Autos „leiden“ im Dienst der guten Sache

Eine „verletzte Person“ wird geborgen.

MEINERZHAGEN ▪ Wenn die Einsatzkräfte zu einem Unfallort gerufen werden, muss jeder Handgriff sitzen und die Männer müssen wissen, wie sie vorzugehen haben. Denn bei der Rettung eines Verunglückten kommt es auf jede Minute an. Am Wochenende fand für die Männer aller vier Löschzüge der Feuerwehr Meinerzhagen der „Technische Hilfe Lehrgang 2011“ statt.

Bereits am Freitagabend stand nach der Begrüßung durch Hauptbrandmeister Rüdiger Sinderhauf vom Löschzug I die Theorie auf der Tagesordnung. Dabei ging es um Neuerungen in der Unfallrettung und im Bereich der Fahrzeugtechnologien. Am Samstag fanden dann auf dem Gelände des Bauhofs die praktische Übungen statt. An drei Stationen wurden dabei jeweils Gruppen von acht Männern mit den neuen Techniken vertraut gemacht. An einer Station informierte Rüdiger Sinderhauf über die Rettungsmethoden eines verunglückten Lastwagens und was zu tun ist, wenn jemand in seinem Fahrzeug eingeklemmt ist. Die Männer erhielten fundiert und anschaulich vorgeführt, was sie bei einer Rettungsaktion beachten müssen und wie vorzugehen ist. Für die anschauliche Demonstration stellte die Spedition Wunderer einen Lkw zur Verfügung.

An den Stationen zwei und drei fanden die praktischen Übungen an Autos statt. Die Schrott-Fahrzeuge kamen von den Firmen Kamrath und Pelka. Die Aufgabenstellung war auch hier, verletzte Personen so schnell wie möglich aus dem Wagen zu befreiten. Dabei mussten die Aufgaben am Auto in Seitenlage, auf dem Dach liegend und auch auf vier Rädern durchgeführt werden. „Am Unfallort ist die Kommunikation zwischen den Einsatzkräften und dem Notarzt sehr wichtig“, sagte Jan Sinderhauf. Denn der Notarzt bestimme, wie viel Zeit den Rettungskräften bleibe, um verletzte Personen zu bergen. Bei der Befreiung kam schweres technisches Gerät zum Einsatz. Ausführlich erklärten BM Jörg Pieper und UBM Jan Sinderhauf die neuen und alternativen Rettungstechniken. Mit welchem Gerät Scheiben zertrümmert und Airbags ausgebaut werden, wie Sitze im Auto entfernt werden und das Dach angehoben wird, wurde vor Ort mit dem dafür notwendigen Gerät ausgeführt. Nachdem alle erforderlichen Vorarbeiten erledigt waren, alle Scheiben entfernt, der Kofferraum frei geräumt und eine glatte Innenfläche geschaffen wurde, konnte eine Liege in den Wagen geschoben werden, mit der der Verunglückte herausgehoben wurde.

Auch die Rettung über das Dach wurde von den Feuerwehrmännern geübt. Dazu wurden die Dachholmen an einer Seite aufgeschnitten und das ganze Dach wurde mit einem schweren Rettungszylinder von innen hoch gehoben. Da musste jeder Handgriff sitzen. Zum Abschluss der Übungen konnten die Feuerwehrleute dann noch im Dienst der guten Sache einen ganz neuen Ford zerschreddern.

Bärbel Schlicht

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