Dem Bauhof geht das Streusalz langsam aus

Noch gibt es einen kleinen Vorrat an Streugut beim Baubetriebshof, doch der neigt sich so langsam den Ende zu. ▪ Archivfoto: Schröder

MEINERZHAGEN ▪ Michael Adolph vom Baubetriebshof der Stadt Meinerzhagen schickt das ein oder andere Stoßgebet gen Himmel. Denn: Dem Bauhof geht so langsam das Streumittel für den Winterdienst aus.

„Im Moment mischen wir Salz mit Lava, um wenigstens die wichtigsten Stellen im Stadtgebiet verkehrstechnisch zu sichern“, erklärt der Technische Leiter des Hofs. Seine Versuche, mit dem Deutschen Straßendienst Kontakt aufzunehmen, laufen ins Leere, „nicht einmal die Shop-Funktion des Straßendienstes funktioniert noch“, moniert Adolph. 150 Tonnen Salz sind derzeit als Bestellung noch offen – Liefertermin unbekannt.

Lagerkapazitäten sollen im

kommenden Jahr

weiter erhöht werden

So wie Meinerzhagen geht es in diesem Winter, dem zweiten in Folge, auch vielen anderen Städten und Gemeinden. „Wir können nicht für alle erdenklichen Extremfälle Streugut einlagern“, gibt Adolph zu bedenken, „das kann keine Stadt.“ Dennoch habe er sich bereits mit dem Baudezernenten abgesprochen: Im kommenden Jahr sollen die Kapazitäten für die Lagerung weiter erhöht werden.

Eine Hoffnung hat Michael Adolph allerdings. „Wir dürfen uns zukünftig nicht mehr nur auf einen Lieferanten verlassen.“ So hat er mit einem Händler Kontakt aufgenommen, mit dem der Bauhof auch früher schon zu tun hatte – „und zwar zu vernünftigen Preisen“, wie Adolph nachhakt. „Ich kann natürlich auch aus Rumänien Salz ordern, das kostet allerdings 300 Euro die Tonne“. Diesen Preis schätzt nicht nur Michael Adolph als unverschämt hoch ein. „Da verdient irgendwer dazwischen kräftig mit“, vermutet er.

Hoffnung auf einen

anderen Händler

von Streusalz

Jedenfalls habe besagter Händler auf Schiffen Salz nachbestellt. Wenn nach dem 3. Januar eine große Lieferung erfolgt sei, könnte auch Meinerzhagen in den Genuss einer gewissen Menge kommen. „Manchmal führt auch freundliche Bettelei zum Erfolg“, so Adolph.

Mitarbeiter und

Unternehmen nicht

privat kontaktieren

Die nützt allerdings nichts, wenn Volmestädter im Auftrag der Stadt tätige Unternehmer oder sogar Angestellte des Meinerzhagener Bauhofs selbst in den Nachtstunden am privaten Telefon angingen. „Das hat absolut keinen Sinn, denn die Leute können den Bürgern nicht helfen“. So bittet Adolph darum, ausschließlich über die Rufnummern des Bauhofs oder über sein Mobiltelefon ihn persönlich anzusprechen, wenn es zu Problemen komme. „Wir versuchen wirklich zu helfen, aber was nicht geht, geht einfach nicht.“ Adolph ist in der Zeit von 7 bis maximal 23 Uhr mobil zu erreichen unter 0171 1 99 12 83.

Eine neue Lieferung an Lava erwartet der Bauhof bereits am morgigen Dienstag.

Michael Adolph wagt sich indes nicht auszumalen, was passiert, wenn die Schule am 10. Januar wieder losgeht und bis dahin kein neues Salz geliefert wurde. ▪ is

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare