Bankraub in Valbert wird verhandelt

Vor dem Landgericht wird auch der Überfall auf die Sparkasse in Valbert im August 2012 verhandelt. - Archivfoto: van de Wall

Valbert - Ein Gauner-Trio steht derzeit wegen einer Reihe von räuberischen Erpressungen vor dem Siegener Landgericht. Einer der Ganoven stammt aus Herscheid. Es geht auch um einen Banküberfall in Valbert.

Von Dirk Grein

Der 23-jährige Maximilian H. soll gemeinsam mit zwei Kollegen im Zeitraum zwischen August und Oktober letzten Jahres sieben Banken ausgeraubt und eine Tankstelle überfallen haben. Dabei, so die Anklage, sollen die Ganoven mehr als 180 000 Euro erbeutet haben. „Teilweise sind die Angeklagten geständig“, erklärte Richter Markus Gerndorf auf Anfrage. In dem Verfahren müssen nun die Details der Taten erörtert werden.

Die allesamt mehrfach vorbestraften Männer sind bei ihren Taten stets unprofessionell vorgegangen, was wohl auf ihren regelmäßigen Konsum von Alkohol und Drogen zurückzuführen ist. So erzählten die Angeklagten dem Vorsitzenden Richter Münker, dass sie bei den meisten Überfällen kaum zurechnungsfähig, weil zugedröhnt, waren. Die Vorgehensweise war stets identisch: Der Herscheider und ein Komplize fuhren den Fluchtwagen, während ein 33-jähriger Kölner die Bankfilialen betrat – häufig ohne jegliche Maskierung. Mit einer Spielzeug- oder auch einer Gaspistole schüchterte er die Mitarbeiter ein. Seine Forderung nach Bargeld wurde stets erfüllt. Allein durch zwei Überfälle erbeutete das Trio 150 000 Euro.

So schnell wie sie das Geld ergaunert hatten, so rasch gaben sie es auch wieder aus. Sie verprassten es für einen luxuriösen Lebensstil mit Drogen, einem Auto, käuflichen Frauen und Zockereien. Viel sei von der Beute nicht mehr übrig geblieben.

Zum Verhängnis wurde den Angeklagten der Überfall in Lenhausen am 16. Oktober. Zu diesem Zeitpunkt war der 33-jährige Kölner bereits wegen eines anderen Überfalls verhaftet. Der Herscheider und sein Komplize überfielen die Sparkasse daher zu zweit. Allerdings stellten sie sich mehr als stümperhaft an. Erst ließen sie die Gaspistole auf dem Schalter liegen, um mit den Händen die Beute einzupacken. Als sie dann vor einem Bankangestellten, der sich die Pistole gegriffen hatte, flüchteten, verloren sie einen Teil des Geldes. Ein Zeuge beobachtete damals den Fluchtwagen und gab der Polizei den entscheidenden Hinweis.

Die drei Angeklagten befinden sich nach Angaben des Gerichts zurzeit allesamt in einer Entzugsklinik. Auch danach dürften sie weiter die Freiheit vermissen. Ihr Vorstrafenregister umfasst knapp 40 Fälle. Die aktuelle Verhandlung vor dem Siegener Schwurgericht wird fortgesetzt.

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