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Bäcker aus MK backt Flutopfer-Brot - Erlös geht komplett nach Altena

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Von: Jürgen Beil

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Axel (links) und Rasmus Berghaus backen Flutopfer-Brot.
Axel (links) und Rasmus Berghaus backen Flutopfer-Brot. Der Erlös soll komplett Opfern der Katastrophe in Altena zugutekommen. © Jürgen Beil

„Die Bilder machen fassungslos. Einige Menschen haben alles verloren. Und so etwas passiert in unserer Nachbarschaft, in Altena. Da muss man einfach zusammenhalten.“

Meinerzhagen – Das sagt Rasmus Berghaus, mit seinem Bruder Axel Inhaber der Valberter Dorfbäckerei. Er hat die ersten Aufnahmen von der Flut-Katastrophe in der Burgstadt im Österreich-Urlaub im Fernsehen gesehen. Sofort stand für ihn fest: „Nach der Rückkehr muss ich etwas unternehmen.“

Bedingung: Erlös für Altena

Gesagt, getan. Die beiden Bäcker machten sich umgehend daran, Flutopfer-Brote zu backen. Die kosten 3,50 Euro das Stück – und der Erlös geht an Altenaer, die Hilfe brauchen. Wie das Geld genau eingesetzt wird, darüber möchten sich die Valberter mit dem heimischen DRK oder der Awo abstimmen. Nur eine Bedingung haben sie: „Wir möchten, dass damit in Altena geholfen wird.“

Rasmus und Axel Berghaus waren nach der Flut selbst noch nicht in der Burgstadt. Katastrophen-Tourismus – so etwas kommt für sie nicht in Frage. Die Bilder von den Verwüstungen verfolgen sie aber immer noch. „Hier hatten wir Starkregen und auch vollgelaufene Keller. Aber dort... Man kann das gar nicht begreifen. Erst recht nicht, wenn man selbst wie wir verschont geblieben ist. Aber in Altena geht es jetzt um Existenzen“, fühlt Rasmus Berghaus mit allen Opfern.

Viele Kunden geben mehr

Dass ihre Roggenmisch-/Bauernbrote Abnehmer finden werden, davon sind die Brüder überzeugt. Rasmus Berghaus: „Wir haben Anfang der Woche schon einige Flutopfer-Brote verkauft. Viele Kunden geben auch mehr als die 3,50 Euro. Sie runden dann zum Beispiel auf vier oder fünf Euro auf.“ Die Bäckerei-Inhaber stellen der Flutopfer-Hilfe bewusst den vollen Betrag zur Verfügung. Sie verzichten auch darauf, die Kosten für die Zutaten abzuziehen. „Wenn schon, denn schon...“, sagt Rasmus Berghaus.

Auch die Awo hilft

Susanne Berndt ist stellvertretende Vorsitzende des Awo-Ortsvereines Meinerzhagen. Für die Arbeiterwohlfahrt koordiniert die Volmestädterin im Awo-Unterbezirk Hagen/Märkischer Kreis die Schulbetreuungsangebote – auch in Altena. „Natürlich ist man da vernetzt und ich habe auch Kontakte nach Altena, unter anderem zur dortigen Awo“, berichtet die Meinerzhagenerin. Die nutzt sie jetzt, um Hilfe zu organisieren. „Wir können zum Beispiel aus Meinerzhagen den VW Caddy der Awo für Transporte zur Verfügung stellen. Und ich bin der Facebook-Gruppe ,Altena, meine Stadt’ beigetreten. Da bekommt man so einiges an Hintergrundinformationen“, schildert Susanne Berndt. Dort postet sie auch Angebote. „Wir hatten jetzt bei uns eine Haushaltsauflösung. Da können wir einiges an Geräten und anderen Sachen beisteuern“, berichtet die engagierte Volmestädterin, der nun auch die Erfahrungen zugutekommen, die sie in der Flüchtlingshilfe gesammelt hat. Das wichtigste, fügt sie hinzu, seien jetzt funktionierende Netzwerke.

DRK richtet Kontakt-Adresse ein

„Was wir nun gut gebrauchen könnten, wäre personelle Verstärkung“, sagt Udo Maahs, Leiter des DRK-Ortsverbandes Meinerzhagen-Valbert. Das Rote Kreuz organisiert die Hilfe auch für Altena auf Kreisverbandsebene. Zurzeit wird in der Burgstadt eine Sammel- und Kontaktstelle eingerichtet, die in der Sauerlandhalle untergebracht ist. Spender und Empfänger sollen dort zum Beispiel zusammengebracht werden. DRK-Mitglieder und so genannte freie Mitarbeiter könnten dort helfen. Ein Schichtdienst-Plan wurde bereits ausgearbeitet. Maahs bittet in diesem Zusammenhang: „Gespendet werden sollten nur funktionsfähige oder gereinigte Sachen. Die Erfahrung lehrt, dass oft nicht die besten Dinge zur Verfügung gestellt werden.“ Er weist darauf hin, dass die Spenden-Kartons mit einer Inhaltsangabe beschriftet werden sollten. „Das erleichtert uns die Arbeit.“ Neben ihrer Arbeitskraft und dem Know-how können die Meinerzhagener DRKler übrigens auch mit einem Lastwagen in Altena helfen. Wer etwas für die Flutopfer tun möchte, kann mit Udo Maahs vom DRK Meinerzhagen Kontakt aufnehmen. Dazu sollte die E-Mail-Adresse hilfe@drk-meinerzhagen.de genutzt werden.

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