Auch die Meinerzhagener geben Gummi

Ausgespuckte Kaugummis sind ein großes Ärgernis in Meinerzhagen

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Auf dem Otto-Fuchs-Platz hält sich das Problem mit ausgespuckten Kaugummis (noch) in Grenzen.

Meinerzhagen - In Singapur ist Kaugummi verboten, in Meinerzhagen nicht. Der Unterschied lässt sich eindeutig feststelle: Während Urlauber von blitzblanken Straßen in dem asiatischen Stadtstaat berichten, kleben in Meinerzhagen die Reste der durchgekauten Masse selbst auf dem neuen Otto-Fuchs-Platz.

Mit diesem Problem steht die Volmestadt allerdings nicht allein da. Dicht an dicht liegen die weißen „Flatschen“ in der Fußgängerzone und auf den Gehwegen an der Hauptstraße. Fast 20 dieser Hinterlassenschaften lassen sich auf circa vier Quadratmetern allein vor der MZ-Geschäftsstelle entdecken. 

Frank Rohrmann, Vorarbeiter beim heimischen Baubetriebshof, kennt die Situation: „Fast jede Stadt hat dieses Problem. Verstärkt tritt es dort auf, wo regelmäßig viele Menschen anzutreffen sind – beispielsweise im Bereich von Schulen oder in den Fußgängerzonen.“ 

Keine gezielten Maßnahmen gegen die Kaugummi-Plage

Und wie lassen sich die ausgedienten Kaugummis entfernen? „Am zuverlässigsten übernehmen das die Witterung und unser Motorbesen“, weiß Rohrmann. Letzterer ist aber dann machtlos, wenn die Gummis tief in den Bordenbelag eingetreten sind. Und selbst wenn sich das eigentliche Kaugummi noch entfernen lässt, bleibt oft ein weißer Fleck zurück. Gezielte Maßnahmen gegen die Kaugummi-Plage gibt es beim Baubetriebshof nicht. Im Rahmen der normalen Reinigungsarbeiten werde entfernt, was noch zu entfernen sei, erläutert der Vorarbeiter. 

Valko Gerber vom städtischen Fachbereich Technischer Service weiß, dass Kaugummi auch auf dem Kunstrasen an der Oststraße ausgespuckt wird. „Wir haben bereits mit den Trainern gesprochen, um auf dieses Problem hinzuweisen“, berichtet er. Wo Kaugummis die Plastikhalme bereits verklebten, sei der Stadionwart in der Vergangenheit schon aktiv geworden. Gerber: „Mit Eisspray behandelt, ließen sich die Flecken einigermaßen entfernen.“ 

Und wie sieht es in Meinerzhagens „neuer Mitte“ aus? „Auf dem Otto-Fuchs-Platz hält sich das Problem noch in Grenzen, das könnte sich aber im Laufe der Zeit ändern“, befürchtet Gerber. Die Pflastersteine dort haben eine versiegelte Oberfläche. Die hat den Vorteil, dass sich Schmutz leichter entfernen lässt. Der Nachteil: Es darf nicht mit Hochdruckgeräten gearbeitet werden. Das könnte die Struktur beschädigen.

Lüdenscheid hat schon aufgegeben - auch aus Kostengründen

Im benachbarten Lüdenscheid hat die Stadtverwaltung den Kampf gegen die hässliche und schwer zu entfernende Masse aufgegeben, auch aus Kostengründen. Die Entfernung eines Gummis schlage – statistisch gesehen – schließlich mit bis zu 15 Cent zu Buche. „Man kann tatsächlich fast von Aufgabe sprechen“, sagte Heino Lange, stellvertretender Leiter des Lüdenscheider Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetriebs (STL), schon im Jahr 2012. 

In der Zeit davor wollte der Betrieb dem hartnäckigsten Straßenschmutz von allen den Kampf ansagen: „Damals reinigten wir auf Wunsch vieler Bürger für 25.000 Euro die Wilhelmstraße vom Sternplatz bis hinauf zur Hochstraße“, erinnerte sich Heino Lange. Das sei so teuer gewesen, weil jeder einzelne plattgetretene Flatschen punktgenau mit Zitronensäure gelöst, mühselig abgekratzt und aufgenommen werden musste. 

Daneben wurde auch noch eine Vereisungsmethode angewandt, nach der jeder Kaugummi bretthart wird und damit leicht wegzufegen ist. Diese Methode ist nicht neu: Es handelt sich um ein altes Hausfrauenrezept gegen Kaugummi im Teppichboden.

Doch kaum waren die STL-Arbeiter damals oben an der Hochstraße angekommen, hatten unten auf dem Sternplatz spuckende Passanten schon wieder Gummi gegeben. Außerdem blieben bei jeder Reinigungsmethode helle Flecken im Belag zurück, und die sahen genau so hässlich aus wie die durchgekauten Gummis selbst.

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