Karsten Binczyk gibt Doku über Bergwerke heraus

Karsten Binczyk mit seinem Werk. Diesmal geht es um Meinerzhagen und Valbert. - Foto: Rudewig

Valbert - Als Karl Turk (†) aus Valbert seine Ausbildung zum Lehrer beendet hatte, fand er keine Anstellung. 1923 begann er dann als Bergarbeiter in der Grube Constantin, arbeitete in einem sechs Meter tiefen Schacht.

„Dort mussten Löcher gebohrt werden für Dynamitstangen. Wenn die später explodiert waren, musste Turk hinunter steigen und das Gestein bergen. Dabei ist er mal auf eine nicht abgesprengte Dynamitstange gestoßen. Das hat ihn geprägt. Danach ist er nie wieder eingefahren“, erzählt Karsten Binczyk. Turk nahm seinen ursprünglich gewählten Lehrerberuf auf, starb 1995, und die Geschichte um die nicht detonierte Dynamitstange fand ihren Weg in einen neuen Bücherband, den Karsten Binczyk in diesen Tagen veröffentlichte.

200 Exemplare hat er drucken lassen. Sie tragen den Titel „Beiträge zur Geschichte des Bergbaus im Märkischen Kreis – Der Bergbau in Meinerzhagen-Valbert“. Binczyk ist Mitglied im Arbeitskreis „Bergbau im Sauerland“ und hat seit Anfang 2000 schon 14 dieser Dokumentationen herausgegeben. Diesmal widmet er sich dem Grenzbereich zum Bergischen, wo Freiherr Caspar von Nage Anfang des 18. Jahrhunderts Bergbau betrieb. 2005 wollte die Stadt Meinerzhagen in dem betroffenen Bereich ein Gewerbegebiet errichten. Bei der Untersuchung der Bodenbeschaffenheit stieß man auf Stollen – nicht gefährlich fürs Gewerbegebiet, aber interessant genug für Binczyk, seine bereits begonnenen Forschungen in diesem Bereich weiter zu führen: „Seit 1759 lag das still. Zwischenzeitlich hat sich dann mal eine Folgebergwerkgesellschaft versucht, hat aber aufgegeben, weil’s nicht ertragreich genug war“, so Binczyk im Gespräch. Die Geschichte dieses Bergbaus unter Tage und auch oberirdisch ist der eine Teil der Dokumentation, der andere bezieht sich auf die Eisensteinbergwerke bei Wickeschliede-Valbert und die Bergwerke Constantin III und V.

Wie jedes seiner Hefte ist auch das neue mit vielen Fotografien versehen, auf denen beispielsweise die Überreste der Eisenindustrie zu sehen ist oder auch alte Fotografien wie die des Mundlochs eines Grundstollens oder die des Stollengangs Berg einwärts, der dort eine Höhe von 2,80 Meter hat. Karten und Aufnahmen der oberirdischen Weiterverarbeitung ergänzen den Spaziergang durch die Vergangenheit. Das 35-seitige Heft ist im Antiquariat Melzer am Sauerfeld oder beim Bilderprofi an der Friedrichstraße zu haben oder auch unter bei Karsten Binczyk selbst an der Glatzer Straße 68 und unter kbinczyk@aol.com. Es kostet 8 Euro. - rudi

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