Awo hat weniger Einnahmen

Awo: Die Zwangspause kostet Geld

Ein Bild aus besseren Tagen. Ob der Awo-Vorstand um Susanne Berndt, Rolf Puschkarsky und Margit Ostermann (von links) auch in diesem Jahr das Sommerfest veranstalten kann, ist zurzeit völlig ungewiss.
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Ein Bild aus besseren Tagen. Ob der Awo-Vorstand um Susanne Berndt, Rolf Puschkarsky und Margit Ostermann (von links) auch in diesem Jahr das Sommerfest veranstalten kann, ist zurzeit völlig ungewiss.

Der Awo-Ortsverein Meinerzhagen hat rund 400 Mitglieder. Damit ist er laut dem Vorsitzenden Rolf Puschkarsky der Mitgliederstärkste im westlichen Westfalen. Doch auch an der Arbeiterwohlfahrt in der Volmestadt geht die Pandemie nicht spurlos vorüber.

Meinerzhagen – Der Awo-Treff in der Stadthalle ist im Lockdown vorerst geschlossen. Laufende Ausgaben, keine Einnahmen, keine Staatshilfen – das ist die Situation.

Veranstaltungen „wackeln“

Die Lage ist also alles andere als rosig. Jetzt „wackeln“ sogar Veranstaltungen, die eigentlich ebenso beliebt wie aus finanziellen Gründen wohl unverzichtbar sind: „Ob wir beispielsweise das Sommerfest oder den Tag der offenen Tür in diesem Jahr anbieten können, steht noch nicht fest. Wir müssen jetzt abwarten, wie sich das Infektionsgeschehen entwickelt“, sagt Rolf Puschkarsky.

Hohe finanzielle Ausfälle

Schon das vergangene Jahr hatte dramatische Auswirkungen auf die Meinerzhagener Awo. Rolf Puschkarsky beziffert den finanziellen Ausfall durch die notgedrungene Reduzierung der Angebote auf „einen fünfstelligen Betrag“. Bereits Ostern 2020 bekam der Ortsverein die Folgen der Pandemie zu spüren: Die Fahrt nach Borkum in die Familienferienstätte des Kirchenkreises „Alter Leuchtturm“ musste abgesagt werden. Doch dabei blieb es nicht. In der Folge fielen auch die geplanten Fahrten in den Schwarzwald, die Weihnachtsmarkt-Touren, die Spargelfahrt, die Borkum-Tour am ersten Advent und diverse Tagesfahrten aus.

Dennoch war die Awo bemüht, weiter im Bewusstsein der Meinerzhagener präsent zu sein. Das gelang durch diverse Aktionen. Die zweite Vorsitzende des Ortsvereines Susanne Berndt organisierte zum Beispiel den Stollenverkauf aus dem Fenster des Awo-Treffs an der Stadthalle, beteiligte sich an der Wunschbaum-Aktion, sie richtete einen kleinen (kontaktlosen) Weihnachtsmarkt am Awo-Treff aus und installierte eine Gabenecke am Eingang zum Treff an der Stadthalle. Dort werden nach wie vor gut erhaltene Dinge abgelegt, Bedürftige können sich dann kostenlos und frei bedienen.

Laufende Kosten

Das alles brachte allerdings nicht die unbedingt nötigen Einnahmen ein, die auch jetzt noch zum Bezahlen der laufenden Kosten benötigt werden. „Wir brauchen Geld, zum Beispiel für unser Auto, mit dem Servicefahrten durchgeführt wurden“, erläutert Rolf Puschkarsky. Und so ist es inzwischen auch nicht mehr möglich, Senioren, die nur wenig mobil sind, zum Arzt zu bringen. Trotz allem müssen natürlich die Versicherungen weiter bezahlt werden. Dazu wurde auch das Geld verwendet, das zum Beispiel beim Freitags- oder dem Schlemmerfrühstück eingenommen wurde. Angebote, die im Lockdown nicht mehr aufrechterhalten werden können.

Schutz der Mitarbeiter

Kunden, die nicht mehr zur Awo kommen dürfen, ehrenamtliche Awo-Mitarbeiter – etwa 40 an der Zahl –, die kaum noch etwas zu tun haben. Damit müssen sich alle Meinerzhagener abfinden, in deren Leben die Awo bisher einen festen Platz hatte. Doch gerade was die Helfer in den eigenen Reihen eingeht, macht Rolf Puschkarsky keine Kompromisse: „Für uns steht der Schutz der Mitarbeiter an erster Stelle“, sagt er. Dass die Awo in dieser prekären Situation allerdings auf die Treue der Mitglieder zählen kann, freut den ersten Vorsitzenden sehr: „Wir hatten bisher keine Austritte, im Gegenteil: Erst in dieser Woche habe ich mich wieder über eine Anmeldung gefreut.“ Weiter ihren „Dienst“ verrichtet übrigens Susanne Berndt. Sie führt die täglichen Beratungsgespräche für Flüchtlinge weiter fort – allerdings nur nach vorheriger Anmeldung.

Prinzip Hoffnung

Und wie geht es jetzt weiter? Das weiß kein Mensch. Es bleibt das Prinzip Hoffnung: „Wir sind auf jeden Fall bereit, unsere Arbeit von jetzt auf gleich wieder aufzunehmen, wenn die Pandemie abklingt“, macht Rolf Puschkarsky Mut. Ein Teil der Einnahmeverluste habe aus der Rücklage finanziert werden können, jetzt hänge alles davon ab, wie schnell wieder Lockerungen zugelassen würden.

Da spielen natürlich auch die Impfungen eine Rolle. Dass hier nicht alles optimal gelaufen ist und läuft, hat auch der Awo-Ortsvorsitzende registriert. „Dass die EU dabei zusammenarbeitet, finde ich erst einmal gut. Die Impfpolitik allerdings ist eher schlecht. Und dabei meine ich nicht etwa die Prioritäten bei der Festlegung der Impfberechtigten, sondern vielmehr die Tatsache, dass zu wenig Impfstoff beschafft wurde. Da hätte mehr getan werden sollen.“

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