Angeklagter erscheint nicht

Berufung nach übler Schlägerei mit Trümmerbruch im "Kaktus"

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Die Berufungsverhandlung fand vor dem Landgericht statt.

Meinerzhagen - Übel zugerichtet verbrachte ein 21-jähriger Meinerzhagener die Tage vom 3. bis zum 7. Dezember 2016 im Kreisklinikum in Lüdenscheid: Chirurgen und Augenärzte mussten Trümmerbrüche der rechten Augenhöhle und eine komplexe Mittelgesichtsfraktur richten.

Mit Schraubverbindungen wurde der Knochen rund um das Auge stabilisiert. Sein ebenfalls angeschlagenes Auge erholte sich von einem Netzhautödem. 

Drei Angeklagte mussten sich im November 2017 im Amtsgericht Lüdenscheid wegen gemeinschaftlicher schwerer Körperverletzung verantworten. Ihnen wurden die Übergriffe auf den jungen Mann, der mit anderen Gästen den 18. Geburtstag der Gastgeberin im „Kaktus“ feierte, zur Last gelegt. 

Auskünfte der Zeugen halfen nicht weiter

Von den erheblichen Vorwürfen blieb nach der Beweisaufnahme nicht viel übrig: Zwei der drei Angeklagten wurden vom Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung freigesprochen. Lediglich einen damals 26-jährigen Angeklagten erkannte das Opfer als jenen Mann wieder, der ihm mit einem ersten Schlag eine blutende Nase verpasst hatte. Ansonsten blieb – auch bedingt durch die Deckung des Opfers – im Dunkeln, ob möglicherweise noch andere Gäste an der Schlägerei beteiligt waren.

Auch die Auskünfte der anderen Zeugen halfen in dieser Frage nicht weiter. Sie erinnerten sich lediglich an den sexistischen Auftritt eines der Mitangeklagten, der dafür eine Geldstrafe von 2700 Euro kassierte. Der zweite Mitangeklagte wurde wegen Sachbeschädigung zu einer Geldstrafe von 600 Euro verurteilt. Er hatte sich vor allem der Einrichtung der Kneipe gewidmet und einiges zerlegt.

Angeklagter erscheint nicht

Der 26-jährige Angeklagte wurde lediglich wegen einer „einfachen“ Körperverletzung zu einer Haftstrafe von drei Monaten verurteilt. Schon im Amtsgericht Lüdenscheid bestritt er auch diese Tat und ging mit Unterstützung seines Rechtsanwaltes Andreas Trode in Berufung. 

Im Landgericht verpasste der Angeklagte jedoch die Chance, das brutale Geschehen weiter aufzuklären oder Zeugen zu benennen, die ihm vom Vorwurf, den ersten Schlag gesetzt zu haben, hätten entlasten können. Er kam nicht zum Termin. So blieben Verteidiger und Staatsanwältin, der Vorsitzende Richter Dieter Krause, zwei Schöffen sowie der Geschädigte und sein Anwalt unter sich.

Gemäß den Regeln der Strafprozessordnung verwarfen die Richter die Berufung. Eine erneute Verhandlung gäbe es nur, wenn der Angeklagte sehr gute Gründe hatte, nicht im Landgericht zu erscheinen.

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