Aus dem Stadthallen-Gutachten

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Auch die Beleuchtungstechnik müsste laut Gutachten erneuert werden - sollten die sogenannten Kinkeldey-Leuchten verbleiben, sollten deren Leuchtmittel durch dimmbare LEDs ausgetauscht werden.

Meinerzhagen - Hier die Kernelemente des Gutachtens zur Stadthallen-Sanierung:

Das Ergebnis des Gutachtens beginnt mit einer positiven Nachricht: Die Experten des Büros Trimpop, Trompeter, Schulte bewerten sowohl Technik als auch Akustik des Otto-Fuchs-Saals grundsätzlich als „sehr positiv“. Diesen Bereich ließen die Gutachter in puncto Sanierung ohnehin fast vollständig außen vor, da sowohl Veranstaltungsraum als auch Bühnentechnik, Bühnenbereich und Technik des Chorraumes erhalten bleiben sollen. 

Dennoch müssten dort notwendige Brandschutzmaßnahmen berücksichtigt werden. Verstärkt werden müsse in Teilbereichen die Abhängekonstruktion oberhalb der Empore und des Zuschauerbereichs und auch der Parkettboden lasse sich nicht erneut abschleifen: Dieser sei durch vorangegangene Schleifvorgänge so dünn, dass es nicht noch einmal abgeschliffen werden kann. 

Sorgen bereitet den Gutachtern dieversenkbare Türanlage zwischen Foyer und großem Saal. Nach den Ausführungszeichnungen aus dem Jahr 1976 befinden sich hinter der Holzverkleidung asbesthaltige Leichtbauplatten. Nun müsse untersucht werden, ob diese sogenannten Promabest-Platten Asbestfasern absondern. Im schlimmsten Fall bestehe sofortiger Handlungsbedarf. 

Abseits des Veranstaltungsbereichs sehen die Gutachter indes die Notwendigkeit einer Entkernung bis auf die Rohbaukonstruktion. Die Mängelliste ist lang: 

  • SowohlElektro- als auch Beleuchtungs- und Brandmeldetechnik entsprechen demnach nicht den heute allgemein anerkannten Regeln. 
  • Die Sanitärinstallation sei komplett zu erneuern: Das Trinkwasserrohrnetz sei um das ein- bis zweifache überdimensioniert, sodass es zu einer unzureichenden Durchströmung und damit zu einem nicht ausreichenden Wasseraustausch in den Verteilsträngen komme. Zudem seien zahlreiche Entnahmestellen „totgelegt“ worden, sodass sich ein gesundheitlich bedenklicher „Biofilm entwickelt haben könnte. 
  • Die Lüftungsanlage muss laut Gutachten gereinigt und desinfiziert, Dachventilatoren ausgetauscht, Lüftungskanäle isoliert und die komplette Regelungstechnik erneuert werden. 
  • Die Fassade ist seit 1976 nicht saniert worden und sei bereits im Jahr 2012 von einem Sachverständigen überprüft worden. Dieser habe bereits die Notwendigkeit einer Anpassung beziehungsweise Erneuerung gesehen. „Teilweise sind die Fassaden nur wenige Zentimeter stark, sodass die Nägel der Fußleistenbefestigungen außen zu sehen sind.“
  • Die Dachflächen und Lichtkuppeln sind laut Gutachten ebenfalls zu sanieren. Angepasst werden müssten auch die Rettungswege auf dem Dach.
  • Für die Barrierefreiheit sei „zwingend“ ein Außenaufzug mit Anbindung an das Unter- und Erdgeschoss zu bauen. Möglicher Standort ist der Bereich rechts neben dem Eingang zur Stadtbücherei.

Um das Nebengebäude weiter zu nutzen, hat das Gutachter-Büro unter anderem Umstrukturierungen (80 000 Euro), Strukturveränderungen (60 000 Euro) und eine Mängelertüchtigung (35 000 Euro) berechnet. Wichtig hier: Einbauten für eine weitere Nutzung der Gastronomie sind noch nicht berücksichtigt.

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