Ehrenamtliche Flüchtlingshilfe

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Die Unterkunft Immecker Straße wird saniert, links Fachbereichsleiter Hans-Erich Schmidt.

Meinerzhagen -  Der Antrag von Bündnis 90/Die Grünen, der am Mittwoch im Ausschuss für Familie, Jugend, Soziales und Senioren behandelt wurde, war zweifellos gut gemeint. Dass er dann aber keine Zustimmung fand, hatte wohl finanzielle Gründe.

Von Jürgen Beil

Die Ausweisung von zwei städtischen Stellen für Sozialarbeiter (oder ähnlich qualifizierte Fachkräfte) zur Betreuung der Flüchtlinge und die Erhöhung der Unterbringungskapazitäten waren Kernpunkte im Grünen-Papier. Der „Runde Tisch“, eigentlich Punkt Nummer drei des Grünen-Antrages, hatte sich inzwischen überholt, weil auf Initiative des Sozialen Bürgerzentrums „Mittendrin eine solche Runde bald zusammenkommt, um sich mit Hilfen für Flüchtlinge in der Stadt zu befassen. Fachbereichsleiter Hans-Erich Schmidt erläuterte in diesem Zusammenhang die Auffassung der Stadt. Man sei gegen die Einstellung der Sozialarbeiter und setze auf ehrenamtliches Engagement aus der Bürgerschaft. In Sachen Unterbringung der Asylbewerber beziehungsweise der bereits abgelehnten Personen, die lediglich weiter geduldet sind berichtete er über inzwischen erfolgte Verbesserungen: „17 Wohnungen über ganz Meinerzhagen verteilt sind bereits angemietet.“ Damit stünden pro Flüchtling zurzeit 15,6 Quadratmeter Wohnraum zur Verfügung. Nach erfolgter Renovierung der Unterkunft Immecker Straße sei geplant, dort 30 Personen unterzubringen – und nicht wie in der Vergangenheit manchmal der Fall 50 Menschen, erläuterte er und fügte hinzu: „Das erscheint mir akzeptabel.“

Hans-Erich Schmidt weiß allerdings auch nicht, wie viele Flüchtlinge noch nach Meinerzhagen kommen werden: „Wenn die Entwicklung so weitergeht, müssen wir halt weiteren Raum anmieten. Vorerst gilt unser Dank der Meinerzhagener Baugesellschaft, die die Wohnungen zur Verfügung stellte.“

Zwar lehnt die Stadt die Einstellung von Sozialarbeitern strikt ab, zurzeit wird dennoch eine Teilzeitkraft gesucht, die sich um die Flüchtlinge kümmern soll. Die Bewerber für diesen Posten sollen „handwerkliche, praktische und soziale Fähigkeiten“ mitbringen – allerdings seien sie keinesfalls ein Ersatz für Sozialarbeiter, hieß es in der Sitzung.

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