könnte, Tiere aus der Fürwigge zu entnehmen und anderswo wieder anzusiedeln“, hieß es.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare zu diesem Artikel