Erhabene Klänge in der Kirche

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Solisten waren auch Vera Keuper de Bruin und Bruno Michalke. Rechts Chorleiterin Gerlinde Rentrop. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Festlicher kann die Einstimmung auf das Christfest nicht sein: Die große Zahl an Mitwirkenden - Chöre, Solisten und Instrumentalisten - sorgten unter Leitung von Gerlinde Rentrop dafür, dass die Aufführung von Bachs Weihnachtsoratorium in der Jesus-Christus-Kirche zu einem ebenso klangvollen wie besinnlichen Erlebnis wurde.

Der Platz im Altarraum wurde wohl selten so vollständig ausgenutzt wie bei dieser Aufführung: Festlich gekleidet, standen die Sängerinnen und Sänger der beiden kooperierenden Chöre, der Chor der Jesus-Christus-Kirche und der Katholische Kirchenchor, unterstützt von Gastsängern, dicht beisammen. Vor den Stufen zum Altar hatte ein Instrumentalensemble Platz genommen.

Unter Gesamtleitung von Gerlinde Rentrop führten sie die Kantaten I bis III des Weihnachtsoratoriums auf, die Bach 1734 mit seinem Thomanerchor in Leipzig als einzelne Werke in den Weihnachtsgottesdiensten aufführte. Trotz dieses Umstands bilden die drei Kantaten eine in sich geschlossene Einheit.

Für das Oratorium konnten vier ausgezeichnete Gesangssolisten gewonnen werden, deren charaktervolle Stimmen den Kirchenraum erfüllten und die Zuhörer gedanklich in die Zeit vor mehr als 2000 Jahren zurücktrugen, als der Sohn Gottes das Licht der Welt erblickte. Gabriele Fuchs-Rinscheid (Sopran), Vera Keuper de Bruin (Alt), Bruno Michalke (Tenor) und Nikolaus Rentrop (Bass) prägten die Aufführung über weite Strecken.

Dass das Weihnachtsoratorium die Zuhörer sehr bewegte und sie nach eineinhalbstündigem Musikgenuss minutenlang Applaus spendeten, war auch der Verdienst der Instrumentalsolisten, die bei der Aufführung mitwirkten. Reinhold Felthaus (Trompete), Jessica Hohl (Oboe), Johanna Tometten (Querflöte), Friedrich Tometten ( Violine), Jörn-Uwe Drömann (Violoncello) und Maria Hartel (Orgelcontinuo) begleiteten die Sänger und steuerten erhaben klingende mit viel Gefühl vorgetragene Musik bei.

Die erste Kantate des populären Oratoriums ist dominiert vom festlichen Klang der Trompeten. Sie symbolisieren traditionell die Person des Herrschers. In Bachs Werk sind die Trompeten Sinnbild für die himmlische Macht, die Jesus schon als neugeborenes Kind ausstrahlt.

In der zweiten Kantate stehen die Hirten im Mittelpunkt der Erzählung aus dem Lukasevangelium. Seit jeher gelten Flöte und Oboe als ihre Instrumente. Daher sind sie hier in besonderer Weise vertreten. Die einleitende Sinfonia - mit einem Bläserensemble aus zwei Flöten und vier Oboen vorgetragen - ist vielen bekannt. Den Trompeten kommt noch einmal in der dritten Kantate besondere Bedeutung zu: Hier erklingen sie im feierlichen Eingangs- und Schlussstück und umrahmen die Musik der klangvollen Arien.

Die Jesus-Christus-Kirche war am Sonntag voll besetzt, auch auf der Empore blieb kaum ein Platz leer. Lange anhaltender Beifall bildete den passenden Schlusspunkt der Veranstaltung, zudem wurden die Solisten und Chorleiterin Gerlinde Rentrop mit einem Blumenstrauß bedacht. ▪ ps

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