Anwohner in Güntenbecke rechnen ab Dezember mit Lärmbelästigung

Wenn im Dezember der Bahnbetrieb zwischen Meinerzhagen und Marienheide wieder aufgenommen wird, wird es an den beiden Bahnübergängen in Güntenbecke problematisch, fürchten die Anwohner. - Foto: MZ

MEINERZHAGEN -   Die Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Meinerzhagen und Köln kam am Dienstag im Bau- und Vergabeausschuss erneut zur Sprache. Kurt Vedder aus Güntenbecke nutzte die Stunde der Öffentlichkeit, um noch einmal klarzustellen, dass die Reaktivierung nach der bisherigen Planung für die Bürger aus Güntenbecke zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität führen könnte.

Bekanntlich soll im Dezember der reguläre Bahnbetrieb zwischen Meinerzhagen und Marienheide und weiter bis nach Köln wieder aufgenommen werden. Die Deutsche Bahn habe einiges versprochen, aber vieles sei nicht haltbar und würde nicht eingehalten, kritisierte Kurt Vedder im Ausschuss. Viermal am Tag fahre ein Schulbus Güntenbecke an, das bedeute, dass der Bus insgesamt acht Mal die Gleise passiere.

„Die sehr unübersichtlichen Bahnübergänge bilden eine ungeheure Gefahr“, schätzt Vedder die zukünftige Situation ein. Nach den jüngsten Planungen sei außerdem vorgesehen, dass der Zug im Bereich Güntenbecke nur mit 20 Kilometern pro Stunde unterwegs ist. „Er müsste dann an den beiden noch bestehenden Bahnübergängen zur Warnung entsprechende Pfeifzeichen geben“, bemängelte Vedder. Und weiter: „Pfeifen und Bremsen erzeugt unnötigen Lärm, den wir Güntenbecker hinnehmen müssten.“ Und das womöglich bis ins Frühjahr 2014.

Bereits vor einem Jahr habe es einen Termin mit der Bahn AG gegeben, wo eigentlich ein klarer Fahrplan verabredet worden sei. Davon sei die Bahn AG inzwischen deutlich abgerückt. Es passiere nichts, fasste Vedder seine Einschätzung zusammen.

Jürgen Tischbiereck vom Fachbereich Technischer Service bei der Stadt Meinerzhagen hatte am Dienstag just mit der Bahn AG gesprochen, und dort direkt einen Vorschlag unterbreitet, der jetzt von der Bahn offenbar genauer geprüft werden soll: Die Stadt könnte demnach die Straße rechts der Bahngleise jetzt schon bauen. Im weiteren Verlauf könnten dann die beiden Bahnübergänge „rückgebaut“ werden. Dann könnte auch der Schulbus in diesem Bereich einen anderen Weg nehmen. Jürgen Tischbiereck: „Ohne die Güntenbecker wären wir noch längst nicht so weit wie jetzt.“ Er hoffe auf eine gute Lösung für Güntenbecke und verspricht sich viel nach weiteren Gesprächen mit der Bahn.

Auch Kurt Vedder hat seine Hoffnung noch nicht verloren. „Es kann und darf nicht sein, dass wir Güntenbecker ab Dezember mit erheblichen Einschränkungen leben müssen. Wenn die Lösung mit der rechts der Gleise zu bauenden Straße zum Tragen komme, wäre uns sehr geholfen.“ Falls die neue Straße im Vorfeld gebaut würde, wäre im übrigen auch die Geschwindigkeitsbegrenzung für die Züge, die durch Güntenbecke fahren, hinfällig. Das hieße im Umkehrschluss dementsprechend weniger Belastung für die Anwohner in der Ortslage Güntenbecke.

Insgesamt knapp 900 000 Euro sind für die Bauten in Güntenbecke vorgesehen, rechnete Jürgen Tischbiereck vor. Die Kosten werden gedrittelt zwischen dem Land NRW, der Bahn AG und der Stadt Meinerzhagen. „Inzwischen haben wir auch einen Bescheid der Bezirksregierung, dass wir mit einem Zuschuss von 210 000 Euro rechnen können,“ freute sich Tischbiereck. Das entspreche einer Förderung von rund 70 Prozent. - is

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