„Wilder Westen“ auf der Bergstraße führt zur Sperrung

Nach vier schweren Sachbeschädigungen reagierte die Stadt mit einer massiven Sperrmaßnahme. - Foto: vom Hofe

MEINERZHAGEN -  Die Bergstraße bleibt nach Auskunft von Fachbereichsleiter Jürgen Tischbiereck für mindestens drei Monate gesperrt.

Von Horst vom Hofe

Aktuell sorgen massive Absperrmaßnahmen dafür, dass die gerade erst neu ausgebaute und mit einem seitlichen Gehweg ausgestattete Gemeindestraße nicht weiter verbotswidrig auch von Schwerlastfahrzeugen genutzt wird. In der Zwischenzeit soll über weitere Möglichkeiten der Verkehrssicherung nachgedacht und entschieden werden.

Markus Schade, der als Projektleiter der Stadt die Baumaßnahme begleitet hat, spricht nach den neuerlichen Vorkommnissen von „Verhältnissen wie im wilden Westen“. Die Krone setzte am Donnerstag allem ein Verkehrsteilnehmer auf, der sich weder an den Absperrschildern noch an den jetzt auf der Fahrbahn platzierten schweren Findlingssteinen störte. Er fuhr von oben kommend zunächst in die Einfahrt zur Jugendherberge, benutzte dann seitlich Böschung und Gehweg, um dahinter wieder auf die Straße zu gelangen und die Fahrt talwärts fortzusetzen. Auch die beiden in Höhe der ehemaligen Gaststätte „Zum Stadion“ auf der Fahrbahn stehenden Steine wurden nochmals unter Benutzung von Gehweg, Seitenstreifen und Böschung umfahren.

Danach wurden als weitere Maßnahme an beiden Stellen auch noch massive Felsensteine auf den Gehweg gesetzt, um damit auch diese letzte Möglichkeit des Umfahrens zu unterbinden.

Nach der Wiedereröffnung der Bergstraße vor wenigen Wochen hatte es innerhalb von nur zehn Tagen vier zum Teil massive Unfallschäden an der Straße gegeben. So wurden die Höhenbegrenzungsschranken demoliert, Kopfstücke der Leitplanken beschädigt und der Seitenstreifen mehrfach umgepflügt. Nur in einem Fall, aber immerhin in dem, bei dem die massivsten Beschädigungen angerichtet wurden, gelang es, den Verursacher zu ermitteln. Er kann nun für den Schaden haftbar gemacht werden, hat außerdem ein Strafverfahren wegen Unfallflucht nach Sachbeschädigung zu erwarten.

Fachbereichsleiter Jürgen Tischbiereck will gleichwohl noch nicht endgültig aufgeben und sich damit abfinden, dass die Bergstraße künftig womöglich nur noch von Fußgängern und eventuell noch Radfahrern genutzt werden könnte. Es werden verschiedene weitere Maßnahmen geprüft, wie man den Wildwuchs auf der Bergstraße doch noch wirksam in den Griff bekommen könnte. So ist als eine Möglichkeit der Abschreckung und auch der Ermittlung von Verursachern von Schäden die Installation einer Videoüberwachung im Gespräch. Gedacht wird auch an beleuchtete und zur Warnung blinkende Verkehrsschilder, die auf die Sperrung der Straße für schwere Fahrzeuge aufmerksam machen könnten.

Schließlich will sich die Stadt darum bemühen, dass die Straße aus den Routen-Programmen für Navigationsgeräte herausgenommen wird. Beobachtet werden kann zurzeit jedenfalls, dass die neue Südumgehung offenbar noch längst nicht von allen Navigationsgeräten erkannt wird, stattdessen der Fernverkehr Richtung Autobahn über die vermeintlich kürzeste Verbindung und dann eben auch über die Bergstraße geleitet wird.

Das allerdings ist nur ein Teil der Ursache für die unhaltbaren Zustände. Es ist ebenfalls immer wieder zu beobachten, dass durchaus auch Verkehrsteilnehmer mit Transportern und anderen größeren Fahrzeugen trotz oder gerade auch wegen genauer Ortskenntnis den Weg über die Bergstraße nehmen. So oder so – „da haben wir nach wie vor ein gehöriges Problem vor der Brust, das wir aber lösen wollen und lösen werden“, so der Fachbereichsleiter, der gleichwohl auch noch einmal Folgendes unterstreicht: „Der Ausbau der Straße war insbesondere wichtig für die Sicherung des Wegs für Fußgänger und hier insbesondere die vielen Schulkinder sowie auch für Radfahrer. Diese Ziele haben wir jedenfalls erreicht.“

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