Flugplatzinhaber in Sorge

Beinahe-Kollisionen: Drohnen gefährden Flugbetrieb in Meinerzhagen

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Symbolbild

Meinerzhagen - Früher waren die kleinen Fluggeräte eher Exoten und selten am Himmel zu beobachten. Heute sind viele Drohnen unterwegs und nicht nur im Bereich von Großflughäfen haben die unbemannten Flugobjekte bereits kritische Situationen heraufbeschworen. Auch in der Nähe des Regionalflugplatzes Meinerzhagen sorgten sie schon für Gefahr.

Friedrich Müllensieper ist Besitzer des Flugplatzes in der Steinsmark und gleichzeitig Flugleiter. Er erinnert sich konkret an zwei Beinahe-Zusammenstöße von Tragschraubern mit Drohnen: „Vor etwa einem Jahr hatten wir eine solche Situation bei Wilbringhausen. Ein paar Monate zuvor hat sich Ähnliches bei Höhlen ereignet.“

In beiden Fällen ging die Begegnung gut aus, es hätte allerdings auch anders kommen können.“ Müllensieper weiß, welche Konsequenzen ein Drohnen-Aufprall in der Luft haben kann: „Wenn es zu einem Zusammenstoß kommt – nicht auszudenken. Bekommt das Fluggerät Kontakt mit dem Rotor des Tragschraubers, zerlegt es ihn und es kommt zum Absturz.“ Drohnen hat Müllensieper nicht nur einmal in Flugplatznähe gesichtet. Und auch Tragschrauber-Piloten hätten die kleinen Luftfahrzeuge bereits in der Steinsmark registriert.

Drohnen seien generell ein heikles Thema

„Das Problem sind dabei nicht die Drohnen-Piloten, die über einen Führerschein verfügen und ihre Fluggeräte auch ordnungsgemäß versichert haben. Uns bereiten eher die Menschen Sorgen, die sich eine Drohne im Elektro-Fachmarkt kaufen und einfach losfliegen – ohne zu wissen, welche Vorschriften sie beachten müssen“, sagt Müllensieper. 

Er hat beispielsweise bereits mehrfach Verstöße gegen die Vorschrift beobachtet, die besagt, dass alle Drohnen-Flüge in einem Umkreis von 1,5 Kilometern rund um den Meinerzhagener Flugplatz beim Flugleiter angemeldet werden müssen. 

Drohnen sind für Müllensieper generell ein heikles Thema. Und das, obwohl er selbst sowohl einen Drohnen-Führerschein als auch ein solches Flugobjekt besitzt. „Diese Dinger sind super-manövrierfähig. Um sie zu fliegen, braucht man beim heutigen Stand der Technik kaum noch Vorkenntnisse. Viele Menschen kaufen sich Drohnen, ohne um die Vorschriften und Gefahren zu wissen, die sie damit heraufbeschwören können.“ 

Großes Risiko

Ob Flugzeug, Hub- oder Tragschrauber – Flugbewegungen gibt es auf dem heimischen Flugplatz laut Müllensieper täglich. Und die sogenannte Platzrunde werde ebenfalls häufig durchflogen – unter anderem von Bundespolizei und Bundeswehr. Das Risiko, welches unwissende Drohnen-Piloten in diesem sensiblen Bereich also heraufbeschwören, ist immens groß. 

Dass Drohnen aber auch in anderen Bereichen ein Problem sein können, weiß Dietmar Boronowski, Sprecher der Kreispolizeibehörde. Wenn es im Luftraum des Märkischen Kreises auch noch keinen offiziellen Vorfall gegeben habe, so sind Drohnen auch bei den Ordnungshütern bereits ein Thema gewesen – vor allem, wenn es um die Störung der Privatsphäre ging. 

„Störend sind etwa Drohnen über dem eigenen Haus“, berichtet Boronowski. „Wenn ein Bürger mit seiner Drohne in die Luft geht und dabei Bilder von Nachbars Kindern im Pool oder der Frau beim Sonnenbad macht, ist das natürlich nicht einfach hinzunehmen“, sagt der Polizeisprecher. Einige Menschen hätten außerdem Angst davor, dass sie und ihr Grundstück mit Hilfe von Drohnen ausgespäht werden. Im Zweifel rät Dietmar Boronowski immer: Einfach die 110 wählen und nachfragen.

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