Begrünung der hässlichen Betonwände läuft schon

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Hier zeigt sich schon die erhoffte Begrünung der „Mauerstraße“. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Das Erscheinungsbild der Südumgehung im Bereich zwischen Handweiser und Trotzenburg werde sich in Bezug auf die Lärmschutzwände sicherlich noch positiv verändern. Davon jedenfalls ist Jürgen Tischbiereck, Fachbereichsleiter Technischer Service bei der Stadt Meinerzhagen, überzeugt. In der Bau- und Vergabeausschusssitzung am Dienstag nahm er eine Presse-Erklärung der UWG zu diesem Thema zum Anlass, um sich noch einmal grundsätzlich mit der Situation zu beschäftigen.

Wie wir am vergangenen Donnerstag berichteten, hatte sich die UWG in ihrer jüngsten öffentlichen Fraktionssitzung auf Grund von einigen Eingaben aus der Bürgerschaft dem Thema Lärmschutz und Begrünung an der Südumgehung gewidmet. Es war die Rede von einer hässlichen „Mauerstraße“, die überdies ihre Funktion als Lärmschutzwall nicht erfülle. Hier müsse dringend nachgebessert werden, so die Forderung der Unabhängigen Wählergemeinschaft.

Dem widersprach Jürgen Tischbiereck, der sich in der Angelegenheit auch noch einmal mit dem für die Baumaßnahme zuständigen Landesbetrieb Straßen NRW in Verbindung gesetzt. Zum Thema Lärmschutz stellte er klar: „Die im Lärmschutzgutachten, das Bestandteil des Planfeststellungsbeschlusses ist, festgelegten Lärmpegel werden eingehalten.“ Das habe eine nach Fertigstellung vorgenommene Prüfung eindeutig nachgewiesen.

Was die Frage der fehlenden Begrünung zur Straßenseite angehe, sei es aufgrund der baulichen Gegebenheiten nur schwer möglich, hier jetzt noch nachträglich etwa Pflanzbeete anzulegen. „Das würde die neben der Straße im Bereich der Lärmschutzwände verlegten Versorgungsleitungen tangieren“, zeigte Tischbiereck auf.

Der Landesbetrieb habe aber den Grundstücksanliegern die Möglichkeit gegeben, die Mauer von ihrer Seite her zu begrünen. Dabei sei man auch unterstützend behilflich gewesen. Weil sich erwiesen habe, dass Efeu an der Betonwand nicht ausreichend Möglichkeit zum Festwachsen finde, sollen auf Wunsch nachträglich auch noch Rankhilfen zur Verfügung gestellt werden.

Dort, wo wilder Wein als Begrünung von den Anrainern gewählt wurde, habe sich bereits eine sehr positive Entwicklung ergeben. Tischbiereck zeigte in der Ausschusssitzung auch Fotos, die verdeutlichen, dass das Grün bereits über die Mauerkrone hinaus gewachsen ist und die Mauer nun auch von der Straßenseite aus zu bewachsen beginne. „In ein, zwei Jahren wird sich dieses natürliche Wachstum so entwickelt haben, dass der Beton weitgehend davon abgedeckt sein dürfte. Dann hat sich das Problem sozusagen von selbst erledigt“, zeigte sich der Fachbereichsleiter zuversichtlich hinsichtlich einer erhofften Veränderung des derzeit recht tristen Erscheinungsbildes.

Der Landesbetrieb werde im Übrigen dieses Wachstum dulden, obwohl bei der Anlegung der Betonwände seinerzeit Wert auf eine aus Sicht der Straßenplaner „künstlerische Gestaltung“ der Wände mit Wellen gelegt worden sei. Das habe der zuständige Projektleiter ihm versichert, äußerte Tischbiereck im Ausschuss.

Dass sich auf den gepflasterten Geh-/Radwegen entlang der Südumgehung sehr schnell ein Unkrautbewuchs breit gemacht habe, sei ein weiteres Problem, das man durch pflegerische Maßnahmen in den Griff zu bekommen hoffe. Die bauausführende Firma habe anlässlich der Bauübergabe zugesagt, hier noch einmal eine grundlegende Reinigung mittels eines Spezialgerätes vorzunehmen, das mit Wasserdampf und Druck arbeite. Der Stadt selbst komme es im Wege der ihr zufallenden Unterhaltungspflicht dann zu, im Weiteren für die Pflege zu sorgen.

Warum sich das Unkraut so relativ schnell breit gemacht habe, liege wohl auch an der relativ geringen Fußgängerfrequenz, erläuterte Tischbiereck. Auf Flächen, die intensiver genutzt, sprich begangen werden, werde das Wachstum auf natürliche Weise gemindert. Entlang der Südumgehung sei dies eben nicht der Fall mit den zu beobachtenden Folgen.

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