Unbeschadet durch die Hitze - mit viel Wasser 

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Bauhof-Vorarbeiter Frank Rohrmann weiß, wie richtig gegossen wird. In den heißesten Stunden des Tages sollten die Blumen niemals direkt mit Wasser übergossen werden.

Meinerzhagen - Ohne Wasser geht im Moment nichts. Die Hitze fordert ihren Tribut, Flüssigkeitszufuhr ist lebenswichtig. Für Fauna und Flora. Und deshalb kommen die Mitarbeiter des städtischen Baubetriebshofes in diesen Tagen auch ordentlich ins Schwitzen.

Frank Rohrmann ist Vorarbeiter im Baubetriebshof. Er ist es gewohnt, bei länger anhaltender Trockenheit auszurücken: „Während einer Hitzeperiode benötigen wir etwa acht bis zehn Stunden in der Woche, um die städtischen Beete zu gießen.“ Etwa 20 Flächen, auf denen die Stadt Meinerzhagen Anpflanzungen vorgenommen hat, gibt es in Meinerzhagen. Die Beete von unterschiedlichen Größen verteilen sich über die Innenstadt bis nach Valbert. Und im Bereich der neuen Tourist-Info am unteren Ende der Fußgängerzone Zur Alten Post sind noch neue hinzugekommen. Zurzeit sind sie mit Sommerblumen bestückt. „Petunien, Geranien und Margeriten beispielsweise“, zählt Rohrmann auf. Dass sie die Köpfe noch nicht hängen lassen, ist Verdienst des Bauhof-Teams. 

Dessen Mitarbeiter rücken mit einem Kleintransporter aus, der mit befüllten Wasserkanistern bestückt ist. Was dann folgt, ist Handarbeit: Wasser in die Gießkanne umfüllen, Blumen gießen. „Am besten erledigt man das in den Morgen- oder Abendstunden und nicht während der größten Hitze. Aufgrund unserer Arbeitszeit können wir das allerdings nicht. Deshalb müssen wir darauf achten, die Blumen nicht direkt zu gießen. Das Wasser sollte im Umfeld der Pflanze ausgegossen werden. Auf den Blumen wirkt Wasser wie eine Lupe, es können sich durch Tropfen also Brandflecken ergeben“, weiß Rohrmann. 

Kleine Pflanzen brauchen Wassernachschub, große auch. Allerdings sind sie laut Rohrmann unempfindlicher. „Große Bäume gießen wir eigentlich nie. Die halten die Hitze aus, haben Wasser gespeichert“, erklärt der Vorarbeiter. Anders sieht es bei Neuanpflanzungen aus. Rohrmann: „Junge Bäume, wie die Kirsche im Bereich der Tourist-Info in der Innenstadt, müssen wir schon wässern, wenn die Trockenheit zu lange anhält. Sollte es mit dem Wetter so weitergehen, werden wir damit in der kommenden Woche beginnen“, kalkuliert er. Werden auch die jungen Bäume auf städtischen Flächen versorgt, steigt der Arbeitsaufwand für den Baubetriebshof übrigens beträchtlich: „Dann ist eine Arbeitskraft etwa zwei bis drei Tage pro Woche nur mit dem Gießen beschäftigt“, weiß Rohrmann. Dass sich das alles lohnt, davon kann sich Rohrmann selbst Tag für Tag selbst überzeugen: „Ich glaube, Meinerzhagen kann sich in Bezug auf seine Grünflächen wirklich sehen lassen.“ 

Was für Pflanzen lebenswichtig ist, gilt ebenso für Menschen. Hitze erfordert besondere Maßnahmen. Was sie anrichten kann, bekommen die Ärzte in Krankenhäusern zu spüren: Die Zentrale Notaufnahme der Märkischen Kliniken in Hellersen ist seit Tagen hoch frequentiert. „Gerade jetzt finden sich vermehrt Menschen mit Erkrankungsbildern ein, die in Zusammenhang mit der Wetterlage stehen: Sonnenstiche, Sonnenbrände oder Austrocknung“, berichtet Klinik-Sprecherin Corinna Schleifenbaum. Dies betreffe nicht nur ältere Menschen, sondern zurzeit Patienten jeden Alters, vermehrt auch Kinder. 

Markus Bald, interdisziplinärer Leiter der Notaufnahme, rät dazu, genügend zu trinken. Ob der eigene Körper ausreichend Flüssigkeit aufgenommen hat, könne man daran erkennen, dass der Urin nicht mehr dunkel- sondern hellgelb ist. Besonders ältere Menschen sollten ihr Verhalten den Temperaturen anpassen. „Es ist derzeit nicht ratsam, bei voller Mittagshitze zum Einkaufen zu fahren, da dies auch insbesondere dann zu Kreislaufzusammenbrüchen führen kann, wenn die Flüssigkeitszufuhr nicht ausreichend war oder Vorerkrankungen bestehen“, erklärt Bald.

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