Historische Stützen müssen aufwendig saniert werden

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Nicht achtlos entsorgt, sondern nur zwischengelagert: Die drei Dachstützen des Bahnhofs wurden seinerzeit aufwendig genietet und sollen intensiv oberflächenbehandelt werden, damit sie auch künftig ein Blickfang auf dem Bahnsteig sind.

Meinerzhagen - Der 17. September war in Meinerzhagen ein Festtag – zumindest für all jene, die an der Umgestaltung des Bahnhofsumfelds beteiligt oder an ihm interessiert waren. Denn an diesem Tag wurde das zentrale Teilstück der Fußgängerbrücke über die Bahngleise gehievt. Eine Maßnahme, der schon bald weitere folgen sollten, um das Projekt zum Abschluss zu bringen. Doch derzeit herrscht auf der Baustelle Stillstand. Und auch auf dem Bahnsteig kommt es zu Verzögerungen.

Von Frank Zacharias

Auf Anfrage der Redaktion erklärte Jürgen Tischbiereck, Fachbereichsleiter Technischer Service, dass es aktuell keine verlässlichen Angaben des Auftragnehmers zur Fertigstellung der Brücke gebe. Die Heinrich Rohlfing GmbH wisse jedoch um den Wunsch der Stadtverwaltung, das Projekt schnellstmöglich zum Abschluss zu bringen. Doch so lassen die Verbindung zur Weststraße sowie der Treppenaufgang am ZOB weiter auf sich warten. Von den Aufzügen, die eine barrierefreie Anbindung des Bahnhofs ermöglichen sollen, ganz zu schweigen. Und so ist auch offen, ob der im September genannte Termin zur Fertigstellung gehalten werden kann: Damals war von Ende Oktober die Rede gewesen.

Für Überraschungen sorgt derweil auch der Bahnsteig: Die drei alten Dachstützen, die aufgrund ihrer Beschaffenheit und historischen Niet-Technik erhalten werden sollen, mussten kurzerhand doch komplett abgebaut werden – allerdings nur kurzzeitig, wie Bernd-Ulrich Wölfert, Projektsteuerer der Deutschen Bahn erklärte: Bei genauer Begutachtung habe sich ein „sehr bedenklicher“ technischer Zustand der Pfeiler offenbart, so dass eine schlichte Oberflächenbehandlung zur erneuten Nutzung als Dachträger nicht ausgereicht hätte. Mitunter seien daraufhin auch Stimmen laut geworden, die eine komplette Beseitigung der fast 100 Jahre alten Stützen forderten. „Wenn wir uns nicht vorher ausdrücklich darauf verständigt hätten, diese Bauwerke erhalten zu wollen, hätte man nach der Begutachtung durchaus zu dem Schluss kommen können, die Pfeiler einfach zu entfernen“, so Wölfert.

So weit soll es nun aber nicht kommen: Nach ihrer Demontage sollen die Stützen bis auf das Metall abgestrahlt und oberflächenbehandelt werden. Zugleich entstehen auf dem Bahnsteig Köcherfundamente, die den Pfeilern neuen Halt geben sollen. Bereits zum Fahrplanwechsel im Dezember dieses Jahres sollen die Pfeiler wieder an ihren angestammten Plätzen stehen. Ob sie dann aber auch das neue Dach schon tragen werden, ist ungewiss. „Das soll dann aber spätestens im Februar 2015 der Fall sein“, so Bernd-Ulrich Wölfert, der sich zu den genauen Kosten des Sanierungsprojekts nicht äußern wollte. Die Stadt muss die Maßnahme jedoch nicht zahlen: Allein die Bahn muss für die Sanierung des Bahnsteiges aufkommen.

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