Eklige "Hinterlassenschaften" für die Säuberungskolonne

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Erst Mitte März wurden die Bereiche neben und zwischen den Meinerzhagener Auf- und Abfahrten zur Sauerlandlinie vom Müll befreit. Momentan sieht es hier noch relativ ordentlich aus.

Meinerzhagen - „Was wir da alles finden, das ist haarsträubend“, sagt Markus Miglietti. Er ist beim Landesbetrieb Straßen.NRW Medienbeauftragter in der Autobahnniederlassung Hamm.

Migliettis Kollegen sind für die Müllentsorgung an der A 45 zuständig, dazu zählt natürlich auch der Bereich Meinerzhagen. Müll an den Auf- und Abfahrten – für Miglietti ein ständiges Problem. „Da liegen sogar Flaschen voll mit Urin. Die entsorgen Fahrer bei einem Ampelstopp einfach aus dem Fenster. Durch das Pinkeln im Auto sparen sie Zeit und die Hinterlassenschaften werden dann auch an den Auf- und Abfahrten beseitigt“, weiß er.

Straßen.NRW vergibt die Aufträge zur Säuberung der Autobahn-Zufahrten an Fremdunternehmen. Was deren Mitarbeiter täglich erleben, könnte Bücher füllen. Ekelig wird’s auf jeden Fall häufiger, wenn die Reinigungskolonnen ausrücken. Miglietti berichtet: „Einmal wurde sogar eine größere Menge an Schlachtabfällen gefunden. Die lagen dann tagelang in der Sonne.“

Immerhin sei im ländlichen Raum die Müll-Situation nicht ganz so dramatisch wie in den deutschen Ballungszentren. „An den Autobahnen im Ruhrgebiet finden wir mehr Müll als beispielsweise in Meinerzhagen. Das liegt ganz einfach an der unterschiedlichen Bevölkerungsdichte“, bilanziert der Medienbeauftragte. Pornohefte, Baumüll wie Fliesen und Tapeten, Möbel, Zigarettenschachteln, Kippen massenhaft und Essensreste – das alles gehört zum Alltagsgeschäft der professionellen Entsorgungstruppe. Miglietti: „Da fliegt dann beispielsweise alles an Speisen aus dem Autofenster, was nicht schmeckt oder nicht mehr so gut aussieht. Und wir sammeln es ein.“ 

6000 Tonnen Müll finden die Mitarbeiter jährlich auf „freier Strecke“ in Nordrhein-Westfalen – wohlgemerkt: Parkplätze sind dabei nicht einmal berücksichtigt. 75 Prozent davon liegen an Autobahnen. „Die Leute haben keinen Respekt mehr vor der Umwelt – und das wird immer schlimmer“, klagt Miglietti. Auf Autobahn-Parkplätzen habe sich sogar ein regelrechter Müll-Tourismus entwickelt. „Aber die Mitarbeiter kennen das. Vorne heben wir den Müll auf, hinten wird wieder etwas hingeschmissen. Das ist ein täglicher Kampf gegen Windmühlen.“

In Meinerzhagen wurde an den Auf- und Abfahrten zur Sauerlandlinie der Abfall erst Mitte März wieder eingesammelt. Noch sieht es in diesem Bereich einigermaßen sauber aus. Viermal im Jahr steht die Volmestadt auf dem Arbeitsplan der Entsorger. Dass sich in der Zeit dazwischen wieder einiges ansammeln wird, ist für Markus Miglietti sonnenklar. Aber immerhin konstatiert er: „Ein Müll-Schwerpunkt ist Meinerzhagen für uns nicht.“

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