Bahnverkehr startet im Dezember mit Provisorium

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Blick auf den per Holzkonstruktion errichteten Behelfsbahnsteig aus Richtung Marienheide.

MEINERZHAGEN -  Ab dem turnusmäßigen Fahrplanwechsel bei der Bahn am Sonntag, 15. Dezember, fahren nach über 27 Jahren die modernen Dieselzüge auf der Regionalbahnstrecke 25 von Köln auch wieder im Stundentakt bis nach Meinerzhagen.

Von Horst vom Hofe

Fahrgäste müssen sich allerdings noch für eine geraume Zeit mit einem Provisorium im Bereich des Bahnhofs Meinerzhagen begnügen. Für das Ein- und Aussteigen steht zunächst nur ein sogenannter Behelfsbahnsteig zur Verfügung. Der ist als Holzkonstruktion in der vergangenen Woche gerade fertiggestellt worden.

Hintergrund dieser ungewöhnlichen Situation ist, dass die Fußgängerbrücke von der Weststraße zum neuen Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) erst im kommenden Jahr gebaut werden kann. Zuständig dafür ist die Stadt Meinerzhagen. Sie hatte die planerischen Vorarbeiten zwar durchaus termingerecht abgeschlossen.

Dass es aber nicht mehr zum Baubeginn noch in diesem Jahr gekommen ist, liegt an Abstimmungsproblemen mit der Deutschen Bahn hinsichtlich der dafür erforderlichen Kreuzungsvereinbarung. „Solange wir diese Vereinbarung nicht vorliegen haben, können wir leider nicht bauen“, so der Fachbereichsleiter Jürgen Tischbiereck von der Stadt.

Die Finanzierung des Brückenbauwerks steht indes. Die Stadt kann hierfür auch Mittel aus dem Förderprogramm der Regionale 2013 in Anspruch nehmen.

Die geplante Brücke sorgt künftig auch für den Zugang zum Bahnsteig per Treppe und zwei Aufzügen und die Verbindung zum ZOB. Dabei wird auch das zweite, für den Güterverkehr freigehaltene Bahngleis überquert.

Aus Sicherheitsgründen ist bis zur Fertigstellung dieser Verbindung der Zugang zum Bahnsteig nur von der gegenüberliegenden Seite von der Straße Im Tempel aus über eine hier angelegte Rampe möglich. Der insgesamt 170 Meter lange provisorische Bahnsteig selbst besteht aus einer Holzkonstruktion und wird später wieder entfernt.

Der weitere Ausbau des Bahnsteigs geht plangemäß voran. Das beinhaltet unter anderem noch die Erneuerung der Überdachung und die Installierung der für die Ausgabe von Fahrkarten am Automaten erforderlichen Technik.

Trotz des langen zeitlichen Vorlaufs seit der Inbetriebnahme des Abschnitts zwischen Gummersbach und Marienheide im Jahr 2003 mit der damals schon klaren terminlichen Perspektive der Verlängerung bis Meinerzhagen Ende 2013 ist es der Bahn leider nicht gelungen, die beiden kurz aufeinander folgenden Bahnübergänge in der Ortslage Güntenbecke zu sichern.

Die Stadt Meinerzhagen hat sich hier immer wieder auch vermittelnd in Verhandlungen mit den betroffenen Anwohnern und Grundstückseigentümern eingeschaltet und damit auch maßgeblich zu der mittlerweile erzielten Übereinkunft hinsichtlich der konkreten Bauaussführung beitragen können (wir berichteten).

Konkreter Sachstand ist jetzt, dass die Bahn gerade die Auftragsvergabe im Wege der Submission vorgenommen hat. Fachbereichsleiter Tischbiereck von der Stadt erfuhr seitens der Projektleitung bei der Bahn, dass die beauftragte Tiefbaufirma alles daransetzen will, die hangseitige Verlegung der Gemeindestraße nach Genkel in einem ersten Bauabschnitt möglichst doch noch bis zur Aufnahme des Fahrbetriebs auf der Bahnstrecke zu realisieren. Dann wäre ein Kreuzen der beiden Bahnübergänge von Fahrzeugen nicht mehr nötig und der Bahnverkehr könnte hier ohne Behinderungen laufen.

Träger der Baumaßnahme ist die Bahn. Die Gesamtkosten von rund 900 000 Euro werden zu je einem Drittel aus Mitteln der Bahn, des Landes und der Stadt Meinerzhagen aufgebracht.

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