Kanalbau kein Gegensatz zur Renaturierung

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Das Regenrückhaltebecken für das Gewerbegebiet Darmche soll besonders bei starkem Regen für eine „geordnete Entwässerung“ sorgen.

Meinerzhagen - Es ist längst eine prinzipielle Angelegenheit, dass immer dort, wo es bei städtischen Maßnahmen möglich ist, auch eine Renaturierung der Landschaft betrieben wird. Sei es nun als gezielte Einzelmaßnahme, im Rahmen von Projekten, wie derzeit der Regionale 2013, oder aber bei der Umsetzung von Bebauungsplänen. So auch für den Bereich Darmche, für den die im Jahr 2010 erfolgte Verabschiedung der vierten Änderung des Bebauungsplanes entsprechende Regelungen enthält.

Angeregt durch eine Anfrage eines Anwohners der Ortslage Nordhellen, welcher sich über die momentan laufende „massive Kanalbaumaßnahme“ unterhalb der Gewerbeflächen wunderte, hat die MZ bei Fachbereichsleiter Jürgen Tischbiereck erläuternde Informationen erfragt.

„Wir müssen dort, unterhalb der Gewerbeflächen, im Rahmen der neuen Planstraße C auch für die geordnete Oberflächenentwässerung sorgen. Durch einen entsprechend dimensionierten Kanal, der direkt den Zulauf in das bestehende Regenrücklaufbecken sicherstellt, wird dieses geregelt“, erläutert der Fachmann.

Wer nun aber befürchtet, der „namenlose“ Bach, welcher quer durch das Gebiet verläuft, würde dadurch verschwinden, irrt sich.

In den Erläuterungen des Bebauungsplanes heißt es dazu ganz deutlich: „Der im Bereich der Fläche vorhandene Lauf eines namenlosen Fließgewässers ist durchgehend offenzulegen und naturnah (...) auszubauen“.

Wer derzeit die schweren Baumaschinen am Böschungsfuß der Gewerbeflächen arbeiten sieht, vermutet eher nicht, dass es auch um eine Renaturierung des kleinen „namenlosen“ Gewässers geht.

Zusätzlich ist ebenso geregelt, dass Anpflanzungen mit „heimischen Gehölzen“ erfolgen müssen. Unter anderem mit auf der Liste dieser Pflanzen: Die Schwarzerle, die Hainbuche, die Stieleiche, die Vogelkirsche und die Haselnuss.

Neben dem Bachlauf soll der vorhandene Grünstreifen, im Fachjargon der Planer Grünzug genannt, „aus der Intensiv-Grünlandnutzung herausgenommen und der Eigenentwicklung überlassen werden“. Damit das Ganze allerdings nicht total verwildert, ist im Bebauungsplan auch die Verpflichtung „zur Unterhaltung und Verhinderung einer Verbuschung“ geregelt.

„Mit der Umsetzung dieser Regelungen tun wir das Machbare in einem Gewerbegebiet. Dabei haben Rat und Verwaltung natürlich auch die originäre Zweckbestimmung als Gewerbegebiet im Blick“, so Jürgen Tischbiereck.

Somit dürfte nach Abschluss der Bauarbeiten an der Planstraße C und dem damit verbundenen Kanal offensichtlich klar werden: Das Prinzip der Renaturierung wird dort wo es Sinn macht und geht in Meinerzhagen nicht gebrochen. - jjh

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