Big Band der Bundeswehr begeistert Publikum

Die Big Band der Bundeswehr begeisterte beim Benefizkonzert in der Stadthalle Meinerzhagen.

MEINERZHAGEN ▪ Dass diese Band als einer der größten musikalischen Showacts Europas gilt, wagt aus Meinerzhagen seit Dienstagabend niemand mehr zu bezweifeln. Die Big Band der Bundeswehr gastierte auf Einladung des Rotary Clubs Meinerzhagen in der Stadthalle und begeisterte mit einem Musikevent der Extraklasse rund 700 Gäste.

In Professionalität kaum zu überbieten, spannten die Musiker der Big Band während des zweistündigen Konzerts einen Bogen über die große, vielfältige Musikgeschichte des Jazz und sprengten dabei auch die Grenzen der üblichen Big Band-Sounds. Sie beherrschten wahrlich jedes epochale Musikgeschehnis des 20. und 21. Jahrhunderts, angefangen bei den beschwingten Klängen der 30er- und 40er-Jahre, bis hin zu Rockgrößen wie Status Quo, Bon Jovi und Queen. Eine Vielfalt, die Menschen verbindet und durch Kraft und Ausdruck zu überzeugen weiß.

Bereits nach einem kraftvollen Auftakt, der durch lichttechnische Raffinessen den wahren Showcharakter des Ensembles unterstrich, richteten die Berufsmusiker der Bundeswehr eine Hommage an den 1980 verstorbenen Komponisten Bert Kaempfert. Beschwingt und federleicht präsentierten sie vier der größten Songs des bedeutenden Musikers der Nachkriegszeit, darunter „Remember when“ und „Swinging Safari“.

André Cimiotti, Saxophonist, begeisterte das Publikum zudem mit seinen kompositorischen Fähigkeiten. Mit der Ballade „Breath of Home“, aus Cimiottis Feder stammend, überzeugte der Musiker auf dem Altsaxophon.

Die Big Band der Bundeswehr, seit September diesen Jahres unter der Leitung von Oberstleutnant Christian Weiper, ist im In- und Ausland das ganze Jahr in Konzerthallen bei Benefiz- und Showveranstaltungen unterwegs. Zu den Auftritten zählten in diesem Jahr auch 19 Live-Sendungen des ZDF-Fernsehgartens. Bei einem dieser Auftritte trafen sie auf den Musikproduzenten Albert Hammond. „Eine Begenung, die uns im Gedächtnis blieb. Der gemeinsame Auftritt war inspirierend“, so Weiper. Ralf Winter, eigentlich Drummer der Band, spielte zu dem Hammond-Klassiker „It never rains in Southern California“ auch seine stimmlichen Talente voll aus.

Die gesamte Klangfarbe des 21-köpfigen Orchesters eröffnete sich dem Publikum bei dem dreisätzigen Werk „Andalusian Dreams“. Spanische Lebensfreude donnerten die Posaunen bei einer Schlachtruf anmutenden Komposition entgegen. Die Gitarre aber pflegte mit „Hijo de la loona“ dann eher die leisen Töne.

Die beiden Schlagzeuger Thomas Lieven und Ralph Winter lieferten sich in einem Arrangement zu der Titelmusik der Krimiserie „The streets of San Francisco“ aus den 70er Jahren ein Drummer-Duell, was tösender und energiegeladener nicht hätte sein können. Der Körper vibrierte, der Kopf kreiste, die Begeisterung beim Publikum war perfekt.

Was natürlich nicht fehlen durfte, waren die unvergessenen Jazz-Sounds der Glenn-Miller-Band aus den 30er und 40er Jahren. „Das ist Musik, die Sie von einer Big Band erwarten und natürlich werden wir Ihnen diesen Großmeister nicht vorenthalten“, so Weiper und versprach somit natürlich nicht zu viel. Klassiker, wie „In the Mood“ lösten beim Publikum Szenenapplaus für die Solisten aus.

Ein Crossover, von den 30er zu den 80er und 90er- Jahren des letzten Jahrhunderts, holte schließlich den Rock auf die Bühne. Ralph Winter, abermals am Mikrophon, schmetterte Klassiker von „Summer of 69“ bis hin zu „It’s my life“ und „We are the champions“. Die Stadthalle tobte, begeistert von dem Repertoire, der Kraft und der Freude, mit der die Musiker dieses Konzert begingen.

Die Instrumentalversion des John-Miles-Songs „Music was my first love“ bildete dann einen krönenden Abschluss eines aufregenden Abends. „Dieses Lied ist die größte Liebeserklärung, die man der Musik machen kann“, schwärmte der 47-jährige Dirigent.

Und auch der Gastgeber des Abends, der Rotary Club,war von dem Konzert der Big Band überaus begeistert: „Was für ein toller Abend, was für ein grandioses Konzert“, bedankte sich Präsident Roland Krebs bei Christian Weiper.

Der Reinerlös der Veranstaltung geht an das rotarische Projekt „Jugend fördern – Zukunft fördern“.

„Das soziale Engagement der Rotarier verdient großen Respekt“, lobte zudem Bürgermeister Erhard Pierlings.

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