Bis der Zaun am Bahnhof kommt, können noch Monate vergehen   

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Zug, Bahnsteig, Gleise, Parkplatz. Wer hier abkürzen möchte, hat es ohne trennenden Zaun leicht. Gesetze verbieten das allerdings und das Überqueren der Schienen ist außerdem lebensgefährlich.

Meinerzhagen - Am Meinerzhagener Bahnhof fehlt ein Zaun, der den Bahnsteig, die Parkplätze in Richtung Otto-Fuchs und den Busbahnhof trennt und ein Passieren über die Gleise unmöglich machen würde.

Immer wieder nehmen Bahnreisende die gefährliche Abkürzung – doch jetzt scheint Abhilfe in Sicht. Auf MZ-Anfrage teilte die Bahn mit, dass bis Ende des Jahres ein Zaun installiert werde. Wann genau, darüber machte ein Bahnsprecher keine Angaben. Wenn es schlecht läuft, werden also weitere fünf Monate vergehen, bis die Gefahrenstelle beseitigt ist. 

„Die Problematik des fehlenden Zauns am Bahnhof Meinerzhagen ist der Deutschen Bahn bekannt. Inzwischen ist eine Lösung in Sicht: Voraussichtlich bis Ende des Jahres wird am Bahnhof ein circa 190 Meter langer Zaun errichtet“, heißt es in einer E-Mail. Der Bahnsprecher fügt aber noch einige „wichtige, grundsätzliche Hinweise“ an: „Das Überqueren von Gleisen ist lebensgefährlich. Bedenken Sie bitte, dass im Paragraphen 315 des Strafgesetzbuches – Gefährliche Eingriffe in den Bahn-, Schiffs- und Luftverkehr – entsprechende Gesetze benannt sind (...). Weder das Fehlen oder die Beschädigung eines Zaunes, einer Tür in einer Schallschutzwand oder Ähnliches, stellen einen Grund oder gar eine Aufforderung dar, die Gleise zu überschreiten.“

Der Bahnsprecher mahnt außerdem: „Bitte nehmen Sie die Hinweise sehr ernst. Unfälle werden durch Achtsamkeit, das Erfüllen der Aufsichtspflicht durch die Eltern oder Erziehungsberechtigten und durch entsprechende Schulungen verhindert. Wer sich korrekt verhält, kommt erst gar nicht in Gefahr, geschweige denn in eine Unfallsituation. Die Kollegen der Bundespolizei und der DB Netz AG, zuständig für die Gleisinfrastruktur Deutschen Bahn, sowie wir von der Öffentlichkeitsarbeit, sind das ganze Jahr über unterwegs, um beispielsweise Schülern das richtige Verhalten zu zeigen.“

Fazit aus Sicht der Deutschen Bahn: Wenn alle Erwachsenen aufpassen, beziehungsweise Eltern ihren Kindern verbieten, die Gleise zu überqueren, kann auch nichts passieren – egal ob ein Zaun den lebensgefährlichen Weg versperrt oder nicht... 

Inzwischen hat Jürgen Tischbiereck zum wiederholten Mal Kontakt zur Bahn aufgenommen. Erneut habe er darum gebeten, die Gefahrenstelle zügig zu beseitigen, berichtet der städtische Fachbereichsleiter. „Man hat mir mitgeteilt, dass auch die Bahn zurzeit Probleme habe, eine Firma zu finden, die einen solchen recht kleinen Auftrag kurzfristig ausführen könne. Die Bahn ist jedoch zuversichtlich, das im Herbst erledigen zu können“, teilte Tischbiereck mit.

Volkmar Rüsche (CDU) hatte in der jüngsten Sitzung des Bau- und Vergabeauschusses scharfe Kritik an der Tatenlosigkeit der Bahn in Sachen Zaunanlage geübt. Rüsche ist mit der Stellungnahme der Bahn auch jetzt noch nicht zufrieden: „In einer solchen Situation, wo wirklich Gefahr droht, helfen uns Belehrungen über Gesetze nicht weiter. Wir brauchen keine Paragraphenhengste, die uns auf Gesetze und Vorschriften hinweisen. Hier sind stattdessen Leute gefragt, die handeln und Erforderliches umsetzen.“ Immerhin habe die Bahn nun nach mehr als einem Jahr zugesagt, noch 2018 aktiv zu werden. Volkmar Rüsche dazu abschließend: „Das ist ja schon ein Fortschritt und ein gewisses Zeichen.“

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