349 Familien nutzten das Beratungsangebot der Awo

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Das Zuständigkeitsgebiet des Teams um Leiterin Susanne Bisterfeld (vorne rechts) erstreckt sich über das gesamte obere Volmetal: von Meinerzhagen über Kierspe und Halver bis nach Schalksmühle.

Meinerzhagen - Schwierigkeiten im Elternhaus, Aggressivität, schulische Probleme, Sucht – die Themen, mit denen die Awo-Familienberatung am Prumbomweg täglich konfrontiert wird, sind breit gefächert.

Und sie erfordern teils lange Wege: Das Zuständigkeitsgebiet des Teams um Leiterin Susanne Bisterfeld erstreckt sich über das gesamte obere Volmetal: von Meinerzhagen über Kierspe und Halver bis nach Schalksmühle. Wie wichtig das Beratungsangebot ist, verdeutlicht jetzt der Jahresbericht, den die Awo für 2016 veröffentlicht hat.

Insgesamt 349 Familien befanden sich demnach im vergangenen Jahr in einer laufenden Beratung durch die Awo-Experten. Aus dem Jahr 2015 übernommen wurden davon 137 Fälle, sodass die Beratungsstelle im vergangenen Jahr 212 Neuanmeldungen registrierte. Der Großteil der Klienten kam dabei mit einem Anteil von 40 Prozent tatsächlich aus der Stadt, in der die Beratungsstelle ihren Sitz hat: Meinerzhagen. Es folgen Klienten aus Kierspe (30 Prozent), Halver (17,5 Prozent) und Schalksmühle (8 Prozent). Weitere 4,5 Prozent haben aus einer Stadt außerhalb des oberen Volmetals den Weg an den Prumbomweg gefunden.

Meist – in insgesamt 36 Prozent der Fälle – geht es dabei um Hilfe für junge Menschen, die eine Belastung durch familiäre Konflikte erfahren, sei es durch Trennung oder Scheidung, Sorgerechtsstreitigkeiten, Eltern-Kind- oder migrationsbedingte Konflikte. Den zweithöchsten Anteil (22,5 Prozent) haben Anmeldungen infolge von Erziehungsunsicherheiten und „pädagogischer Überforderung“, gefolgt von Auffälligkeiten im Sozialverhalten (Gehemmtheit, Aggressivität, Konzentrationsprobleme, ADHS) sowie schulischen Problemen (20,5 Prozent). Ebenfalls auf der Tagesordnung der Beratungsstelle: Entwicklungsauffälligkeiten von Kindern und Jugendlichen (10,5 Prozent der Fälle), Belastung junger Menschen durch Probleme der Eltern, wie psychische Erkrankung, Sucht, et cetera (8 Prozent) und unzureichende Förderung/Betreuung/Versorgung von Kindern und Jugendlichen (2,5 Prozent).

Meistens (in 47 Prozent der Fälle) seien vier bis zehn Termine vereinbart worden, bei 40 Prozent der Fälle bis zu drei Termine. So zog sich eine Beratung meistens auch über weniger als sechs Monate hin: In 72,5 Prozent der Fälle endet die Beratung innerhalb dieses Zeitraums.

In ihrem Bericht freut sich Beratungsstellenleiterin Susanne Bisterfeld über eine personelle Kontinuität im Jahr 2016, durch die ein intensiver Blick auf die eigene Arbeit möglich gewesen sei. Zudem gelte nicht nur der akuten Hilfe, sondern auch der präventiven Arbeit ein Hauptaugenmerk. Sei es in Form von Vorträgen zum Thema „Cybermobbing“ in den sechsten Klassen der weiterführenden Schulen oder in Form einer Jugendonlineberatung, die in großem Umfang von Schülern genutzt worden sei.

Möglich sei diese intensive Beratung nicht zuletzt aufgrund der Hilfe des Fördervereins BAFF, des Rotary-Clubs Meinerzhagen und vieler weiterer Spender und Förderer, schreibt Bisterfeld, die aber auch den vielen Mitarbeitern der zuständigen Regionalen Dienste und dem Märkischen Kreis dankt: Dieser habe die seit 1978 bestehende Vereinbarung zur Zusammenarbeit mit der Awo „endlich aktualisiert und neu gefasst und damit die hohe Akzeptanz unseres Angebotes in dieser Region bestätigt“.

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