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Wenn Ellenbogenhaut nicht nur am Ellenbogen zu finden ist

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Von: Dominic Rieder

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Bernd Stelter gastierte mit seinem Programm „Hurra! Ab Montag ist wieder Wochenende“ auf Einladung des KuK-Vereins in der Meinerzhagener Stadthalle
Bernd Stelter gastierte mit seinem Programm „Hurra! Ab Montag ist wieder Wochenende“ auf Einladung des KuK-Vereins in der Meinerzhagener Stadthalle. © Rieder, Dominic

Am Ende von gut zwei Stunden, die vergangenen waren, als wäre es nicht mal die Hälfte gewesen, gab das Publikum in der Meinerzhagener Stadthalle „Standing Ovations“. Der Musiker, Komiker und Autor Bernd Stelter hat die rund 300 Besucherinnen und Besucher mit seinem Programm „Hurra! Ab Montag ist wieder Wochenende“ vollauf begeistert.

Meinerzhagen - Mit einer überaus stimmigen und vielseitigen Mischung aus Humorvollem und Nachdenklich-Besinnlichem überzeugte der Bühnenkünstler. Seinen Zuhörerinnen und Zuhörern legte der 61-Jährige dabei besonders einen Rat im oftmals so hektischen Alltag ans Herz: „Wenn das Schöne passiert: stehen bleiben und gucken“ – und nannte als Beispiel, wie der begnadete und berühmte US-amerikanische Violinist Joshua Bell vor 15 Jahren in einer U-Bahn-Station klassische Musik darbot. Joshua Bell spielte dort inkognito eine Dreiviertelstunde lang –was von nahezu sämtlichen Passantinnen und Passanten nicht wahrgenommen wurde.

Doch auch für jede Menge Lacher im Saal sorgte Bernd Stelter am Freitagabend. So unter anderem in seiner Rolle als Landwirt aus einem kleinen Dorf im tiefsten Sauerland: „Halloween hat sich bei uns nicht durchgesetzt. Du kannst einen Grünkohl nicht aushöhlen.“

Die Geschichte von der Ellenbogenhaut

Und mit wie viel Humor sich das Älterwerden nehmen lässt, zeigte der Künstler mit einem Abschnitt über Ellenbogenhaut, den er aus seinem Buch „Wer älter wird, braucht Spaß am Leben“ vorlas: Wenn er in den Spiegel schaue, sehe er mittlerweile „Ellenbogenhaut an Stellen, wo definitiv kein Ellenbogen ist“.

Nicht minder fesselten die nachdenklichen Momente des Abends die Zuhörer: Besonders eindrucksvoll war dabei Stelters Plädoyer für Freundlichkeit, Aufrichtigkeit und Miteinander statt Rücksichtslosigkeit, Mobbing und Gegeneinander, das er mit den Worten „Ich möchte ein optimistischer Mensch sein“ begann und auch abschloss.

Und so vielfältig wie die Wortvorträge des Bühnenkünstlers war auch seine Musik: Die Bandbreite reichte unter anderem von dem besinnlichen Lied „Das Gute“, das Heinz Rudolf Kunze für ihn geschrieben hat, über Stelters selbst geschriebenes Shanty „Setz die Segel, Kapitän“ bis hin zu seinem großen Stimmungs- und Karnevalshit „Ich hab drei Haare auf der Brust“.

Letzteren bot Stelter als Zugabe und nahm im Anschluss als Präsent des KuK-Vereins von dessen 1. Vorsitzenden Karl-Heinz Kraus und als Erinnerung an sein Gastspiel im oberen Volmetal Rönsahler Bier entgegen. Dann wurde es zum Abschluss noch mal ganz still im Saal, als Stelter die Ballade „Der Clown“ darbot, ehe er mit stehenden Ovationen verabschiedet wurde.

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