Ausbau der Badestelle „auf Eis gelegt“

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Rund 40 000 Kubikmeter unbelasteter Boden wäre nötig, um die Badestelle aufzufüllen. Den Schwänen reichen die derzeitigen Verhältnisse jedoch aus.

Windebruch -  Wenn sich die Mitglieder des Ausschusses für Planung, Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt am morgigen Dienstag zu ihrer nächsten Sitzung im Rathaus versammeln, steht auch das Bauprogramm 2015 auf der Tagesordnung.

Von Jochen Helmecke

Allerdings sind darin nicht nur die Maßnahmen, welche die Verwaltung im kommenden Jahr erledigen möchte, aufgeführt. Vielmehr findet sich darin ein Projekt, das nunmehr zunächst ruhen soll: Die geplante „Ertüchtigung“ der Badestelle Windebruch. Sie sollte ein Teil im Rahmen des Regionaleprojektes „Naturerlebnisgebiet Bigge-Listersee“ sein.

Ähnlich wie in rund drei Kilometern Entfernung unterhalb des Schnütgenhofes war die Aufwertung des derzeit vorhandenen Badeplatzes vorgesehen. Neue Umkleide- und Sanitäranlagen und vor allem die umfangreichen Auffüllarbeiten im Uferbereich waren Bestandteil der Planung aus 2013/14.

Mit der vom Land erteilten Förderzusage schien eigentlich alles klar zu sein, um die Arbeiten – wie zwingend vorgeschrieben – bis zum Ende des ersten Quartals 2015 abschließen zu können.

Zwei entscheidende „Knackpunkte“ gab es allerdings von Anfang an. Der Transport und Einbau der zur Anfüllung erforderlichen Bodenmassen – immerhin etwa 40 000 Kubikmeter oder rund 3300 Lkw-Ladungen – war nicht förderfähig. „Da die gesetzlichen Bestimmungen deutlich verschärft wurden, stellt sich die Bereitstellung von geeigneten Bodenmassen als sehr schwierig dar. Im Einzugsgebiet der Listertalsperre ist nämlich nur der Einbau von Boden der Klasse „Z0“ zulässig, was unbelastetem Boden entspricht. „Dieser steht, insbesondere in der hier erforderlichen Menge, kaum aus Baumaßnahmen zur Verfügung“, heißt es dazu jetzt im Bauprogramm. Im Klartext: Das Bodenmaterial müsste für viel Geld gekauft werden und das ohne Zuschüsse.

Zweiter und ebenso gewichtiger Fakt: Zur Umgestaltung der Badestelle ist zwingend der Ausbau der Landstraße L 708 inklusive des Geh- und Radweges nötig. Hierbei spielt neben der allgemeinen Sicherheit auch die Parksituation eine Rolle. Wegen der beengten Verhältnisse sollten die Flächen am Heiligenberg als Parkraum genutzt und durch den neuen Weg gut erreichbar sein.

Ähnliche „Grundvoraussetzungen“ wurden an der komplett fertiggestellten Badestelle unterhalb des Schnütgenhofes geschaffen. Dort sorgt der „aufgefüllte“ Parkplatz mittlerweile für ausreichenden Abstellraum und der breite Geh- und Radweg nebst Fußgängerüberweg gibt den Nutzern der Badestelle Schutz auf ihrem Weg an und in die Lister. Zwar steht die dringend notwendigen Sanierung der L 708 weiterhin ganz oben auf dem Plan des Landesbetriebes Straßen NRW, die abschnittsweise Ausführung der Arbeiten würde aber frühestens 2016/17 Windebruch „erreichen“.

Bei der Stadt hofft man nun auf die laufende Bewerbung von „Oben an der Volme“ als Leader-Region (MZ berichtete). In diesem „Fördertopf“ steckt eine Gesamtsumme von 2,3 Millionen Euro, verteilt auf sieben Jahre und insgesamt für die vier „Bewerber-Kommunen“ Kierspe, Meinerzhagen, Halver und Schalksmühle. Betrachtet man die errechneten Kosten für die Badestelle Windebruch in Höhe von alleine rund 305 000 Euro (ohne das notwendige Bodenmaterial), dürfte damit im Falle einer positiven Entscheidung bereits ein „dicker Batzen“ verbraucht werden. Eine Entscheidung über die „Leader“-Regionen soll bereits im zweiten Quartal 2015 getroffen werden.

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