Vier Gastronomie-Betriebe geschlossen

Hauptstraße: Für eine Sanierung ist Leerstand der Häuser notwendig

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Die Baugesellschaft möchte die beiden Häuser an der Hauptstraße mit der Sanierung aufwerten.

Seit dem vergangenen Sommer sind zwei Häuser an der Hauptstraße im Besitz der Meinerzhagener Baugesellschaft. Die denkmalgeschützten Gebäude sollen saniert werden. Die neun Wohnungen der Gebäude standen bereits leer, seit Beginn des Jahres sind auch die vier gastronomischen Betriebe geschlossen.

Meinerzhagen – Dass er seinen City-Imbiss schließen musste, bedauert Cihan Cetinkaya jedoch. Im Dezember 2018 hatte der 26-Jährige den Betrieb übernommen: „Ich wollte mir hier was aufbauen.“ Er habe viel investiert – Geld und vor allem Energie, wie er sagt. Die „Zustände“ seien allerdings „katastrophal“ gewesen, berichtet Cetinkaya. Die notwendige Renovierung stehe daher außer Frage. 

Als das Haus im Sommer vergangenen Jahres von der Baugesellschaft erworben worden sei, habe er die mündliche Zusicherung erhalten, dass neue Verträge ausgehandelt würden. Er habe langfristig in Meinerzhagen planen wollen, auch seine Familie sei im vergangenen Jahr von Schalksmühle in die Volmestadt gezogen. Später seien die Aussagen dann anders gewesen. Er hätte seinen Imbiss weiter führen können, „doch der Vermieter hätte den Vertrag jederzeit kündigen können“, so Cetinkaya. Das sei für ihn keine Option gewesen, er wolle kein „Lückenfüller“ sein. „Ich bin raus hier“, so Cetinkayas Entschluss. 

Die Baugesellschaft habe den betroffenen Mietern angeboten, die Geschäftslokale weiterhin zu nutzen, was jedoch von allen Mietern abgelehnt worden sei, bestätigt MBG-Geschäftsführer Oliver Drenkard. Die Mietverträge hätten dafür auf ein „einheitliches Niveau“ gebracht werden sollen – so, wie es bei der Baugesellschaft üblich sei. 

Sollten die für den geplanten Umbau notwendigen Abstimmungen mit der Denkmalbehörde abgeschlossen sein, solle aber mit der Sanierung des Gebäudes begonnen werden. Derzeit werde von einem Umbaubeginn Mitte des Jahres ausgegangen. Dementsprechend hätten auch die Kündigungsfristen angepasst werden müssen.

Zu den betroffenen gastronomischen Betrieben zählt auch die Pizza-Manufaktur. Inhaber Jama Bromand hat seinen Pizzeria-Imbiss zu Beginn des neuen Jahres eingestellt. „Wahrscheinlich“, sagt er, werde er ihn nach der Sanierung weiterführen. „Wir warten zunächst den Umbau ab und dann kommt es natürlich auf die Rahmenbedingungen an.“ Sein Geschäft sei sehr beliebt, so Bromand. „Das möchte ich nicht aufgeben.“ Einen Food-Truck werde von ihm ebenfalls betrieben, berichtete der Meinerzhagener weiter. Auf dieses Geschäft werde er sich nun verstärkt konzentrieren.

 „Die Häuser sollen umfassend saniert werden“, erklärte MBG-Geschäftsführer Oliver Drenkard zu den Umbauplänen, „dazu müssen die Gebäude leer sein. Dass während der Bauphase lebensmittelverarbeitende Betriebe ihr Geschäft durchgeführt hätten – das hätte nicht funktioniert.“ Während des Umbaus müssten die Häuser von den Versorgungsleitungen getrennt werden, neue Kanalleitungen müssten ebenfalls verlegt werden, erläuterte der MBG-Geschäftsführer. 

Bei den beiden betroffenen Häusern an der Hauptstraße handle es sich um stadtbildprägende Gebäude, betonte Oliver Drenkard. Dass sie von der Baugesellschaft erworben worden seien, sei auch Wunsch der Stadt gewesen. Die Baugesellschaft habe sich zum Ziel gesetzt, die Gebäude einer „geordneten Entwicklung zuzuführen“, sie seien ein „Schmuckstück“. „Wir streben an, hier einen Mosaikbaustein in Ordnung zu bringen“, so Drenkard.

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