Die Brücke trägt nicht mehr

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Die Brücke stammt aus dem Jahr 1971, jetzt ist sie mit wirtschaftlich vertretbarem Aufwand nicht mehr zu sanieren. Die Behelfsbrücke wird während der Bauzeit der neuen Brücke davor stehen.

Meinerzhagen - Ein Neubau scheint unausweichlich zu sein: Nach fast einem halben Jahrhundert Nutzungsdauer, ist die Brücke über die Bundesstraße 54 zum Industriegebiet Scherl wirtschaftlich nicht sanierbar.

Zunächst wird es ein Ersatzbauwerk geben, ein Brückenneubau könnte gegen Ende 2021 für den Verkehr nutzbar sein. Auf den Autobahnen und vor unserer Haustür – besonders auf der A 45 – werden seit einiger Zeit schon zahlreiche Brücken saniert oder durch Neubauten ersetzt. Das trifft nun auch auf ein Bauwerk zu, dass seit 1971 bereits seine Dienste verrichtet. Gemeint ist die Brücke im Gewerbegebiet Scherl.

Neben ihrer Aufgabe als Zufahrt zu den verschiedensten Betrieben in diesem Gebiet, wird über sie auch der hauptsächliche Verkehrsfluss zur Ortslage Willertshagen geführt, ihr Eigentümer ist der Bund. „Wir haben die Brücke schon seit längerer Zeit auf unserer Liste“, so Eberhard Zimmerschied, Abteilungsleiter bei StraßenNRW auf Nachfrage der MZ.

Tatsächlich ist schon vor einigen Jahre zur Entlastung der Brücke eine Regelung für Fahrzeuge über 2,8 Tonnen Gesamtgewicht eingeführt worden. Jeweils nur in eine Richtung und mit einem Abstand von 70 Metern, dürfen diese Fahrzeuge dort fahren. Nach einer genauen Überprüfung hat sich nun herausgestellt, dass eine Sanierung wirtschaftlich nicht zu vertreten, sondern ein Neubau die effizientere Variante ist.

Als Brücke ist sie nur auf den zweiten Blick erkennbar, marode ist sie allerdings trotzdem. Nach der Sanierung wird die Brücke auf der ehemaligen B54 in das städtische Eigentum übernommen.

Um diesen realisieren zu können, muss zunächst eine Behelfsbrücke errichtet werden. Deren Standort läge direkt neben der bestehenden Brücke – in Richtung Valbert vor der Auffahrt zur Südumgehung. Die notwendigen Gespräche mit den Grundstückseigentümern der beiden Firmen auf deren Gelände die Zufahrten sein sollen, fanden bereits statt.

Gleichfalls liegt das Geländegutachten zur Standsicherheit der Behelfsbrücke vor. „Wir werden als nächstes den Ingenieurauftrag für die neue Brücke vergeben“, so Zimmerschied. In Art und Umfang wird dieser eine Brücke mit zwei Fahrbahnen und notwendiger Traglast, welche Begegnungsverkehr von LKW zulässt, umfassen. Rund 1,4 Millionen dürften nach erster grober Schätzung hierfür anfallen. Die Miete für die Behelfsbrücke wird bei gut der Hälfte dieser Kosten liegen.

Läuft alles glatt, würde noch in diesem Jahr der Bauauftrag ausgeschrieben werden. Die Arbeiten könnten 2020 starten und nach etwa zwei Jahren erledigt sein. Unter der Leitung der Stadt, aber gegen Erstattung der Kosten, soll die nicht auf Anhieb in der Örtlichkeit erkennbare Brücke im Bereich der Zufahrt Scherl saniert werden.

Nach der Eröffnung der Südumgehung vor nunmehr fast sieben Jahren, ist dieses Straßenstück zur Gemeindestraße „herabgestuft“ worden. Viele Jahre zuvor war sie ein Teilstück der B54 Richtung Drolshagen. Im Bauprogramm der Stadt waren die Arbeiten seit einigen Jahren aufgeführt, wegen der verschiedensten Gründe aber zurückgestellt worden. Nach der abgeschlossenen Sanierung soll die Brücke in das städtische Eigentum übernommen werden.

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