Mietvertrag gekündigt

Kita Butmicke: Awo zieht die Reißleine

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Die Fertigstellung der neuen Awo-Kita in der Butmicke lässt immer noch auf sich warten. Unter anderem sollen die Bauvorgaben nicht erfüllt worden sein.

Meinerzhagen - Der Unterbezirk Hagen-Märkischer Kreis der Arbeiterwohlfahrt (Awo) zieht in Sachen Kita-Neubau die Reißleine. Nach mehreren Monaten vergeblichen Wartens auf Fertigstellung der Einrichtung in der Butmicke, haben die Verantwortlichen den Mietvertrag mit der Investorin gekündigt. Ein Plan B liegt aber schon seit längerer Zeit in der Schublade.

Als sich Investorin Katharina Böcher, Architekt Andreas Lalla und die Awo-Verantwortlichen am 6. April 2017 zum Spatenstich an der Butmicke trafen, waren alle Beteiligten optimistisch. Ambitioniert, aber realistisch sei der Zeitplan, im Oktober 2017 die neue Kita fertigzustellen. Dem vorangegangen waren entsprechende Beschlüsse in den Ausschüssen. 

Entstehen sollte ein teils ein-, teils zweigeschossiges Gebäude, das auf 900 Quadratmetern unter anderem über Räume für drei Regelgruppen und zwei heilpädagogische Gruppen verfügt. 70 Plätze sollten geschaffen werden, von denen 50 auf die Regel- und 20 auf die heilpädagogischen Gruppen entfallen. Die Awo wollte die Räume dabei als Träger der Kita von der Investorin anmieten, da man nach dem Kinderbildungsgesetz nicht mehr selbst als Bauherr tätig sein darf. Nur: Der Bau verzögerte sich immer weiter – sei es aus Witterungsgründen oder aufgrund von in Rede stehender Planungs- und Bauausführungsfehlern. So gab es nach MZ-Informationen massive Mängel hinsichtlich von Rettungswegen oder DIN-Normen, die eine Kita zu erfüllen hat.

„Immer neue Fertigstellungstermine“ 

„Der am 8. Dezember 2016 geschlossene Mietvertrag sah die Übergabe der neuen Kindertageseinrichtung ursprünglich für den 1. Oktober 2017 vor“, erinnert die Awo in einer am Donnerstag veröffentlichten Pressemitteilung an den Beginn der „unendlichen“ Geschichte. Seit Beginn des Jahres 2018 seien der Arbeiterwohlfahrt immer weitere Fertigstellungstermine genannt worden. 

„Leider konnten seit Januar 2018 keinerlei Bauarbeiten auf der Baustelle festgestellt werden, sodass der Träger mittlerweile auch den Sommer 2019 als Einzugstermin für unrealistisch hält“. Dass der Kita-Träger inzwischen das benachbarte Schullandheim im Januar 2018 als Übergangslösung beziehen konnte, sei „wie ein Sechser im Lotto“ gewesen, sagt Johannes Anft, stellvertretender Geschäftsführer des Awo-Unterbezirks, der aber um die Befristung dieser Nutzungsmöglichkeit weiß. 

„Wir haben lange Vertrauen gehabt, dass das Gebäude doch noch in absehbarer Zeit fertiggestellt wird. In der Verantwortung für Kinder, Eltern und unsere Mitarbeiter mussten wir jetzt aber handeln“, betont er.

Planungssicherheit für Kinder und Personal

„Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagt Rainer Schmidt, Vorstandsmitglied im Awo-Unterbezirk. Letztlich müsse man aber über Planungssicherheit verfügen, die sicherstellt, „dass nicht plötzlich 70 Kinder und unsere Mitarbeiter auf der Straße stehen“. 

Damit das nicht passiert, suche die Awo „schnellstmöglich“ nach einer Alternative für den Kitabau. Erste Gespräche mit der Meinerzhagener Baugesellschaft (MBG), die als Investor auftreten könnte, seien bereits geführt worden. Auch deren Aufsichtsrat hat sich laut Rainer Schmidt schon wohlwollend mit einem Neubau-Projekt auseinandergesetzt. 

Das Ziel: Ein Neubau, der schnellstmöglich realisiert werden soll. „Das ist durchaus zwischen März und Oktober möglich“, sagt Johannes Anft, „wenn wir etwa auf Pläne zurückgreifen, die Architekten für die Awo bereits in den Schubladen haben.“ 

So sei die neue Kita in Halver beispielhaft für eine Kooperation mit einer Baugesellschaft. Von diesem Zusammenspiel will man auch in Meinerzhagen profitieren. Wann genau ein Neubau bezogen werden kann, weiß freilich noch keiner der Beteiligten. So viel stehe aber fest: Sollte bis zum neuen Kindergartenjahr 2019/20 noch kein Gebäude bezugsbereit sein, stehe das Schullandheim vorübergehend weiterhin zur Verfügung. Investorin Katharina Böcher zeigte sich am Donnerstag auf Anfrage der MZ von der Awo-Entscheidung überrascht und kündigte für die kommenden Tage eine Stellungnahme an.

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