Werner Bering spricht zur Ausstellung „50 Jahre Zweites Vatikanisches Konzil“

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Nach dem Vortrag von Pfarrer Werner Bering ließen die Anwesenden das Gehörte auf sich wirken.

MEINERZHAGEN - Für die Besucher der katholischen Kirche St. Marien präsentiert sich der Innenraum des Gotteshauses jetzt offener und freundlicher. Die Bänke wurden umgestellt, sodass sich jetzt der Altar und die Kanzel gegenüberstehen und von den Bänken eingerahmt werden.

Von Bärbel Schlicht

„Damit kommen wir dem Ziel des Zweiten Vatikanischen Konzils nach, das Wort Gottes mehr ins Zentrum zu rücken“, sagte die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Dr. Kerstin Kregel. Durch den Umbau sei ein Perspektivwechsel eingetreten, der so in den Bistumsforen bereits praktiziert werde.

Dr. Kregel ist es auch zu verdanken, dass die Ausstellung „50 Jahre Zweites Vatikanisches Konzil“ nun für 14 Tage in der Kirche St. Marien zu sehen ist. Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt der KEB (Katholische Erwachsenenbildung im Bistum Regensburg, der Katholischen Landjugendbewegung Bayern und des Diözesanrats der Katholiken der Erzdiözese München und Freising. Zur Eröffnung der Ausstellung am Freitagabend begrüßte Pfarrer Peter-Wilhelm Keinecke neben den zahlreich erschienenen Besuchern auch Pfarrer Werner Bering aus Essen als Referenten.

Wichtiges Datum in der Kirchengeschichte

Pastor Keinecke wies darauf hin, dass das Zweite Vatikanische Konzil ein wichtiges Datum in der Kirchengeschichte des vergangenen Jahrhunderts sei und noch bis in unsere Zeit hinein wirke. Zum Umbau der Sitzordnung in der Kirche merkte Pastor Keinecke an, dass die symbolische Ausdrucksform darin läge, „dass wir hier miteinander um den Altar und das Lesepult herum sitzen.“ Dieser besondere Ausdruck in der Ordnung bestehe auch darin, dass das 2. Vatikanische Konzil das Gotteswort besonders hervorgehoben habe. „Diese Ordnung ist das, was favorisiert wird, um Eucharistie zum Ausdruck zu bringen“, betonte Pastor Peter-Wilhelm Keinecke. Er freute sich, dass Pastor Werner Bering, der als Theologiestudent das Konzil verfolgte, nach Meinerzhagen gekommen ist, um den Vortrag zur Ausstellungseröffnung zu halten.

Werner Bering spannt einen weiten Bogen

„Das Konzil ist das Konzil aller Konzile“, sagte Pastor Bering und holte sehr weit in die Vergangenheit aus, um über das bestimmte Sinnziel und die Dramatik dieses Konzils zu sprechen. In seinem eindrucksvollen Vortrag ging er dem Leiden an der Menschheit nach und spannten einen weiten Bogen der kirchlichen Lehre vom Mittelalter bis in die Jetztzeit. Er legte dar, dass wir alle Geschöpfe Gottes seien. Daher gelte für uns der Glaube und die Vernunft, und nicht wie im Islam, der sage, „der Koran ist die Lösung“. Mit dem Verlesen der Eröffnungsrede von Papst Johannes XXIII zu Beginn des Konzils, machte Pastor Bering deutlich, welch ein großer Prophet Papst Johannes XXIII gewesen sei. Die Ausstellung gibt auf großen Tafeln einen Überblick über die Ausrichtung des Konzils, das geprägt war von tiefer Glaubenszuversicht und der Hoffnung auf eine Kirche, die Antworten findet auf die Fragen der Menschen im Hier und Jetzt. In einzelnen Schritten ist der Verlauf des Konzils dokumentiert. Das Konzil wurde von zwei Päpsten geleitet. Johannes XXIII berief es ein, verstarb jedoch nach der ersten Sitzungsperiode. Sein Nachfolger Paul VI führte es tatkräftig zu Ende.

Dargestellt werden der Beginn und die Ausrichtung, Inhalte und der Ablauf des Konzils. Der pastorale Ansatz, die Öffnung nach innen mit biblisch orientierten Kirchenbildern. Abhandlungen zu Themen, die die gleiche Würde aller Gläubigen und die aktive Mitfeier der Liturgie behandeln. Ein weiterer Teil ist der ökumenischen Öffnung und dem interreligiösen Dialog gewidmet. Zwei weitere Tafeln behandeln die Öffnung zur Welt mit der Anerkennung der Menschenrechte und der Religionsfreiheit sowie der Verantwortung in Gesellschaft und Politik.

Marienkirche während Ausstellung geöffnet

Auch über die Aufbrüche seit dem Konzil, die Würzburger Synode, und die prophetische Kraft werden die Besucher ausführlich durch die Schautafeln informiert. „Aus dem Geist des Konzils heraus kam es zu vielfältigen Öffnungen. Das Konzil weitete den Blick – hin zu einer Kirche aller Gläubigen („Stärkung der Laien“), zu anderen christlichen Konfessionen („Ökumene“), zu anderen Religionen („interreligiöser Dialog“), zu allen Menschen guten Willens („Welt“), ist auf der letzten Schautafel als der bleibende Auftrag dargestellt. Während der Dauer der Ausstellung ist die Kirche St. Marien für interessierte Besucher täglich geöffnet. An drei Abenden werden zudem Filme gezeigt. Am Dienstag wird zu einer Filmvorführung in St. Marien um 19 Uhr eingeladen.

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