Mann kauft Auto auf Obi-Parkplatz: Die Folgen sind fatal

Bargeld in Händen
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Der Deal auf dem Parkplatz des Baumarktes lohnte sich nicht.

Wie erwirbt man auf seriöse Weise ein Auto? Indem man sich um Mitternacht vor einem Baumarkt trifft und sich falsche Papiere andrehen lässt? Sicher nicht! Doch genauso lief der Autokauf eines 19-jährigen Kierspers ab.

Meinerzhagen – Am 29. September vergangenen Jahres kam der Angeklagte gegen 0 Uhr in Meinerzhagen auf dem Obi-Parkplatz mit einem Mann zusammen. Diesem kaufte er für mutmaßlich 350 Euro einen zuvor gestohlenen Golf ab. Er bekam einen Fahrzeugschein ausgehändigt. Allerdings gehörte der gar nicht zum Golf, sondern zu einem ganz anderen Wagen.

Ohne weiter nachzudenken, stieg der Käufer in sein Auto und fuhr davon – ohne Fahrerlaubnis. Um kurz vor 2 Uhr geriet er auf der Oststraße in Meinerzhagen ins Visier der Polizei. Die Beamten setzten ihn fest und fanden nicht nur im Blut des Mannes Amphetamine, sondern stießen auch in dessen Jacke auf 0,6 Gramm Marihuana.

Entsprechend lang war die Liste der Vorwürfe im Amtsgericht Meinerzhagen. Dort gab sich der Angeklagte zunächst ahnungslos. Er habe nicht gewusst, dass das Fahrzeug gestohlen war. Der Verkäufer habe gesagt, das Auto stamme von seinem Vater. Dass die Papiere falsch waren, hätte er gar nicht mitbekommen. „Da hätte man Ihnen auch die Bedienungsanleitung von einem Toaster geben können und Sie hätten sie genommen?“, konnte der Richter nicht fassen, was er hörte. Nein, erwiderte der Angeklagte, das hätte er schon gemerkt.

Mann kauft Auto auf Obi-Parkplatz

Warum habe er sich überhaupt ein Auto zulegen wollen, obwohl er gar keine Fahrerlaubnis habe, wollte der Vorsitzende wissen. Er habe sich den Wagen kaufen und hinstellen wollen, bis er endlich seine Fahrerlaubnis in der Hand hätte, erklärte der 19-Jährige. Den Vorwurf mit den Drogen stellte das Gericht im Hinblick auf die im übrigen zu erwartende Strafe ein.

Weder der Vertreter der Staatsanwaltschaft noch der Richter nahmen dem Angeklagten bezüglich des Autokaufs so viel Leichtgläubigkeit ab. Die Umstände, die deutliche Anzeichen für ein unseriöses Geschäft waren, seien einfach zu eindeutig gewesen. Vier Vorstrafen wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Diebstahls und sexueller Belästigung brachte der Kiersper mit in die Sitzung. Für die aktuellen Taten – Hehlerei und Fahren ohne Fahrerlaubnis – erklärte der Richter den 19-Järigen nach Jugendstrafrecht für schuldig.

Als Auflage muss der Angeklagte 600 Euro an Ärzte ohne Grenzen zahlen. Sollte er dem nicht nachkommen, drohten ihm bis zu vier Wochen Dauerarrest, machte der Vorsitzende dem Mann klar.

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