Baugesellschaft plant für Groll-Areal ohne die Polizei

+
Die Meinerzhagener Baugesellschaft plant für die neue Nutzung des ehemaligen Areals der Druckerei Groll in der Innenstadt jetzt ohne die mögliche Unterbringung der Polizei. Entstehen soll ein städtebaulich attraktiver Neubau. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Die Standortsuche für ein neues Domizil der Polizei in Meinerzhagen bleibt weiter auf Eis gelegt. Das kurz vor der Entscheidung stehende Verfahren musste auf Anweisung des Landesinnenministeriums gestoppt werden, weil der Landesrechnungshof die bisher übliche Vergabepraxis im Zusammenhang mit einem anderen Fall gerügt hatte (wir berichteten). Das hat Konsequenzen auch für ein Bauvorhaben der Meinerzhagener Baugesellschaft.

Weil neue Anweisungen aus Düsseldorf zum künftigen Verfahrensablauf noch nicht vorliegen, sind auch der hier zuständigen Kreispolizeibehörde des Märkischen Kreises derzeit die Hände gebunden. „Wir können nur abwarten“, erläutert auf Anfrage Wolfgang Bühren, Verwaltungsdirektor der Behörde in Iserlohn. Und weil das dauern und zurzeit niemand einen konkreten Termin nennen kann, plant nun auch die Meinerzhagener Baugesellschaft neu. Die hatte sich nämlich zusammen mit weiteren Interessenten auch um das Projekt Polizeiwache beworben.

„Wir haben unser Angebot für den konkreten Standort ehemals Groll an der Derschlager Straße/Volmestraße zurückgezogen“, bestätigte jetzt gegenüber der MZ MBG-Geschäftsführer Oliver Drenkard. Nachdem die Druckerei Groll ein neues modernes Firmengebäude im Industriegebiet Darmche bezogen und ihren bisherigen Sitz in der Innenstadt aufgegeben hatte, griff die Baugesellschaft als Käufer für das stadtzentrale Grundstück zu. Geplant ist, nach Abriss der rückwärtigen Gebäudeteile der Druckerei ein städtebaulich attraktives viergeschossiges Geschäfts- und Wohnhaus mit Tiefgarage zu errichten. Das historische Groll-Geschäftsgebäude an der Fußgängerzone Derschlager Straße soll baulich aufgewertet und erhalten bleiben.

Im Zusammenhang mit dieser Planung  in unmittelbarer Nachbarschaft zum neuen Standort der Post in Meinerzhagen hätte sich auch die künftige Unterbringung der Polizei als eine mögliche Nutzung angeboten. Auch in Abstimmung mit der Stadt gab die Baugesellschaft dafür im Rahmen der von der Kreispolizeibehörde vorgenommenen Ausschreibung ein Angebot ab.

Gesucht wurde ein Investor, der nach Vorgabe der Polizei beziehungsweise des zuständigen Innenministeriums geeignete Räumlichkeiten baut oder bestehende umgestaltet und diese im Rahmen eines langfristigen Mietverhältnisses zur Verfügung stellt.

Bis zum Abschluss der Bieterfrist gingen für die neue Polizeidiensstelle in Meinerzhagen sieben Angebote ein. Alle Offerten wurden zunächst polizeiintern und auch unter Einschaltung des parlamentarisch besetzten Polizeibeirates auf ihre grundsätzliche Eignung hin überprüft.

Wobei die Vorgabe lautete, dass für die Unterbringung von Wachdienst der Polizei und des Kriminalkommissariats für den Bereich Meinerzhagen, Kierspe und Halver es insgesamt um 470 Quadratmeter an Nutzfläche und insgesamt 650 Quadratmeter an gesamtem Raumbedarf gehen sollte.

Die am bisherigen Sitz an der Oststraße vorhandene räumliche Trennung von Schutzpolizei und Kripo in zwei Gebäudeteilen soll am neuen Standort nicht mehr gegeben sein. Drei Angebote kamen daraufhin in die engere Wahl, darunter auch das der Baugesellschaft für das Groll-Areal.

Doch aus der Entscheidung für einen konkreten Standort und damit den für 2012 avisierten Umzug der Polizei wurde es nichts. Weil der Landesrechnungshof im Fall des neuen Polizeipräsidiums in Köln-Kalk die von der damaligen schwarz-gelben Landesregierung gewählte Vorgehensweise und hier insbesondere das vorgeschaltete sogenannte Interessenbekundungsverfahren für das Projekt beanstandet hatte, stoppte die neue rot-grüne Landesregierung als Konsequenz landesweit 25 aktuell anstehende Ausschreibungs- und Vergaberverfahren, darunter auch das für den neuen Polizeistandort in Meinerzhagen. Vermutlich wird es ein neues, dann womöglich europaweites Ausschreibungsverfahren geben.

So lange kann und will die Baugesellschaft ihr Projekt in der Innenstadt nicht zurückstellen. „Wir planen um und denken an eine andere, sicherlich auch attraktive Teilnutzung im Neubaukomplex Groll,“ kündigt MBG-Geschäftsführer Drenkard an. Spruchreif werde das voraussichtlich im Herbst sein. Sollte das Verfahren für den Polizei-Standort dann irgendwann neu gestartet werden, will sich auch die Baugesellschaft erneut bewerben. „Wir haben da noch einige denkbare weitere Optionen in petto“, so Drenkard. ▪ -fe

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare