Bauhof bald auch für Essensreste zuständig

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Am Baubetriebshof steht ein Container für Grünabfall (Foto), der für Bio-Müll kommt in etwa zwei Wochen.

Meinerzhagen - Das Jägerschnitzel schmeckt nicht? Kein Problem: Am Bauhof in Darmche soll in etwa zwei Wochen ein „Bio-Container“ aufgestellt werden. Dort können dann alle Meinerzhagener Essensreste und dergleichen entsorgen. Bisher wandern diese Abfälle in der Volmestadt in die graue Tonne oder sie werden – bis auf Fleisch und Gekochtes – kompostiert. In Zukunft wird es eine andere Alternative geben.

Von Thomas Bender und Jürgen Beil

Auch in den Nachbarkommunen wurde die neue Regelung bereits diskutiert:

Keiner in Altena will die Bio-Tonne wirklich

Bauhöfe sammeln im neuen Jahr kreisweit den Biomüll

Dass Biomüll ab 2015 gesondert eingesammelt und entsorgt werden muss, ist Bestandteil des NRW-Abfallwirtschaftsplans. Der definiert auch, dass unter „Biomüll“ nicht nur kompostierbare Abfälle fallen, sondern beispielsweise auch die Reste gekochter Speisen. Außerdem hat das Land festgelegt, dass auch dieser Abfall flächendeckend einzusammeln ist. Bereits zum Jahresbeginn wurden an einigen Bringhöfen des Zweckverbandes für Abfallbeseitigung (ZfA) und kommunalen Bauhöfen spezielle Container aufgestellt, in die die Bürger ihre Speisereste entsorgen können – das ist in Meinerzhagen noch nicht der Fall. Gartenabfälle können in der Volmestadt natürlich zu bestimmten Zeiten weiter am Bauhof abgegeben werden.

Die neuen „Biotonnen“ in den Bauhöfen sollen luftdicht abgeschlossen sein. Im Winter ist eine Leerung naturgemäß nicht so häufig nötig wie im Sommer. Dass es in der warmen Jahreszeit zu Problemen kommen kann, weiß auch der städtische Fachbereichsleiter Jürgen Tischbiereck: „In Olpe beispielsweise gibt es die braune Mülltonne für solche Abfälle. Bei warmer Witterung kann es dort passieren, dass sich Maden ansammeln. Wir müssen jetzt sehen, wie sich die Biomüll-Entsorgung am Baubetriebshof entwickelt und entsprechend reagieren.“ Verabredet ist jedenfalls, dass der Bio-Container in Meinerzhagen außerhalb der Bauhof-Betriebszeiten nicht genutzt werden kann.

Bio-Abfall landet in einer Biogasanlage

Weil der Bio-Abfall oft nicht kompostierfähig ist, andererseits aber auch nicht mehr verbrannt werden soll, wird er in eine Biogasanlage gebracht. Innerhalb des Märkischen Kreises gibt es keine Anlage, die dafür geeignet wäre, sodass ein Nachbarkreis angefahren werden soll, was natürlich zusätzliche Kosten verursacht.

Der Zweckverband für Abfallbeseitigung selbst verschweigt die sich bald ergebende neue Entsorgungsmöglichkeit: In seinem vor Weihnachten erschienen Abfall-ABC für das Jahr 2015 tauchen die Biotonnen an Bau- und Bringhöfen mit keiner Silbe auf. Speisereste seien wie eh und je über die graue Restmülltonne zu entsorgen, heißt es da. Und wer solche Abfälle stattdessen zum Bauhof bringe, müsse dafür zahlen, erklärt das Abfall-ABC. Jürgen Tischbiereck jedoch betont: „Bei der Abgabe entstehen keine Kosten, das wird über die Gebühren abgerechnet.“

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