Bekommt Güntenbecke einen Bahnübergang?

Die Situation am Bahnübergang Güntenbecke muss bis zur Wiederaufnahme des Schienenverkehrs 2013 geklärt werden.

MEINERZHAGEN ▪ Der Vertreter der DB Netz ließ keinen Zweifel aufkommen: „Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2013 wird die Regionalbahn auf der Strecke von Marienheide bis Meinerzhagen rollen – ob mit oder ohne gesichertem Bahnübergang in Güntenbecke!“

Im Ausschuss für Planung, Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt ging es am Dienstag über die Planungen zum Umbau der zurzeit gleich zwei unbeschrankten Bahnübergänge in der Ortslage Güntenbecke im Zuge der Gemeindestraße nach Genkel.

Damit, wie vorgesehen, die Personenzüge auf der zurzeit noch still liegenden Strecke mit Tempo 80 verkehren können, muss es Veränderungen an den Bahnübergängen geben. Wie die aussehen sollen, darüber gibt es aktuell noch keinen Konsens zwischen der Stadt, der Bahn und den Anliegern. Zur Diskussion stehen vier Planungsvarianten, die teuerste davon mit rund 1,1 Millionen Euro veranschlagt, die preiswerteste mit rund 600 000 Euro.

Klar ist nur eines: Die Gemeindestraße nach Genkel soll auf die andere Gleisseite verlegt werden, so dass der Verkehr dann nicht mehr die Bahnstrecke kreuzen muss. Wie die Ortschaft Güntenbecke angebunden bleibt, dazu gibt es indes mehrere Lösungsmöglichkeiten.

Die beiden ersten Varianten sehen jeweils nur noch einen, dann mit Schranken gesicherten Bahnübergang im vorderen (südlichen) Bereich in unterschiedlicher Fahrbahnbreite vor.

Variante 3 wäre die kostengünstigste Lösung und sieht den Fortfall beider Übergänge vor. In Höhe des bisherigen zweiten (nördlichen) Bahnübergangs würde für Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr und Rettungsdienst ein sogenanntes „Heckentor“ geschaffen, das nur im Bedarfsfall geöffnet werden könnte.

Variante 4 schließlich sieht die Beibehaltung und den Ausbau nur des nördlichen Bahnübergangs vor.

Knackpunkt aus Sicht der Anwohner ist die Beibehaltung einer zweiten Anbindung der Ortschaft Güntenbecke. Sprecher verwiesen in der Sitzung darauf, dass das Viadukt in Güntenbecke, durch das eine zweite Gemeindestraße in den Ort führt, mit derzeit nur knapp vier Metern Höhe zum Beispiel für größere landwirtschaftliche Fahrzeuge zu niedrig bemessen sei. Auch wurde auf den möglichen Fall verwiesen, dass das Viadukt zum Beispiel wegen eines Unfalls oder eines baulichen Mangels nicht passierbar sein könnte. Das Viadukt also als gefährliches Nadelöhr. Grundsätzlich, so der Sprecher der DB Netz, sei es baulich machbar, die Höhe des Viadukts auf 4,40 Meter zu vergrößern.

Fachbereichsleiter Jürgen Tischbiereck von der Stadt Meinerzhagen verwies in der Sitzung auf Sicherheitsaspekte, wie zum Beispiel den Einsatz der Feuerwehr. Aus diesem Grund lege man großen Wert auf weiterhin zwei Zuwegungen der Ortschaft sowohl durch den Viadukt als auch über zumindest einen gesicherten Bahnübergang.

Die Bahn favorisiert zurzeit die kostengünstigste Variante 3. In weiteren Gesprächen soll nun versucht werden, auf einen möglichst gemeinsamen Nenner zu kommen. Aus Sicht der Stadt und der Anlieger kommt nur Variante 1 oder 2 in Betracht. Die anfallenden Kosten werden so verteilt: Bund, Stadt und DB Netz AG tragen je ein Drittel, wobei die Stadt aus Mitteln der Gemeindeverkehrsfinanzierung (GVFG) des Landes auf ihren Anteil einen Förderbeitrag des Landes in Höhe von voraussichtlich 70 Prozent erwarten kann. ▪ -fe

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