Internationaler Bund zieht sich aus Meinerzhagen zurück

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In Meinerzhagen bietet der Internationale Bund einmal in der Woche am Dienstag von 9 bis 12 Uhr im Alten Rathaus an der Oststraße Beratungen seines Jugend-Migrationsdienstes an.

MEINERZHAGEN -  Der Internationale Bund (IB) wird sich aus Meinerzhagen zurückziehen. Die Organisation mit Hauptsitz in Frankfurt am Main ist einer der großen Anbieter der Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit in Deutschland.

Von Jürgen Beil

In Meinerzhagen bietet der IB einmal in der Woche am Dienstag von 9 bis 12 Uhr im Alten Rathaus an der Oststraße Beratungen seines Jugend-Migrationsdienstes an. Zuständig dafür ist die Mitarbeiterin Magdalena Maciejewska.

Ab dem „Spätjahr 2014“ wird die Organisation ihre Leistungen in der Volmestadt nicht mehr anbieten. Dieser Rückzug fällt zusammen mit dem „Aus“ auch für den Standort Lüdenscheid, der zur selben Zeit vollzogen werden soll. „Bis dahin bleibt aber erst einmal alles so wie es momentan ist“, erläuterte Dr. Klaus Striedter, IB-Programm-Geschäftsführer im Gespräch mit der MZ. Dr. Striedter hatte im September bei einer Sitzung des Lüdenscheider Jugendhilfeausschusses Stellung zu dem Rückzug genommen und klar betont: „Wir werden im Spätjahr 2014 unsere wirtschaftlichen Aktivitäten im Märkischen Kreis einstellen.“

Die Entscheidung fiel Anfang September bei einer Vorstandssitzung des Vereins in Frankfurt am Main. Mehr als 11 000 Beschäftigte unterstützen nach IB-Angaben derzeit in 700 Einrichtungen an 300 Orten jährlich mehr als 350 000 Jugendliche und Erwachsene. Unter anderem das Auslaufen öffentlicher Maßnahmen – etwa das Förderprogramm „2. Chance“ – und das Versiegen staatlicher Mittel für Jugendsozialarbeit habe den Vorstand bewogen, sich unter dem Namen „Zukunftsprojekt II“ neu aufzustellen, sagte Striedter. Der IB ist seit 35 Jahren in Lüdenscheid aktiv. Bis zu acht hauptamtliche Mitarbeiter und weitere externe Kräfte leisten in der Einrichtung an der Sedanstraße und in der Freizeitstätte „Knast“ am Buckesfeld Sozial- und Migrationsarbeit für Jugendliche.

In Meinerzhagen könne man hingegen nicht von einem eigenen Standort sprechen, weil hier keine Infrastruktur vorgehalten werde. „Die Räumlichkeiten werden uns von der Stadt zur Verfügung gestellt. Im Bereich des Jugend-Migrationsdienstes gab es in der Vergangenheit außerdem öfter einen Standortwechsel. Vor Meinerzhagen war dieses Angebot beispielsweise in Altena und Werdohl angesiedelt. Wir haben uns dabei immer danach gerichtet, wo wir für unser Klientel gut erreichbar sind.“

Die Entscheidung sei „blutenden Herzens“ gefallen. Dass das Angebot ganz wegfällt, glaubt Dr. Striedter übrigens nicht: „Jetzt wird ein anderer Träger diese Aufgaben übernehmen – und ich bin mir ziemlich sicher, dass eine Organisation gefunden wird.“

Das eigene Angebotsspektrum beschreibt der IB so: „Der Internationale Bund wendet sich mit seinen Leistungen besonders an junge Menschen. Durch das Engagement des IB in der Jugendhilfe, in den beruflichen Eingliederungshilfen, in der sozialen Arbeit und den IB-Schulen haben Jugendliche viele Entwicklungs- und Bildungschancen. Zahlreiche Angebote wenden sich an Jugendliche in besonderen Lebenslagen. Ihr Ziel ist es, sie bei deren sozialer, schulischer und beruflicher Entwicklung zu unterstützen und so ihre Chancen beim Übergang in das Erwachsenenalter zu verbessern. Jungen Menschen mit Migrationshintergrund bietet der IB gezielt Unterstützung bei ihrer schulischen, beruflichen und sozialen Integration.“

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