Trotz Verbotsschild: Fußgänger auf Abwegen

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Der direkte Kontakt mit der Volme war in der Stadt bislang unmöglich. Durch die Offenlegung des Gewässers kann man nun aber direkt am Bach entspannen. Rechts oben ist der Wall zur Stadthallenumfahrung zu sehen, die verbotenerweise auch von Fußgängern genutzt wird.

Meinerzhagen - Idyllische Volme-Perspektiven, ein skurriler Fußweg, aufwendige Kreisel-Arbeiten: Den Mitgliedern des Bau- und Vergabeausschusses wurden jetzt im Rahmen eines Ortstermins interessante Einblicke in „die größte Baustelle Meinerzhagens der vergangenen Jahrzehnte“ geboten.

Ausschussvorsitzender Volkmar Rüsche (CDU) nutzte den Superlativ nicht ohne Grund: Schließlich verlangte der erste Bauabschnitt des Stadthallenumfelds den Bürgern manches Mal Geduld ab, wie der CDU-Ratsherr betonte. „Daher bedanke ich mich einerseits für das Verständnis der Bürger, andererseits entschuldige ich mich aber auch. Denn wenn man ins Auto gestiegen ist, wusste man manches Mal nicht sofort, woher man fahren muss, um ans Ziel zu kommen“, sagte Rüsche am Dienstag. Und er machte keinen Hehl daraus, dass er von den teils „süffisanten Vorschlägen“ des UWG-Ratsherrn Raimo Benger (Stichwort: roter Teppich) nicht viel hält. „Zielführender als solche offenen Briefe ist der direkte Kontakt zur Verwaltung“, betonte Rüsche.

Dass Fußgänger indes nicht nur vor, sondern auch hinter der Stadthalle offenbar Probleme mit der richtigen Route haben können, zeigte sich kurze Zeit später. Auch ein Verbotsschild hindert zahlreiche Kunden des Hit-Marktes offenbar nicht daran, dort einen Fußweg zu nutzen, wo es eigentlich keinen gibt: entlang der neuen Stadthallenumfahrung. „Das Problem wird uns sicher noch länger beschäftigen“, sagte Markus Schade vom Fachbereich Technischer Service. Mehr als eine Beschilderung lasse sich schwerlich installieren.

Zum Hintergrund: Eigentlich handelt es sich bei dem schmalen Streifen zwischen Umfahrung und Volme-Böschung nur um ein sogenanntes Schrammbord für Autos und Lastwagen. Fußgänger sollten aus Richtung Hit den Ausgang aus dem unteren Parkdeck in Höhe der Ampelanlage nutzen und dann über den neu gepflasterten Weg entlang der Volme in Richtung Innenstadt gehen. Der Ortstermin zeigte jedoch schnell, dass sich kaum jemand an diese Route hält. Daher will die Verwaltung nun Kontakt mit der Hit-Geschäftsleitung aufnehmen, um bereits auf dem Gelände des Supermarktes eine weitere Beschilderung anzuregen.

Insgesamt zeigten sich die Mitglieder des Bau- und Vergabeausschusses jedoch zufrieden mit dem Ergebnis des ersten Bauabschnittes, der nur an manchen Stellen noch Nacharbeiten verlangt. Etwa entlang des Grünstreifens oder an den Sitzbänken, von denen sich die Politiker weitere wünschen würden.

Auf Sitzplätze der besonderen Art machte Markus Schade in Höhe des Awo-Treffs aufmerksam. Ein kleiner Trampelpfad führt nun direkt an die Volme und ermöglicht eine Ruhepause unmittelbar am Gewässer, das dort zwar noch recht überschaubar plätschert, aber dennoch dank an dieser Stelle platzierter Felsen eine idyllische Perspektive bietet. Allerdings nur, wenn die Volme kein Hochwasser führt – denn auch das, so betonte Markus Schade, habe bei der Offenlegung berücksichtigt werden müssen. „Daher musste die Volme auch in solch ein großes Bett gelegt werden“, erklärte Fachbereichsleiter Friedrich Rothaar.

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