Lückenschluss bis Dezember 2015

Signale stehen auf freie Fahrt für die Volme-Bahnstrecke

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Landrat Thomas Gemke (Mitte) als stellvertretender Verbandsvorsteher des NWL und Vertreter der DB Netz und der DB Regio informierten im Meinerzhagener Rathaus über die Bahnpläne.

MEINERZHAGEN/VOLMETAL - Am Sonntag, 15. Dezember, um 8.56 Uhr trifft der erste von Köln Hauptbahnhof kommende fahrplanmäßige Personenzug auf dem neu gestalteten Bahnhof Meinerzhagen ein. Sieben Minuten später, um 9.03 Uhr geht es dann in entgegengesetzter Richtung wieder direkt bis ins Herz der Domstadt.

Ab Fahrplanwechsel im Dezember fahren nach mehr als 27 Jahren die modernen Dieselzüge der Regionalbahnstrecke 25 wieder bis nach Meinerzhagen.

Zwei Jahre später, im Dezember 2015, soll auch der Lückenschluss durch das Volmetal bis Lüdenscheid vollständig vollzogen sein. Die Finanzierung von rund 52 Millionen Euro für die gesamten Baumaßnahmen erfolgt weitestgehend aus Mitteln des Bundes für den Fahrweg, die der Bahnsteige aus Mitteln des Landes NRW.

Thomas Gemke, Landrat des Märkischen Kreises und stellvertretender Verbandsvorsteher des zuständigen Nahverkehrszweckverbandes NWL, freut sich auf das Ereignis im Dezember: „Die Reaktivierung der gesamten Strecke zwischen Gummersbach und Lüdenscheid nimmt mit der vorletzten Ausbaustufe dann konkrete Gestalt an. Ich bedanke mich gemeinsam mit den Partnern Stadt Meinerzhagen und Deutsche Bahn AG bei allen Beteiligten für die Unterstützung des Projektes“, sagte er am Mittwoch bei einer Pressekonferenz im Meinerzhagener Rathaus.

„Das ist ein bedeutsames Ereignis für unsere Stadt“, unterstrich der stellvertretende Bürgermeister Rainer Schmidt. Er erinnerte daran, dass mit dem Anschluss an das Schienennetz auf der Strecke zwischen Hagen und Köln für Meinerzhagen im Jahr 1892 der wirtschaftliche Aufschwung einsetzte. 27 Jahre nach der Einstellung des Personenverkehrs im Mai 1986 werde nun wieder unter anderen Vorzeichen angeknüpft an diese Erfolgsgeschichte. So könnten künftig wieder Schüler, Studenten und Berufspendler, aber auch Touristen und Individualreisende per Bahn schnell und preisgünstig an ihr Ziel gelangen.

Schmidt erinnerte in diesem Zusammenhang noch einmal ausdrücklich an das große Engagement des heimischen SPD-Politikers Gerd Wirth, der seinerzeit als verkehrspolitischer Sprecher der Landtagsfraktion in Düsseldorf maßgeblich daran beteiligt war, dass 2003 zunächst wieder Anschluss von Gummersbach bis Marienheide erreicht war mit der Perspektive auch für Meinerzhagen und das Volmetal. Nachdem der damalige CDU-Verkehrsminister Oliver Wittke 2006 durch Zurücknahme der Finanzierungszusage den Weiterbau gestoppt habe, sei nicht zuletzt durch die am 16. Januar 2007 im Meinerzhagener Rathaus von den Vertretern aller betroffenen Gebietskörperschaften aus dem Oberbergischen und Märkischen Kreis gemeinsam verabschiedete sogenannte „Meinerzhagener Erklärung“ wieder Bewegung hineingekommen. Das Regionale-2013-Projekt „Oben an der Volme“ eröffne im gemeinsamen Schulterschluss nunmehr sogar die klar formulierte Zielsetzung, dass spätestens ab 2016 die Volmestrecke wieder durchgängig befahren werden könne, so Schmidt.

„Die Weichen für den vollständigen Lückenschluss durch das Volmetal bis Lüdenscheid-Brügge sind gestellt“, so Heinrich Segbers, DB Netz AG, Leiter Regionalnetze. „Jetzt heißt es, die Planungen bis zur Inbetriebnahme umzusetzen.“

Dirk Helfert, Leiter Verkehrsbetrieb Rheinland von DB Regio NRW ergänzt hierzu: „Wir freuen uns, unseren Fahrgästen ab Mitte Dezember eine attraktive Direktverbindung zwischen Köln und dem westlichen Sauerland anbieten zu können. Durch die Verlängerung der RB 25 erreichen Reisende aus Meinerzhagen die Domstadt künftig im Stundentakt ohne Umstieg in nur etwa 90 Minuten. Von dieser Angebotsausweitung werden Berufspendler, Einkaufsbummler und Freizeittouristen gleichermaßen profitieren.“

Seit Oktober 2012 laufen im Bereich des Bahnhofsgeländes in Meinerzhagen umfangreiche Arbeiten. Die alten Gleisanlagen wurden abgerissen und zwei neue Gleise und drei Weichen für den künftigen Bahnverkehr wurden eingebaut. Zwischen Marienheide und Meinerzhagen wird die Streckengeschwindigkeit auf bis zu 80 km/h angehoben. Dafür werden mehrere Bahnübergänge geschlossen. Der Bahnsteig wird ab September komplett neu gebaut und bietet zukünftig einen stufenfreien Ein- und Ausstieg. Das alte Bahnsteigdach wird saniert und bleibt erhalten. Gleichzeitig errichtet die Stadt eine Brücke, über die auch der Bahnsteig über Treppe und Aufzug zugänglich ist. Vorrübergehend muss während der Baumaßnahme ein Behelfsbahnsteig genutzt werden.

Ab Dezember 2015 sollen nach den aktuellen Planungen die Züge von Meinerzhagen bis Lüdenscheid weiterfahren. Dafür investiert die DB weiter in die Strecke. Die Bahnhöfe in Kierspe, Oberbrügge und Brügge werden saniert oder neu gebaut. In Brügge werden sich die Züge aus Dortmund und aus Köln am selben Bahnsteig gegenüberstehen. Dort können die Fahrgäste dann bequem und mit nur kurzer Wartezeit in beide Richtungen umsteigen. Die Fahrt von Meinerzhagen nach Lüdenscheid wird eine knappe halbe Stunde dauern. Auch der Güterzugverkehr erhält zwei neue Gleise. Moderne Leit- und Sicherungstechnik steuert in Zukunft den Zugverkehr. - Von Horst vom Hofe

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