Vielseitige Dimensionen im Rathaus

+
Viele Kunstinteressierte hatten sich am Donnerstag zur Vernissage mit Werken des heute in Köln lebenden Malers Pavle Perovic im Rathaus eingefunden.

MEINERZHAGEN - Im Beisein vieler Kunstinteressierter wurde am vergangenen Donnerstag eine Ausstellung mit Werken des Malers Pavle Perovic im Rathaus eröffnet.

Schönes zu schaffen und damit vielseitige Dimensionen zu transportieren, die es dem Künstler (und dem Betrachter) ermöglichten, andere Positionen einzunehmen und doch der Gleiche zu bleiben, sei die Grundhaltung des 1952 in Zadar geborenen Kroaten, der heute in Köln lebt, sagte Bürgermeister Jan Nesselrath, der Perovic und seine Arbeiten bei der Vernissage vorstellte.

Mit der Ausstellung solle auch das Thema „Kunst im Rathaus“ wieder aufgegriffen werden, so der Bürgermeister. „Denn die Verschmelzung von Alltagsumgebung, also einer Atmoshpäre von Arbeit und Geschäftigkeit, mit dem Impuls, innezuhalten, Eindrücke aufzunehmen und einzuordnen, schaffen einen überaus interessanten kreativen Kontrast“, sagte er. Bis zum 2. Juni können sich Interessierte während der Öffnungszeiten des Rathauses bei einem Rundgang durch alle drei Etagen vom Facettenreichtum und der Vielschichtigkeit der 50 gezeigten Arbeiten überzeugen, die aus einem ebenso ereignis- und wandlungsreichen Leben schöpfen. Auch am morgigen Sonntag ist die Ausstellung anlässlich des „Meinerzhagener Frühlings“ von 12 bis 17 Uhr geöffnet.

Pavle Perovic bedient sich vieler Stilmittel, technisch perfekt, realistisch exakt oder aber erzählend. So werden altmeisterlich gemalte melancholische Portraits, einfühlsam gezeichnete Akte, skizzenhafte Bleistiftzeichnungen neben großformatigen Dokumentationen wie dem „Tante Emma Laden“ und dramatische Landschaftsszenen gezeigt, wie etwa das Bild „Götterdämmerung“, bei dem der Künstler mit warmen und kalten Farben, hellen und dunklen Tönen Spannung erzeugt. Mit einem Schmunzeln zeigt er auf ein Stückchen sich aufhellenden Himmel und sagt: „Das ist die Hoffnung. Ohne Hoffnung geht gar nichts“.

Mit am Strand zurückgelassenen Booten, die in Wind und Wetter dem Zerfall preisgegeben sind, greift Perovic das Thema Zeit und Vergänglichkeit auf und weckt Assoziationen zu gestrandeten Flüchtlingsbooten. Dass nicht selten politische Ereignisse seine Arbeiten beeinflussen, zeigt sich auch im Bild „SOS – Stop the war“, das Portrait eines Mädchens vor einem brennenden Dorf.

Doch die Kunst des ehemaligen Freiheitskämpfers, Flüchtlings und heutigen Weltbürgers Pavle Perovic beschränkt sich nicht nur auf die Malerei. Bei der Vernissage konnten ihn die Besucher auch als Poeten, Musiker und Sänger kennenlernen, als er selbstgeschriebene Lieder mit volltönender Stimme zur Gitarre vortrug. Auch seine Bilder werden manchmal von Worten und Gedichten begleitet, wie etwa bei einem Portrait eines Esels, dessen sprichwörtliche Dummheit der Maler eher dem Menschen zuschreibt.

Für den 26. Juni kündigte Nesselrath die Möglichkeit zu einer weiteren Begegnung im Rathaus an. Dann werden der Fotograf Dirk Gebhardt und der Journalist Jörg-Christian Schillmöller dort zu Gast sein und ihren Bildband präsentieren, der bei einer Reise zu Fuß durch Deutschland entstanden ist. Dabei machten sie 2014 auch Station in Meinerzhagen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare